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Außerirdische Klänge: Auf eine Reise durch die unendlichen Sphären des Musikkosmos führte die Band Achers „Aliens Ensemble“ am zweiten Tag der Jazzreihe „Ammertöne“.

„ammertöne“ II

Jazz - außerirdisch gut

Weilheim – Irgendwie war es nicht von dieser Welt, was die Zuhörer im fast ausverkauften Stadttheater am zweiten Abend der Jazzreihe „Ammertöne“ zu hören bekamen. Zum zwölften Mal hatte der Weilheimer Saxophonist Johannes Enders Kollegen aus der Jazzszene eingeladen, die heuer den Samstagabend des feinen Festivals bestritten.

Den Auftakt machte das Bass-Saxophon-Quartett „Deep Schrott“, und was Andreas Kaling, Wollie Kaiser, Jan Klare und Dirk Raulf vom ersten Stück an boten, blies die Jazz-Interessierten im Stadttheater tiefer in die roten Sitze. Die Musiker entlockten ihren Instrumenten, die so schwer sind, dass sie an Ständern befestigt werden müssen, Klänge, die nur sehr wenig mit dem zu tun haben, was sonst aus Saxophonen kommt: tiefe Töne, die direkt ins Zwerchfell wandern, sanftes Rauschen, mächtiges Wummern, helles Seufzen.

Bevorzugtes Genre sei „Metal“, sagte Dirk Raulf, der durch das Programm führte, und so bekamen die Konzertbesucher unter anderem eine Black-Sabbath-Suite zu hören, bei der „Deep Schrott“ die Metal-Klassiker „Black Sabbath“, „Iron Man“ und „Paranoid“ miteinander verwob. Aber auch sonst erkannte der Musikfreund einige Stücke, die für die vier Bass-Saxophone neu arrangiert worden waren, wie „Thunderstruck“ von AC/DC, „The End“ von den Doors und Bob Dylans Blues „Rainy Day Women“.

Dabei traf „Deep Schrott“ immer genau den Ton des Songs, ob es jetzt das Düstere, Sphärische eines Doors-Klassikers war oder das rockige Kreischen eines ACDC-Stücks. Die vier Bass-Saxophone ersetzten jeweils eine komplette Band. Ein grandioser Auftakt, des zweiten Ammertöne-Abends, der mit Begeisterungsrufen und viel Applaus gefeiert wurde.

Wie es Johannes Enders nach der Pause schon angekündigt hatte, als er die zweite Band des Abends vorstellte, die zum großen Teil aus seinen langjährigen Freunden besteht, gab es zum ausgiebigen Applaudieren dann auch eine ganze Weile keine Gelegenheit mehr: Micha Achers „Alien-Ensemble“ spielte in gewohnter Acher-Manier bis zum zweitletzten Lied ohne Pause durch. Doch das tat dem Jazz-Genuss keinen Abbruch, Unterbrechung hätte wohl auch eher gestört.

Das, was Micha Acher an Trompete, am riesigen Flügelhorn und indischen Harmonium, Oliver Roth an der Altflöte, Stefan Schreiber an der Bassklarinette und am Saxophon, Matthias Götz an der Posaune und Karl Ivar Refseth am Vibraphon, Benni Schäfer am Bass und Andi Haberl am Schlagzeug da auf der Bühne des Weilheimer Stadttheaters boten, war ganz große Jazz-Kunst. Außerirdisch besonders, ein bissl entrückt, gerade so, als ob die Musik des „Alien Ensembles“ nicht von dieser Welt stammte: Auf ganz leise, berührend stille Momente folgten spektakuläre Klanggewitter.

Dann, als das Konzert schon fast zu Ende war, begrüßte der aus Weilheim stammende Micha Acher das Publikum: „Dass wir hier sein dürfen, freut uns wahnsinnig.“ Dann nahmen die Außerirdischen ihr Publikum wieder mit in die unendlichen Sphären des Musikkosmos. Die Besucher waren so begeistert, dass sie die Band erst nach zwei Zugaben und begeistertem Applaus von der Bühne gehen ließen. So richtig auf dem Weilheimer Boden landete der Zuhörer aber erst, als ihm vor dem Stadttheater die kalte Novemberluft um die Nase wehte. 

Kathrin Hauser

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