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Spektakulär: Philipp Geists Lichtinstallation im Mai 2015 in Weilheims Stadtpfarrkirche. 

1. Lichtkunst-Festival

Ein Festival lässt die Altstadt leuchten

Weilheim - In neuem Licht sind Mitte Oktober Weilheims Stadtmauer und Musikschule zu erleben. Und es werden weitere Orte gesucht fürs 1. Lichtkunst-Festival. Philipp Geist holt dafür internationale Künstler – und setzt selbst den Marienplatz in Szene.

Die Initiatoren von „Lichtkunst Weilheim“: (v.l.) Nikolaus Eisenblätter, Ragnhild Thieler, Gabriele Zelisko, Philipp Geist und Florian Lechner hoffen auf viele Mitstreiter. Die Musikschule (Hintergrund) wird eine der Kulissen beim ersten Festival am 14./15. Oktober sein. 

Es dürften spektakuläre Abende am 14. und 15. Oktober in der Weilheimer Altstadt werden. Doch Philipp Geist (40) – er ist in Weilheim aufgewachsen, lebt seit 17 Jahren in Berlin und erregte weltweit mit Lichtinstallationen (etwa am Königspalast Bangkok und an der Christus-Statue in Rio) Aufsehen – will mit dem Lichtkunst-Festival in seiner alten Heimat kein Strohfeuer abbrennen, kein Mega-Event inszenieren. „Langsam und mit Bedacht“ soll das alle zwei Jahre vorgesehene Festival entwickelt werden: Mit dem Team des neu gegründeten Vereins „Lichtkunst Weilheim“ plant der künstlerische Leiter Geist für die Premiere „nicht hauptsächlich viele, sondern gute Projekte“ – die aber doch die Vielfalt dieser jungen Kunstform zeigen.

Das 1. Weilheimer Lichtkunst-Festival konzentriert sich auf die Altstadt, Zentrum mit Infostand und Bewirtung wird der Kirchplatz sein, der Eintritt ist überall frei. Geist bespielt den Marienplatz, in seine Projektion dort bezieht er mehrere Fassaden und den Boden ein: „Das Festival gibt mir Gelegenheit, zum ersten Mal in Weilheim eine große Installation zu machen.“ Projekte sind zudem an der Stadtmauer am Oberen Graben (mit dem Berliner Künstler Robert Seidel) und an der Musikschule (mit Lichtkünstler Fauso Morales aus Barcelona und Musiker Jorge Ramirez-Escudero aus Madrid) geplant. Auch die Obere Stadt wird eingebunden, für weitere Installationen und Ausstellungen sucht der Verein noch „schöne, vielleicht auch versteckte Orte“. Vorstellbar sind Gewölbekeller, leerstehende Häuser, Lagerhallen – „das ist auch eine Chance für Unternehmen, ihren Standort in Szene zu setzen“, sagt Mitinitiator Nikolaus Eisenblätter.

Überhaupt wollen die Organisatoren „viele Gruppen in der Stadt“ integrieren. „Lichtkunst eignet sich dafür bestens“, meint Gabriele Zelisko, eine der treibenden Kräfte. Lichtkunst ist allerdings auch aufwändig und teuer. Deshalb sucht der Verein neben ideellen Mitstreitern weiter Sponsoren. Insgesamt 45 000 Euro Zuschüsse sind bereits zugesagt, nötig ist das Doppelte. Unterstützt wird das Festival nicht nur von der Stadt, sondern auch von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse, der Hypo-Kulturstiftung, dem Bezirk Oberbayern und vom Kulturfonds Bayern (18 000 Euro). Vor allem letztere Zusagen sind „ein Riesen-Motivationsschub für uns“, sagt Zelisko: „Die schauen schon sehr genau an, was sie fördern.“

Mit dem 1. Weilheimer Lichtkunst-Festival fördern sie kein Luftschloss. Ragnhild Thieler, Kulturreferentin der Stadt und Vorsitzende des Lichtkunst-Vereins, betont Geists enge Beziehung zu Weilheim: „Der große Vorteil ist: Philipp kennt die Stadt und ihre Geschichte, und er kennt viele Künstler.“ Die Schauplätze seien nicht einfach Kulissen, erklärt Geist, es gehe um den „Dialog mit dem Ort“. Und der sei nach dem Festival nicht beendet. „So ein Festival kann konzentriert sehr viele Leute mobilisieren“, sagt Geist, dessen Projektionen in Metropolen Zehntausende bestaunen. „Aber es wirkt auch etwas weiter. Es bleiben Impulse, es bleiben Spuren in der Stadt und in der Region.“

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