Kein richtiges Radlwetter war gestern, und so gab es an der Admiral-Hipper-Straße freie Radstellplätze. Foto: rr

Lieber Straße als Radlständer

Weilheim - Verkehrsausschuss lehnt Antrag auf Verengung der Admiral-Hipper-Straße ab. „Das wäre für die Geschäfte tödlich“, so der Tenor.

Weilheim - In der Altstadt brauche es dringend neue Abstellflächen für Fahrräder - das meint der „Agenda 21“- Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“. Zwar habe die Stadt in den vergangenen Jahren bereits viele Radlständer montiert, wie Sprecherin Friederike Vogel lobt. Doch „durch die starke Zunahme des Radverkehrs zur Innenstadt“ würden diese nicht mehr ausreichen. Deshalb beantragte der Agenda-Kreis, neue Stellflächen in der Admiral-Hipper-Straße zu schaffen und dafür die Fahrbahn an zwei Stellen zu verschmälern. Das lehnte der Verkehrsausschuss des Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung jedoch ab. Denn dadurch, so die Befürchtung, würde in dieser Straße der Verkehrsfluss zu sehr beeinträchtigt.

Zum einen hatte der Arbeitskreis gefordert, die Autostellplätze im Bereich des Blumen- und Gemüseladens „Barfüßer“ näher an die eigentliche Fahrbahn zu rücken. Dadurch würde vor den Häusern Nummer 12 und 14 eine Freifläche entstehen, „die für eine Fahrrad-Abstellfläche genutzt werden kann, ohne dass ein Kfz-Parkplatz entfällt“. Laut Ordnungsamt wird der erweiterte Straßenraum dort aber für Zulieferverkehr mehrerer Läden benötigt. „Eine Innenstadt lebt auch von florierenden Geschäften, die mehrmals täglich mit Frischwaren beliefert werden“, betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW) und riet von der gewünschten Änderung ab.

CSU-Stadtrat Klaus Gast nannte es sogar „für die Geschäfte tödlich, wenn man ihnen Flächen für Zulieferer wegnehmen würde“. Und Uta Orawetz (CSU), selbst Geschäftsfrau in der Altstadt, fügte fast flehentlich an: „Ich bitte dringend darum, gut funktionierende Strukturen nicht zu zerstören.“ So lehnte der Ausschuss - gegen die Stimme von Dr. Eckart Stüber (Grüne) - den Antrag der Agenda 21 für diesen Bereich ab.

Einstimmig wurde der zweite Vorschlag des Arbeitskreises abgeschmettert, demzufolge die Admiral-Hipper-Straße bis zur Einmündung in die B 2 einspurig geführt werden solle, wodurch vor dem Rathaus eine Freifläche für Radlständer entstünde. Auch dort werde Platz für Anlieferer gebraucht, betonte Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder: Bei Auflösung dieses Bereichs „würde nur die Fahrbahnbreite übrig bleiben und somit der fließende Verkehr bei Zulieferungen zum Erliegen kommen“. Das sah auch der gesamte Verkehrsausschuss so.

Einigkeit herrschte aber auch darüber, dass weitere Abstellflächen für Fahrräder in der Altstadt durchaus wichtig und wünschenswert wären. Wo es dafür Raum gäbe, das soll die Stadtverwaltung nun klären. „Das bringen wir dann im nächsten Verkehrsausschuss“, versprach Bürgermeister Loth.

Von Magnus Reitinger

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