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Beim Stammtisch für die Wirtschaft: (v.l.) Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni, Unternehmerkreis-Vorsitzender Herbert Klein, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Weilheims Rathauschef Markus Loth.

Unternehmerkreis Weilheim

Schwierige Suche nach Mitarbeitern

Weilheim - Firmenchefs beklagen, dass Weilheim für dringend benötigtes Personal als Wohnort zu teuer ist. Bürgermeister Markus Loth sieht dies als Standortvorteil.

Das produzierende Gewerbe in Weilheim sieht sich mit einem großen Problem konfrontiert: Es wird immer schwieriger, Mitarbeiter für die Produktion zu gewinnen, hieß es am Montagabend beim „Unternehmerkreis“-Stammtisch im Landratsamt. Dies liegt jedoch nicht daran, dass es diese Mitarbeiter nicht gebe, wie Michael Schulze feststellte. Der Inhaber der Weilheimer Firma „Diamantmetall“ hat eine andere Sorge: Da Wohnen im Weilheim sehr teuer sei, könnten die von der Wirtschaft dringend benötigten Arbeitskräfte nicht in die Kreisstadt ziehen.

Auch andere der rund 40 Anwesenden sehen dieses Problem. Weilheim werde immer mehr zur Schlafstadt für Menschen, die in München oder Starnberg arbeiten, dort aber nicht mehr leben können, weil Wohnungen für sie zu teuer seien, war zu hören. Diese Entwicklung verdränge arbeitende Menschen ohne hohes Einkommen aus Weilheim. Andere Teilnehmer sehen darin eine Chance für Peißenberg: Der ehemalige Bergbauort könnte damit zur Schlafstadt für Weilheim werden.

Dessen Bürgermeister Markus Loth sieht allerdings keine Möglichkeit, das Wohnen in seiner Kommune billiger zu machen. Dies liege daran, dass Grundstücke teuer und die Baupreise aufgrund der guten Konjunktur hoch seien. Die Stadt wolle trotzdem Sozialwohnungen bauen, bekräftigte der Rathauschef. Loth sieht aber auch Vorteile im Standort: Die Stadt würde nicht nur gemeinsam mit Polling ein neues Gewerbegebiet ausweisen, sie plane Areale für hochpreisiges Wohnen.

Seine Peißenberger Amtskollegin Manuela Vanni machte ebenfalls mit Bauflächen Werbung für ihre Kommune. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sieht überhaupt den Landkreis als idealen Standort für Unternehmen, da viel in die Infrastruktur wie Schulen und Krankenhäuser investiert werde.

Frank Dittmann aus Weilheim, ehemaliger „Convotherm“-Chef und einstiger Vorsitzender des Unternehmerkreises, der gern eine Fachhochschule in der Kreisstadt hätte, wurde allerdings enttäuscht: Laut Rathauschef Loth liegt die Stadt zu nah an München, um eine solche Einrichtung zu bekommen.

Der Unternehmerkreis beschäftigte sich auch mit einem internen Problem. Seine Mitglieder kommen fast ausschließlich aus dem Zentrum des Landkreises. Was die Organisation der Unternehmer betreffe, sei der Landkreis dreigeteilt, hieß es: „Über den Hohen Peißenberg kommt man schwer rüber“, meinte Frank Dittmann zur Grenze im Westen. Und im Osten orientierten sich die Betriebe in Richtung Bad Tölz. Fazit von Landrätin Jochner-Weiß: „Penzberg driftet ab.“ Auch der Name „Unternehmerkreis Weilheim-Peißenberg“ könnte ein Problem sein, wie ein Teilnehmer meinte. In Schongau und Penzberg würde sich niemand davon angesprochen fühlen.

Alfred Schubert

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