Am 31. Juli ist Schluss für den Rektor

Weilheim - Der Rektor der Hardtschule, Remig Ulrich, geht in den Ruhestand. Die Schule bereitete ihm einen herzlichen Abschied - samt Überraschungsgast.

Eine Tasse Kaffee im Büro des Rektors schien in den vergangenen Jahren an der Hardtschule wie eine Art Hausmittel gewirkt zu haben - bei Gesprächen und Besprechungen im Rektorat gehörte Kaffee einfach dazu. Bei der Verabschiedung von Rektor Remig Ulrich, der die Schule elf Jahre lang geleitet hatte, kamen jedenfalls fast alle Redner auf seine Kaffeeleidenschaft zu sprechen. „Mögen Sie eine Tasse Kaffee?“, war demnach ein geflügeltes Wort, und so war es kein Wunder, dass so manches Abschiedsgeschenk irgendetwas mit Kaffee zu tun hatte.

So auch bei Weilheims Bürgermeister Markus Loth, der Ulrich außer Kaffee-Utensilien zudem die Silberne Ehrenmünze der Stadt überreichte. Loth sagte, dass die Arbeit, die in die Bildung von Kindern fließe, „kein Job ist, der mit links erledigt werden kann“. „Viele Faktoren machen eine Schule zu einer guten Schule“, so Loth, Ulrich habe für ein gutes Klima an der Hardtschule gesorgt - mit Humor, Teamarbeit und Aufgeschlossenheit. In seine Zeit seien viele große Projekte gefallen, die Sanierung der Schule, die Einrichtung der Mittagsbetreuung und die der Ganztagesschule. Loth bedankte sich auch bei Hausmeister Rückert, der ebenfalls in Ruhestand geht.

Ulrichs langen Berufsweg skizzierte Schulamtsdirektorin Ingrid Hartmann-Kugelmann. 1975 hat er an den Volksschulen Vöhringen und Obergermaringen begonnen, arbeitete dann an den Hauptschulen in Peiting und Weilheim und an der Grundschule in Obersöchering, ehe er 1996 als Konrektor an die Grundschule an der Birkenstraße in Penzberg wechselte. 2001 wurde er Rektor in Raisting, von wo er 2005 nach Weilheim wechselte. Ulrich sei ein „kritischer und loyaler Kollege“ gewesen, sagte sie. Als Sprecher der Grundschulrektoren im Landkreis habe er „sehr klar“ deren Anliegen formuliert. Die Sprach- und Leseförderung sowie die Musik seien ihm besonders am Herzen gelegen.

„Das Amt ist ersetzbar, der Mensch wird uns fehlen“,sagte Konrektorin Eva Maria Schweiger. Für Ulrich, so stellte sie fest, sei immer der Mensch im Mittelpunkt gestanden, „das war sein zentraler Punkt“. Nach elf Jahren verlasse er nun eine Schule, „die top gestaltet ist“.

Dank für die gute Zusammenarbeit gab es auch von Julia Franke namens des Elternbeirates und Jörg Sulimma vom Förderverein.

Ulrich selbst sagte, die Äußerung von Musiker Udo Lindenberg „Ich bin schwer bewegt, schwer berührt. Ich bin sehr dankbar“ habe er immer als kitschig empfunden, „aber jetzt passt’s“. Die elf Jahre an der Hardtschule seien sehr intensiv gewesen, aber er habe es genossen, mitten in den Schülern zu stehen, zu trösten und Hände zu schütteln, „das wird mir fehlen“.

Dann bedankte er sich reihum bei Kollegen, Eltern und Schülern und mit einer herzlichen Umarmung bei seiner Frau für die Unterstützung, Ulrichs Nachfolger steht schon fest: Es ist Tobias Pupeter, bisher Schulleiter in Rott (Landkreis Landsberg).

Und was hatte es mit dem angekündigten Überraschungsgast auf sich? Der kam in Person von Jazzmusiker Johannes Enders in die Aula. Der Saxophonist Enders spielte, mit Jürgen Geiger am Klavier, für den musikbegeisterten Remig Ulrich drei Stücke. Beim Klassiker „My Way“ wischte sich so manche Lehrkraft eine Träne aus dem Augenwinkel. Ulrich ist seinen (Schul-)Weg gegangen - auf seine Art und Weise.

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