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2005: Günther Strödel inmitten von Schülern als Rektor der Weilheimer Realschule.

Was macht eigentlich...Günther Strödel?

Aus dem Malen wurde bisher nicht viel

Weilheim/München – Günther Strödel war früher Rektor der Weilheimer Realschule. Doch was macht er heute? Die Heimatzeitung hat mit ihm gesprochen:

Als Günther Strödel im Jahr 2005 gefragt wurde, was er denn im Ruhestand vorhabe, sagte er: „Bilder malen“. Denn: Kunst brauche Muße. Sechs Jahre später verabschiedete sich der Rektor der Weilheimer Realschule für immer von der Schule, um mit 66 Jahren in Pension zu gehen – das wäre schon ein Jahr früher möglich gewesen, doch der Schulleiter aus Leidenschaft wollte länger arbeiten.

2015: Günther Strödel inmitten von Schülern im Notklassenzimmer einer Schule in Bolde in Nepal.


Ob er denn schon Zeit fürs Bildermalen gefunden hätte, ist dann auch die erste Frage an den inzwischen 70-Jährigen. „Bislang ist reichlich wenig daraus geworden“, antwortet Strödel, andere Dinge seien im Vordergrund gestanden. „Ich habe mir die Freiheit genommen, viel zu reisen.“ Er erzählt von seinen Reisen, in den Südwesten der USA, auf die Philippinen, nach Costa Rica, und er schwärmt von phantastischen Naturparks, einer grandiosen Tierwelt, die ihm dort begegnet sei. Zudem ist Günther Strödel im Schnitt zwei Mal im Jahr nach Nepal gereist, weil er ein Engagement vertieft hat, das er schon während seiner Zeit als Rektor der Weilheimer Realschule begonnen hatte: das für die „Namaste-Stiftung der Bolde Freunde“. Inzwischen ist Strödel zweiter Vorsitzender der Stiftung, die verschiedenste Hilfe in Nepal leistet, vor allem aber das Dorf Bolde unterstützt. „Das ist eine große, schöne, wunderbare und erfüllende Aufgabe, wie man sie sich für den Ruhestand nur wünschen kann“, sagt Strödel. Im Moment gebe es besonders viel zu tun, weil ein Erdbeben im vergangenen Jahr ganze Dörfer zerstört habe, die mithilfe von Spenden wieder aufgebaut werden müssen. „Da gibt es viel Arbeit zu erledigen, da ist viel Anwesenheit vor Ort nötig, weil man in der Pflicht steht, dass die Spenden gut eingesetzt werden.“ Den ehrenamtlichen Einsatz für Nepal kann der begeisterte Bergsteiger Strödel mit Treckingtouren in einer Landschaft verbinden, die ihn schon als Studenten fasziniert hat. Inzwischen genießt der 70-Jährige, dass er die Freiheit hat, sich in diesem Maße für die „Namaste“-Stiftung zu engagieren.

Zu Beginn seines Ruhestandes sei ihm das nicht leicht gefallen, gibt er Rektor zu. „Am Anfang ging mir die Schule schon ab, es hat zwei Jahre gedauert, bis ich mich abgenabelt hatte.“ Als Schulleiter habe er täglich viele, viele Kontakte mit Kollegen und Schülern gehabt. „Diese Kontakte fallen auf einen Schlag weg und du sitzt allein zu Hause.“

Deswegen sei die Arbeit für die Stiftung genau das Richtige für ihn. „Ich bin schon gern ein Gestalter, nehme Einfluss auf die Entwicklung von Dingen“, sagt Strödel. Das sei als Schulleiter so gewesen und das sei im Ruhestand so geblieben. „Ich bin rundum ausgelastet, glücklich und zufrieden, ich freue mich auf alles, was noch kommt“, sagt der ehemalige Rektor. Dabei muss die Leinwand wohl noch eine Weile unbenutzt in der Ecke stehen, er hat er vor allem noch weitere Reisen im Sinn: „Es gibt noch so viele schöne Länder in Asien und Südamerika.“

von Kathrin Hauser

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