Aus dem Gericht

Wegen eindeutigen Spuren: Weilheimer (27) verurteilt

Weilheim – Ein Weilheimer wurde wegen drei schwerwiegenden Einbrüchen zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt und muss 1500 Euro zahlen.

Wegen besonders schweren Diebstahls in drei Fällen musste sich ein Weilheimer (27) vor Gericht verantworten. Eindeutige Spuren an drei Tatorten überführten ihn. Er selbst schwieg während der Verhandlung. „Ich sag nix“, erklärte er.

Schon im Mai und November 2013 verübte der gelernte Maurer zwei Einbrüche. Die dort sichergestellten DNA-Spuren konnten aber erst zwei Jahre später abgeglichen werden, denn die DNA des Angeklagten war erst dann auf Grund eines anderen Deliktes in der Datenbank. Auch bei einem weiteren Einbruch im letzten Jahr konnte so ein Zusammenhang zu ihm hergestellt werden.

Deutlicher Schuhabdruck

Außerdem hinterließ der junge Mann am letzten Tatort, einem Reifenmarkt in Peißenberg, einen so deutlichen Schuhabdruck auf einem Blatt Papier, dass auch hier bei einem Vergleich mit den Schuhen des Angeklagten eine unverwechselbare Zuordnung hergestellt werden konnte.

„So ein eindeutiges Schuhgutachten ist sehr selten“, erklärte Richterin Katrin Krempl. Im Profil der Schuhe wurden sogar noch Glassplitter gefunden, die der eingeschlagenen Scheibe am Tatort in Peißenberg zugeordnet werden konnten.

Bei dem dritten Einbruch erbeutete der Täter nur Münzgeld im Wert von rund 250 Euro, aber er richtete an verschiedenen Türen große Schäden an. Diese wurden auf circa 4000 Euro geschätzt. Zu diesem Einbruch sagte auch eine Zeugin aus. Sie hatte eine dunkel gekleidete, schlanke, große Person erkannt, die flüchtete. „Ich kann den Mann nicht eindeutig identifizieren. Aber von der Statur könnte es der Angeklagte sein“, sagte die junge Frau.

Eine eindeutige Identifizierung war für die Richterin und die Staatsanwaltschaft auch nicht das Ausschlaggebende. Die Spurenauswertung an den anderen Tatorten, einem Wohnwagen und dem gegenüberliegenden Reifenmarkt, wiesen auch auf den Angeklagten. Bei dem Einbruch in das Wohnmobil machte er kaum Beute, hinterließ aber ein Tetrapack. Dort konnte DNA entnommen werden. Weit mehr Schaden richtete der Täter bei seinem Einbruch wenige Monate später in dem Weilheimer Reifenmarkt an. Sein Diebesgut war über 3000 Euro wert, der Schaden belief sich auf rund 350 Euro. Er hinterließ einige Blutspuren, die später ausgewertet werden konnten. Die Staatsanwaltschaft und die Richterin sahen den Täter durch die Spuren überführt.

Drei Jahre zur Bewährung, 1500 Euro an "Brücke Oberland"

Der junge Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Für zwei Jahre stellte ihm die Richterin einen Bewährungshelfer zur Seite, „der Sie unterstützen soll“, wie sie sagte. Als Bewährungsauflage muss er noch 1500 Euro, zahlbar in Monatsraten von je 100 Euro, an die „Brücke Oberland“ zahlen.

von Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © dpa

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