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Das tut weh: Hansi Kraus maßregelt Rudi Pauker (links) und Ruppert Mitterer. 

„Iberlbühne“ spielt „Niedertrachtig“

Den Teufel mit dem Beelzebub bekämpft

Weilheim - Die „Iberlbühne“ spielt im Stadttheater „Niedertrachtig“. Und das an der Grenze des guten Geschmacks.

Am Ende wird die Niedertracht mit Niedertracht besiegt. Ein anderer Ausgang der Posse „Niedertrachtig“ in drei Akten von Georg Maier wäre auch nicht denkbar gewesen. Am Freitagabend wurde dieses raubeinige Bühnenstück, das in einer Schnapsbrennerei an der tirolerisch-bayerischen Grenze im 19. Jahrhundert spielt, von der Münchener „Iberl-Bühne“ im Weilheimer Stadttheater präsentiert.

So richtig gemütlich zurücklehnen konnten sich die zahlreich erschienenen Besucher jedoch nicht an diesem Abend. Denn sie wurden mitgenommen vom raffinierten Schmied, ehemaligem Zuhälter und Schnapsschmuggler „Kotzinger“ (Rudi Pauker) und seinem „Schlamperl“ (Melanie Tobian), vom korrupten und gewieften Grenzbeamten „Niedertrachtiger“ (Hansi Kraus) und den beiden Zirkusleuten „Buale“ (Philipp Wimmer) und „Othello“ (Rupert Mitterer). Sie alle tümmeln sich im Geschehen um den geschmuggelten Schnaps, die gegenseitige Erpressung und ihrer ganzen Niedertracht.

Das Publikum wurde in das Stück einbezogen: Ein Zuschauer musste dem Schmied mit einer Laterne den Weg leuchten, andere mussten Kisten mit Schnaps von der Bühne schleppen und bekamen zur Belohnung reichlich Selbstgebrannten. Auch gab es Gelegenheit, den Reizen von „Schlamperl“ näher zu kommen oder sich in der Pause ein Schäferstündchen mit „Buale“ zu genießen: „Wir treffen uns am Bühnenausgang rechts.“

Die Handlung von „Niedertrachtig“ ist schnell erzählt: Die Zirkusleute haben eine Panne an ihrem Karren und suchen in der Schnapsbrennerei Unterschlupf. Dort verfallen sie den Reizen des Gelegenheitsflitscherls, können nicht zahlen, werden vom Schmied zur Schnaps-Schmuggelei erpresst und lösen das Ganze, in dem sie am Ende den miteinander verfeindeten Schmied und den Grenzbeamte aufeinander hetzen. Beide sind am Ende tot, und die Schnapsbrennerei kann weiterlaufen.

Das Publikum machte jedenfalls mit. Oder anders gesagt: Es blieb ihm nichts anderes übrig. Es war teilweise ein Balanceakt der Mitwirkenden, das Ganze nicht in einer Gosse landen zu lassen, zumal es verbal nicht unbedingt immer fein zuging und auch die Gestik recht derb ausfiel – dem Milieu angepasst? Ist Ansichtssache.

Gespielt wurde jedenfalls gut. Jeder verkörperte seine Rolle hervorragend. Rudi Pauker aus Weilheim spielte jähzornig und böse. Melanie Tobian war ordinär und trinkfest. Die Zirkusleute zeigten sich verschlagen und rotzfrech. Und Hansi Kraus starb dann durch Rattengift, das als Schnaps getarnt war. So richtig niederträchtig.

Regina Wahl-Geiger

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