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Still ruht die Wiese bei Unterhausen, doch das, was unter der Grasnarbe liegt, bereitet Kopfweh. 

Hausmülldeponie in Unterhausen muss saniert werden

Die Last mit den Altlasten

Unterhausen - Die alte Hausmülldeponie in Unterhausen muss saniert werden, 1,9 Millionen wird dies kosten. Dabei könnte ein rund sechs Meter hoher Hügel entstehen.

In der Unterhausener Mülldeponie wurde zwischen 1948 und 1980 aller möglicher Hausmüll – und wohl noch einiges mehr – verbuddelt. 28 000 Kubikmeter davon liegen unter einer 9000 Quadratmeter großen Fläche an der B 2 im Zwickel zwischen Straße und Eisenbahnunterführung. Die Kosten für die Arbeiten werden sich auf rund 1,9 Millionen Euro belaufen, auf die Stadt entfallen davon allerdings nur 200 000 Euro. Den Rest übernimmt die GAB, die „Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern“, deren Gesellschafter das bayerische Umweltministerium, der Gemeindetag und der Städtetag sind. Die Unterhausener Hausmülldeponie ist einer der von der GAB erfassten 6700 Altlastenstandorte in Bayern und einer von fünf in Weilheim, die nach und nach saniert werden müssen.

In der Oktober-Sitzung des Stadtrates nannte GAB-Projektleiter Dr. Martin Höckenreiner neben Unterhausen als Altlastflächen:

Bolzplatz an der Römerstraße (hier läuft die Untersuchung, Kosten: 48 000 Euro),

Grünfläche am Maibaum (Sanierungskosten: 300 000 Euro),

Gantental II (hier läuft die Detailuntersuchung, Kosten: 43 500 Euro),

Kiesgrube Deutenhausen II (hier läuft die Detailuntersuchung, Kosten: 46 000 Euro).


Alle diese Flächen sind typisch für jene Zeiten bis in die 1970er Jahre, als es gängige Praxis war, Kiesgruben und auch Mulden mit Hausmüll und anderen Abfällen aufzufüllen. Das holt die Gemeinden jetzt ein, denn diese Altdeponien werden von den Landratsämtern in so genannte Altlastenkataster aufgenommen und müssen von ihnen nach und nach saniert werden.

Weilheims erstes und größtes Projekt ist die Unterhausener Kiesgrube. Dort wurden, wie in der Stadtratssitzung bekannt wurde, auch Lacke und Farben gefunden, was weit über den gewöhnlichen Hausmüll hinausgeht. Dennoch soll die Grube nicht ausgekoffert, also ausgebaggert und mit frischer Erde wieder aufgefüllt werden, sondern abgedeckt werden, wie Höckenreiner sagte.

So richtig überzeugt waren die Stadträte von diesem Vorgehen nicht. „Wie sicher ist diese Abdeckung?“, frage Stadtrat Rupert Pentenrieder (BfW) nach. Er berichtete, dass ein Sachverständiger die Kosten für das Auskoffern auf acht Millionen Euro beziffert habe, die GAB von fünf Millionen Euro ausgehe und das Abdecken zwei Millionen Euro koste. Susann Enders (Freie Wähler) stellte fest: „Ich halte nichts von dem Abdecken, Atomkraftwerke waren auch mal sicher“. Ihr Fazit: „Wir machen eine halbe Sache, weil das Geld fehlt“.

„Das Abdecken funktionert“, stellte Projektleiter Höckenreiner fest. In der Regel werde das Gelände dazu profiliert und es werde eine Tragflächenschicht aufgetragen, so dass letztlich ein bis zu sechs Meter hoher Hügel entstehe. Die Deponie erhalte dadurch eine Laufzeit von weiteren 100 bis 300 Jahren. „Damit ist viel gewonnen“, so Höckenreiner. Zudem werde es in Unterhausen eine Grundwassersicherung geben, denn die Deponie liege zu zwei Prozent in einem Grundwassergebiet.

Infoversammlung für die Bürger

GAB-Geschäftsführer Michael Kremer stellte zum Vorwurf von Susann Enders fest: „Der Fonds hat 150 Millionen Euro, da kann man nicht nur Aushub machen, denn dann ist er ganz schnell leer“.

Wann die Sanierung begonnen wird, steht laut Manfred Stork, Chef der Bauverwaltung im Rathaus, noch nicht fest. Heuer sicher nicht, 2017 sei fraglich. Vorher soll es aber noch eine Bürgerversammlung geben, denn „bisher handeln wir ziemlich im Verborgenen“, so Bürgermeister Markus Loth.

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