Umzüge, Baulärm: Auf Rathaus-Mitarbeiter kommen harte Jahre zu

Weilheim - Angefangen hat alles mit einem Riss über dem Bürgermeister. Mittlerweile steht fest: Die Rathausedecken müssen für 3,9 Millionen Euro stabilisiert werden. Auf die Mitarbeiter kommen harte Jahre zu.

„Das ist uns grade noch abgegangen“, fasste Bürgermeister Markus Loth(BfW) in der jüngsten Stadtratssitzung die Misere um die instabilen Decken des 1937 erbauten Rathauses zusammen. 2010 bemerkte Loth, dass sich die Decke seines Büros leicht durchbog, außerdem spannte sich ein Riss darüber. Als man der Sache nachging, offenbarte sich „eine totale Katastrophe“, so der Bürgermeister: 3,9 Millionen Euro kostet es, die Stahlbeton-Rippendecken des denkmalgeschützten Gebäudes aufzumachen und statisch zu verstärken. Bis 2018 wird sich die Sanierung hinziehen.

Nicht nur die Stadtfinanzen trifft das hart, auch auf die Mitarbeiter kommen schwere Zeiten zu: Der Architekt Fritz Weinberger aus Schongau will das Rathaus bei laufendem Betrieb sanieren. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung müssen dafür nach und nach in andere Räume ausweichen.

Gerade diejenigen Stadträten, die 2012 die Renovierung des Landratsamts II in der Stainhartsstraße am eigenen Leib miterlebt haben, sahen das kritisch: Petra Regauer (BfW), beschäftigt Gesundheitsamt, betonte eindringlich, der Umbau des Landratsamts sei eine „unglaubliche Belastung“ für die Mitarbeiter gewesen, Tinnitus und Angstzustände inklusive. „Man sollte den Faktor Mensch stärker beachten und nach Ausweichräumen schauen. Wenn ich höre, dass das bis 2018 dauert, dreht sich mir der Magen um“, warnte sie. Auch Jochen Knittel (BfW) wollte zeitweise Verlagerung des Rathauses in Container zumindest erwogen werden, Uta Orawetz (CSU) schlug die Stadthalle als Ausweichsquartier vor.

Doch Architekt Weinberger sah darin keine sinnvollen Alternativen: „Wir haben das Thema ein halbes Jahr diskutiert.“ Eine Auslagerung der Mitarbeiter scheitere vor allem daran, dass die gesamte EDV mitumziehen müsse. Ein Containerdorf über eineinhalb Jahre zu versorgen sei zudem „ein teurer Spaß“.

Was den Baulärm betrifft, konnte Weinberger die Sorgen des Stadtrats mildern: „Wir werden zwar immer mal wieder zwei, drei Tage hohen Lärm haben, aber es wird nicht bis 2018 der Presslufthammer laufen.“

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