Bürgermeister Markus Loth (rechts) musste sich bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend in Marnbach auch Kritik anhören. foto: Gronau

Thema „Umfahrung“ als Muntermacher

Weilheim - Trotz des FC Bayern-Fußballspiels war die Bürgerversammlung in Marnbach ein Anziehungspunkt. Das Thema „Umfahrung Weilheim“ spielte eine große Rolle.

Marnbach - Um Fragen der rund 70 Bürger zu beantworten, waren die Stadtspitze sowie Vertreter von Straßenbauamt und Polizei ins Gemeindehaus gekommen. Außerdem war rund ein Dutzend Stadträte präsent, darunter auch der Ortsbeauftragte Klaus Gast.

Zunächst lieferte Markus Loth, Bürgermeister der Stadt Weilheim, wozu Marnbach seit 38 Jahren gehört, einen Überblick über wesentliche Ereignisse und städtische Ausgaben des vergangenen Jahres. Hinsichtlich der weiteren Vorhaben präsentierte Loth unter anderem eine Landkarte mit möglichen „Korridoren“ für eine Weil-heimer Umfahrung. Das Bild wirkte wie ein Muntermacher unter den Marnbachern. Viele zweifelten an Loths Worten, dass erst in einem Jahr nähere Untersuchungen zum konkreten Trassenverlauf starten würden.

Die Variante durchs Moos sei indirekt schon aufgegeben worden und Neubauten würden mitten im Westkorridor zugelassen, warfen mehrere Bürger der Stadtspitze vor. Loth bestritt vehement, dass es irgendeine Form von Vorfestlegung gebe. „Ich habe akribisch darauf geachtet, dass beide Trassen frei gehalten sind und werden.“ Erst wenn der Bundesverkehrswegeplan Gesetzeskraft bekomme, begönnen 2017 die Realisierungs-Analysen aller Varianten - auch unter Einschuss einer Tunnellösung.

Das Stichwort „Tunnel“ elektrisierte die Versammlung erneut. Denn nachdem Starnberg wohl den möglichen Tunnel ausschlagen werde, könne eine Weilheimer Ostumgehung mehr Attraktivität als Autobahnzubringer (Richtung Seeshaupt) bekommen - mit einer Verkehrszunahme bis zu einem Drittel sei dann zu rechnen. „Am Ende wird Weilheim entlastet und Marnbach belastet“, fürchtete ein aufgebrachter Bürger. Doch auch Sven Maertz vom Straßenbauamt sagte, dass es für die konkrete Diskussion schlicht zu früh sei.

Als näherliegendes Problem kristallisierte sich der westliche Ortsausgang von Marnbach heraus. Auto- und Motorradfahrer in Richtung Weilheim hätten dort, seit Beseitigung der Lindenbäumchen auf der Mittelinsel, eine „Startbahn-Optik“ und würden auch entsprechend schneller fahren.

„Wir können die Insel nur noch unter Lebensgefahr bepflanzen“, monierte Elisabeth Doll vom Gartenbauverein. „Vor allem von Motorradfahrern wird dort wie irre beschleunigt“, attestierte Johann Mair.

Von Loth kam Bedauern: „Wir können hier nicht helfen, da uns die Straße an dieser Stelle nicht gehört.“ Sven Maertz bestätigte zwar eine „gewisse optische Durchschusswirkung“ der Strecke, will die neu gewonnene Übersichtlichkeit aber nicht wieder einbüßen. Allenfalls ein paar kleine Büsche und ein weiteres Ortsausgangsschild, beides am rechten Fahrbahnrand Richtung Weilheim, will Maertz prüfen lassen.

Harald Bauer von der Polizei Weilheim gab auf Nachfrage zu, dass das Messfahrzeug der Polizei kaum noch in Marnbach zum Einsatz komme. „Der Stellplatz war auf Privatgrund, und der Eigentümer möchte das nicht mehr zulassen“, bedauerte der Leiter der Polizeiinspektion. Außerdem seien im Jahr 2015 wegen der vielen außergewöhnlichen Belastungen der Polizei - „G 7, Flüchtlinge“ - landkreisweit ohnehin rund ein Drittel weniger Tempomessungen durchgeführt worden als sonst.

„Wir fühlen uns mit dem Problem des schnelleren Verkehrs in Marnbach allein gelassen“, sagte eine sichtlich enttäuschte Elisabeth Doll. Sie erbat von Maertz eine Vorlage zulässiger Gestaltungsmöglichkeiten für die Mittelinsel. Loth sicherte zu, in Marnbach öfter den „Tempo-Smiley“ aufstellen zu lassen.

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