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Saures für die Dame: Gabi Weigl war mit 32 km/h unterwegs und bekommt unter den wachsamen Augen von Polizist Wolfgang Aubeck ein saures Bonbon – Zitrone war da schon ausgegangen.

Aktion von Verkehrspolizei und Ammerschule

Zitrone oder Schokolade?

Weilheim - Bei einer Aktion von Verkehrspolizei und Ammerschule bekamen zu schnelle Fahrer Saures, die anderen Süßes.

Als die junge Frau aus dem VW-Bus mit den vielen Blumen aussteigt, steht ihr der Schreck ins Gesicht geschrieben. Gerade als sie an der Ammerschule vorbeigefahren ist, hat ein Polzeibeamter sie mit der Kelle herausgewunken. Sofort habe sie überlegt, was sie denn falsch gemacht und ob sie den Führerschein dabei habe. Sie habe damit gerechnet, eine Verwarnung zu kassieren oder einen Strafzettel.

Doch diesmal erwartet die Frau keine Strafe oder Ermahnung, sondern eine Belohnung. Vor ihr steht ein sehr blondes Mädchen und überreicht ihr Schokolade: „Ich bin Elisabeth aus der Ammerschule und mache bei der Aktion ,Schokolade oder Zitrone’ mit.“

Die Neunjährige erklärt kurz, dass die Autofahrer, die schneller als mit den vor der Schule erlaubten 30 km/h unterwegs sind, eine Zitrone oder etwas Saures überreicht bekommen und die anderen ein Stück Schokolade. „Sie sind 27 km/h gefahren“, eröffnet Elisabeth der Frau. „Wir hoffen, dass Sie das das nächste Mal wieder machen.“ „Da hab’ ich ja Glück“, sagt die Autofahrerin und gesteht, dass sie den Tacho gar nicht so genau im Blick hatte, als sie an der Schule vorbeigefahren ist. Sie steckt das Schokoladenstück in den Mund und fährt erleichtert weiter.

Für die Aktion „Schokolade oder Zitrone“ arbeiteten in Weilheim die Ammerschule und die Verkehrspolizei zusammen. Die Polizei stand gestern rund zwei Stunden mit einem Lasermessgerät und drei Beamten an der Ammerschule. Die 21 Drittklässler, die Süßes oder Saures übergaben, waren im Vorfeld von der Rektorin der Ammerschule, Maria Herrmann- Trunk, die gleichzeitig ihre Heimat- und Sachkundelehrerin ist, vorbereitet worden und unmittelbar vor der Aktion von den Polizisten Eugen Pogorel und Wolfgang Aubeck geschult worden. Durch die Aktion, die in diesen Tagen in vielen Kommunen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd stattfindet, sollen Verkehrsteilnehmer zu einer angemessenen Fahrweise vor den Schulen angehalten werden. „Da hat sich die Ammerschule einfach angeboten“, sagt Pogorel. Dort gebe es eine Tempo-30-Zone und einen Fußgängerweg, den auch Radler benutzen dürfen, aber lediglich in Schrittgeschwindigkeit.

Da kommt schon der nächste Einsatz für die Schüler der Klasse 3b: Eine Autofahrerin, der die Grundschülerin Isabell etwas Saures übergeben muss. Gabi Weigl aus Weilheim war mit 32 km/h etwas zu schnell unterwegs. Sie nimmt das saure Bonbon entgegen. „Wir hoffen, dass Sie beim nächsten Mal 30 oder weniger fahren“, sagt Isabell. Weigl verspricht, besser aufzupassen.

  Kathrin Hauser

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