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Selbst höchst unwegsame Strecken hat Michael Öfele schon mit dem Rad schon bei vergangenen Reisen bewältigt. Das Bild entstand im Amazonasgebiet. Nun startete der Lehrer auf eine Weltreise, die sechs Jahre dauern soll.

Michael Öfele vom Gymnasium Weilheim

Sechs Jahre mit dem Fahrrad auf Weltreise

Weilheim - Bis zum Ende des vergangenen Schuljahres war Michael Öfele Lehrer am Gymnasium Weilheim, jetzt nimmt er eine lange und außergewöhnliche Auszeit vom Schulleben: Der 40-Jährige ist zu einer Weltreise mit dem Fahrrad gestartet – sechs Jahre soll diese dauern und ihn auf alle Kontinente führen.

So ungewöhnlich diese Pläne klingen – für Öfele selbst ist das Unterfangen gar nichts so Besonderes. Ehe er 2010 begann, am Gymnasium in Weilheim die Fächer „Sport“ sowie „Wirtschaft und Recht“ zu unterrichten, war er bereits für mehr als vier Jahre mit dem Rad unterwegs. Dabei hat er bei weitem nicht nur Positives erlebt: Er musste zum Beispiel in Südamerika sein Mountainbike durch tiefen Schlamm schleppen, erlebte nach einem Erdbeben am Rande eines Vulkans ein beängstigendes Nachbeben, und eine Typhus-Erkrankung warf ihn vorübergehend völlig aus der Bahn.

 Trotz alledem hat er sich zu einer neuen Tour entschlossen. Und diese geht er guten Mutes an, wie er bei einem Gespräch im Biergarten auf dem Gögerl in Weilheim deutlich machte. „Es ist ein gesundes Gottvertrauen, das man braucht“, sagt der 40-Jährige, der sich selbst als „topfit“, aber „nicht als Extremsportler“ bezeichnet. Die Haare, die während seiner Zeit in Weilheim auch mal kurz waren, trägt er nun wieder in Locken – ganz passend für einen Globetrotter. „Ich will mal möglichst viel von der Welt gesehen haben“, beschreibt Öfele seine Motivation für die langen Touren, „und das will ich aus eigener Kraft schaffen.“

 24 Jahre alt ist das Mountainbike, das ihn nun erst einmal von seiner Heimatstadt Nördlingen über Frankreich und Spanien nach Marokko tragen soll. „Das hab’ ich schon komplett auseinandergebaut“, sagt er und bezieht sich auf die vielen Reparaturen, die an dem Fahrrad schon anfielen. Nachdem auf dem Weg durch den Schlamm die Gangschaltung kaputtgegangen war, habe er das Mountainbike „mit Fahrradschläuchen und Bambus bandagiert“, berichtet Öfele. Mit dem auf so ungewöhnliche Art präparierten Rad sei er dann noch 500 Kilometer bis ins bolivianische La Paz gefahren. „Das ist gut fürs Ego, wenn man sich nicht so leicht in die Knie zwingen lässt“, sagt der 40-Jährige. 

Seine neue Tour soll Öfele, der sich allein auf den Weg gemacht hat und unterwegs hauptsächlich im Zelt schlafen will, nun auch wieder nach Südamerika, aber zuvor auch bereits nach Nord- und Mittelamerika und später nach Ozeanien führen. Über Asien, wo er viele Länder durchqueren möchte, will der Globetrotter dann weiter nach Afrika. Die Etappen, die sich nicht mit dem Rad bewältigen lassen, möchte er möglichst nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Schiff zurücklegen.

 „Reisen“ sei gar nicht das wirklich passende Wort für seine Art der Welterkundung, sagt Öfele. Die Bezeichnung „Leben auf dem Fahrrad“ gefällt ihm besser. Seine Route kann sich noch ändern, wenn er unterwegs ist. „Die Planung und wie man dann tatsächlich fährt, das klafft oft weit auseinander“, so der 40-Jährige.

 Etwa 60 Kilo wiegt alles, das er mit auf die Fahrt nimmt – 24 Kilo davon macht das Mountainbike samt Aufbauten aus. Zum Gepäck gehören auch Campinggeschirr, ein Benzinbrenner und die „Werkstatt“, wie Öfele sagt. Diese braucht er, um unterwegs „zu jedem Zeitpunkt“ Standardreparaturen ausführen zu können.

 Dass sich Öfele überhaupt auf eine so lange Fahrt machen kann, hat mehrere Gründe: So ist er familär nicht gebunden, wie er sagt, und kann nach seiner Rückkehr wieder als Lehrer in den Staatsdienst zurück. „Ich bin sowohl Globetrotter als auch Lehrer“, betont Öfele, der monatlich etwas für sein Reisebudget zurückgelegt hat und zudem auf Mieteinnahmen zählen kann. Wer eine unsichere Zukunft habe – gerade auch was die Zeit nach der Rückkehr anbelange – der begebe sich nicht auf eine solche Fahrt. 

Nach seiner Rückkehr würde Michael Öfele gern wieder am Gymnasium Weilheim unterrichten. Bekannte Schülergesichter wird er dann dort aber nur mehr wenige sehen: Denn Schüler, die heuer die sechste Klasse abgeschlossen haben, haben 2022 schon ihr Abitur gemacht.

Wer mehr wissen will über Öfeles Unternehmungen, der findet im Internet Infos – und zwar unter www.mike-on-bike.de.

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