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Gefeiert in der Stadtbücherei: (v.l.) Moderator Christoph Hebenstreit, Darryl Kiermeier (3. Platz), Bert Uschner (2. Platz), Eva Niedermeier (1. Platz) und Moderator Mic Mehler.

„poetry Slam“ in der stadtbücherei Weilheim  

Siegerin ist... die Poesie

Weilheim -  Elf Poetry-Slammer hatten sich in Weilheims Stadtbücherei eingefunden und begeisterten rund 50 Zuhörer mit lyrischen Texten. Sogar ein Wortakrobat im Rap-Stil war dabei.

„Poetry Slam“? Das muss man mal erlebt haben! Der Spaßfaktor ist hier garantiert, bei den Vortragenden wie auch beim Publikum. Und nicht nur bekannte Gesichter wie Rosi Pröll und Toni Berger aus Weilheim waren zu erleben. Es gab mit Rasso Lechner (Peißenberg) und Joachim Antweiler (Wörthsee) auch zwei Premieren bei diesem dritten Slam in der Bücherei, den Mitarbeiterin Sandra Knittel initiiert hatte und der in kürzester Zeit ausverkauft war.

Bei diesem literarischen Kräftemessen wird nicht einfach nur etwas vorgetragen – das gehörte Sprachgut des Poeten wird bewertet. Und zwar von einer sechsköpfigen, zufällig ausgewählten Jury aus dem Publikum. Verantwortlich für die kurzweilige Show war der Erdinger Veranstalter „Reimrausch“. Mic Mehler und Christoph Hebenstreit rufen, zusammen mit zwei weiteren Kollegen, seit ihrer Gründung 2010 rund 26 Mal im Jahr in ganz Oberbayern Poeten zusammen.

Die Begeisterung der Weilheimer war groß. Anna Köpfert hörte schon vergangenes Jahr zu – und ist diesmal überraschend in die Jury gerufen worden: „Ich werde auch nach Vortragsweise und nicht nur nach Inhalt urteilen“, erklärte sie. Von der „Eins“ bis zur glanzvollen „Zehn“ ging die Wertung. Die niedrigste Punktzahl wurde gestrichen, die anderen wurden zusammengezählt. Die drei Bestplatzierten nach diesem Modus kamen ins Finale.  Maximal sechs Minuten hatten die Poeten bei ihrem Vortrag Zeit, das Publikum zu begeistern. Man hörte Witziges und Nachdenkliches, politische und Herzschmerz-Gedichte, und ein Dichter hatte sogar eine „Ode an den Zilpzalp“ geschrieben. All das war nicht nur interessante Kost, es war auch qualitativ ausgereift.

Im Finale werteten dann alle Zuhörer. Nach den Vorträgen der drei Finalisten wurde durch Applaus-Intensität der Sieger des Abends ermittelt. Es war Eva Niedermeier (18) aus Bad Aibling, die mit zwei beeindruckenden Prosatexten vorne lag. Aber irgendwie waren alle elf Dichter Sieger an diesem Abend, ganz gemäß dem Motto von „Reimrausch“, das da lautet: „Die Punkte sind nicht der springende Punkt, sondern die Poesie“. 

Regina Wahl-Geiger

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