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Das Wasserrad am  "Preisinger Anwesen" erzeugt Strom. Das Foto gibt einen Einblick in den sonst nicht zugänglichen Maschinenraum. Zu sehen sind ein Generator, Stauklappe, Absperrschieber  und Steuerungstechnik.

Stadtwerke Weilheim

Viele kleine Schritte zur Energiewende

Weilheim - Am Klärwerk steht ein Windrad, am Stadtbach ein Wasserrad: Dass die Stadtwerke Weilheim und ihre Tochter „Energie GmbH – SWE“ bei der Erzeugung von Strom auf erneuerbare Quellen setzen, ist nicht zu übersehen. 

24 Meter hoch ist das Windrad auf dem Gelände der Kläranlage.

 Der Mast ist 24 Meter hoch, die drei Rotorblätter sind sechs Meter lang und auch die 10H-Regel ist eingehalten. Im Umkreis von 300 Metern rund um die neue Kleinwindkraftanlage im Weilheimer Gewerbegebiet „Paradeis“ befindet sich keine Wohnbebauung. Mit dem Windrad, das seit Anfang Juli in Betrieb ist, haben die Stadtwerke Großes vor. Über sie soll die Notstromversorgung für die Kläranlage gesichert werden, und zwar über mehrere Tage, wie Stadtwerke-Chef Peter Müller in der Juli-Sitzung des Stadtrates sagte.

Die Kläranlage ist mit 1,2 Mio. Kilowattstunden/Jahr der mit Abstand größte Energieverbraucher der Stadtwerke Weilheim, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke. 58 Prozent des benötigten Stroms erzeugten sie im Jahr 2015 selbst mit den Blockheizkraftwerken und der Photovoltaik-Anlage, der Rest wurde zugekauft. Seit dem 8. Juli befindet sich das Windrad im Probebetrieb, nach „einigen Kommunikationsstörungen“ mit dem in Trient (Italien) ansässigen Hersteller „Tozzi Nord“ und auch „Kinderkrankheiten“, so Müller, sei die Anlage nun freigeschaltet und springe ab einer Windgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde an.

Im Jahr sollen so 12 000 Kilowattstunden Strom in das Netz der Kläranlage eingespeist werden. Der Bau des Windrades schlug mit rund 60 000 Euro zu Buche. Dem stehen Einsparungen von 2400 Euro pro Jahr beim Stromkauf gegenüber, so dass die Gewinnschwelle rein rechnerisch in 25 Jahren erreicht sein dürfte.

Seit Anfang Juni läuft inzwischen das Wasserrad in der Oberen Stadt. Dort, wo einst die Stadtmühle stand, dreht es still und leise seine neuen Schaufeln aus Lärchenholz und erzeugt so Strom aus Wasserkraft. Je nach Wasserzufluss sind das bis zu 80 000 Kilowattstunden für die „Energie GmbH“-eigene Marke „OberlandStrom“ im Jahr. Auf dem Papier reicht das für bis zu 20 Haushalte, heißt es in einer Mitteilung der „Energie GmbH“.

Auch das Wasserrad hat laut Stadtwerke inzwischen seine Feuertaufe bestanden, die jüngsten Hochwasser bereiteten ihm keine Probleme, und so geht es jetzt in den Regelbetrieb über. Die Elektrifizierung des Wasserrades und der neue Überbau sowie alle damit zusammenhängenden Arbeiten kamen auf rund 100 000 Euro, der Einspeiseerlös liegt bei rund 10 000 Euro im Jahr.

Das Wasserrad soll aber nicht das einzige in Weilheim bleiben. Wie Müller den Stadträten sagte, läuft bereits ein Wasserrechtsantrag für ein weiteres an der „Seemühle“ („Feyerabendhaus“), Dort allerdings soll ein anderes Modell zum Einsatz kommen: eins, das im Wasser verschwindet. Müller will aber in Sachen „Wasserkraft“ auch einen großen Schritt machen, er setzt sich für ein Kraftwerk am Oderdinger Wehr ein. „Hochwasserschutz und Wasserkraftnutzung und Durchgängigmachung wären möglich“, stellte er in der Sitzung fest. Dazu gebe es Gutachten, „weitere Gespräche mit Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt laufen“.

Am Laufen sind auch die Gespräche mit der Firma „Gravity Power“, die in der Kiesgrube bei den Stadtwerken an der Deutenhausener Straße ihr Demonstrationsmodell für die Stromspeicherung bauen will. „Der Pachtvertrag muss noch geschlossen werden“, so Müller, im August/September soll dann die Erkundungsbohrung begonnen werden.

Hier ein Windrad, dort ein Wasserrad, für Müller steht fest: „Auch wenn die einzelnen Schritte klein erscheinen mögen“, so bauten die Stadtwerke seit 2014 die erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Wasser vor Ort aus. „So realisieren wir sukzessive unser Anliegen, immer energieautarker zu werden, also immer mehr umweltfreundliche Energie vor Ort selbst zu erzeugen“, so der Stadtwerke-Chef in der Pressemitteilung zum Bau des Windrades.

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