+
Rund 80 Besuchern stellte Ralf Gebauer (am Mikro) im „Oberbräu“ die Idee einer Unterfahrung vor. 

FDP-Vorschlag für eine Ortsumgehung der B 2

Eine Unterfahrung als Umfahrung

Weilheim - Für die FDP ist klar: Die Diskussion um Ost- oder Westtrasse könnte den Bau einer Umfahrung für Weilheim gefährden. Sie schlägt als dritten Weg einen Tunnel unter der B 2 in Deckelbauweise vor – als den „wohl kleinsten gemeinsamen Nenner“.

Für die FDP ist klar: Die Diskussion um Ost- oder Westtrasse könnte den Bau einer Umfahrung für Weilheim gefährden. Sie schlägt als dritten Weg einen Tunnel unter der B 2 in Deckelbauweise vor – als den „wohl kleinsten gemeinsamen Nenner“.

Weilheim – Seit eine Umfahrung für Weilheim als „vordringlicher Bedarf“ im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 Aufnahme gefunden hat, kochen die Emotionen in der Stadt wieder hoch. Das Thema „Umfahrung“ brennt den Weilheimern auf den Nägeln, das zeigte sich auch bei einer Informationsveranstaltung der FDP im „Oberbräu“, zu der rund 80 Besucher gekommen waren. Sie stand unter dem Motto „Unterfahrung der B 2 – eine Prüfungsvariante im Bundesverkehrswegeplan: bauliche Möglichkeit und Auswirkungen auf die Stadtentwicklung“.

Als „Umstand, über den wir alle uns sehr glücklich schätzen dürfen“, bezeichnete die FDP-Ortsvorsitzende Saika Merx die Tatsache, dass die Umfahrung in den BVWP-Entwurf aufgenommen worden sei. Als Vorzugsvariante sei darin die Osttrasse genannt, die von der Stadt gemeldet worden sei und von der B2 am nördlichen Stadtrand parallel zum Narbonner Ring durch den Hardt und dann mit einem Tunnel durch das Gögerl führt. Dies bedeute aber nicht, so Merx, „dass andere mögliche Trassenführungen nicht ebenso vom Verkehrsministerium überprüft würden“. Das Staatliche Bauamt habe ihr mitgeteilt, „dass alle Straßenverläufe geprüft werden, die sich im Kostenrahmen halten“, den der BVWP vorgebe. Es stehe nun die Überlegung an, welcher Trassenverlauf einerseits bezahlbar sei, aber andererseits – „besonders unter Umweltgesichtspunkten“ – nachhaltig sei.

Und hier kommt die Unterfahrung der B 2 ins Spiel. Wie der Diplom-Ingenieur Ralf Gebauer in seinem Vortrag sagte, habe im Jahr 2003 bei einem Vergleich von acht möglichen Trassen durch das Ingenieurbüros Seib ein Tunnel unter der B 2 in punkto „Umweltverträglichkeit“ am besten abgeschnitten. In Sachen „Kosten“ habe er aber den Rahmen gesprengt, weil damals von einem „bergmännischen Tunnel“ ausgegangen worden sei. Heute jedoch, so Gebauer, wisse man, dass Unterfahrungen sehr viel kostengünstiger in Deckelbauweise hergestellt werden können. Das gelte auch bei enger Bebauung samt vielen Versorgungsleitungen wie das Beispiel „Luise-Kieselbach-Platz“ in München zeige. Laut Gebauer bewegen sich die Kosten für eine Unterfahrung in dem vom BVWP vorgegeben Rahmen. Der geht von 35 Millionen Euro aus.

An Gebauers Ausführungen schloss sich laut Mitteilung der FDP eine lebhafte Diskussion an. Bei einer Osttrasse würden, so die Befürchtungen aus Reihen der Besucher, diverse Schutzgebiete am und ums Gögerl sowie das Naherholungsgebiet zerstört. Von den Grünen-Stadträten Alfred Honisch und Dr. Eckart Stüber wurde Kritik an der ihrer Ansicht nach unzureichenden Umweltverträglichkeit einer Ostumfahrung laut.

Stefan Emeis von der Agenda 21 befürchtete eine Beeinträchtigung der Frischluftzufuhr nach Weilheim, da die B 2 zum Gögerl hin auf einem hohen Damm geführt werden müsse. Im Übrigen, so Emeis, sollte auch über Verkehrsvermeidung nachgedacht werden.

Merx bat im Verlauf der Debatte darum, nicht einseitig die Ostvariante abzulehnen, ohne eine alternative Verkehrsführung zu befürworten: „Es muss unser Ziel sein, Einigkeit bezüglich eines Trassenverlaufs herzustellen, der realisierbar ist und die geringstmöglichen Folgen für die Umwelt nach sich zieht“.

Kein „2. Starnberg“ oder „Stuttgart 21“

Die FDP-Ortsvorsitzende warnte davor, dass eine nur ablehnende Haltung einerseits Weilheim ein „2. Starnberg“ bescheren könnte, die Verhinderung der Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt jedoch zu einem „2. Stuttgart 21“ führen könnte. Insgesamt sei der Tunnel der „wohl kleinste gemeinsame Nenner, auf den man sich in Weilheim verständigen könne und der eine Diskussion um West- oder Osttrasse, welche die Realisierung der Verkehrsentlastung gefährden könnte, verzichtbar mache.  

Besprechung

Bei einem Stammtisch wird die FDP am morgigen Mittwoch, 4. Mai, ab 20 Uhr im Gemeindehaus in Marnbach über das weitere Vorgehen in Sachen „Unterfahrung“ sprechen.

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

A95: Auto kracht in Leitplanke - Polizei sucht Zeugen

Penzberg/Icking - Die Verkehrspolizei sucht Zeugen für einen Unfall auf der A95. Eine Penzbergerin war mit ihrem Auto in die Mittelleitplanke geschleudert.
A95: Auto kracht in Leitplanke - Polizei sucht Zeugen

Was tun mit historischem Haus?

Weilheim - Abreißen oder sanieren? Diese Frage stellt sich bei dem fast 700 Jahre alten Haus "Töllern 3" in Weilheim, in dem sich das Obdachlosenasyl befindet.
Was tun mit historischem Haus?

„Hier ist alles besser organisiert“

Weilheim - Das  Weilheimer Krankenhaus und die Uni in Tiflis (Georgien) kooperieren. Zwei  Studentinnen lernen und arbeiten in der Chirurgie.
„Hier ist alles besser organisiert“

„Kunst ist eine Rettung“

Weilheim - Vor seiner Lesung in Weilheim beantwortete Marcus H. Rosenmüller unseren Fragebogen. Der bekannte Regisseur (43) über den Luxus des Gedichte-Schreibens und …
„Kunst ist eine Rettung“

Kommentare