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Starkes Team: das Kammerorchester um Dirigent Vasja Legisa mit Bläser-Unterstützung und Pianistin Annegret Kuttner. 

Weilheimer Kammerorchester

Temperamentvoll in den Frühling

Weilheim - Weilheims Kammerorchester wurde mit langem Applaus für einen Konzert-Abend auf hohem Niveau gefeiert. Ein gelungener Start in den Frühling.

Der Frühling wäre nicht komplett ohne das dazugehörige Konzert des Weilheimer Kammerorchesters. Mit einem Mozart-Programm und einem Klavier-Gaststar becircte das Ensemble am Samstagabend das Publikum in der gut gefüllten Stadthalle.

An den Anfang stellte das Orchester ein Frühwerk von Franz Schubert – das indes so gar nicht nach Schubert klang, und immerhin klärte das Programmheft auf, dass die Ouvertüre c-Moll D 8 wohl noch unter Anleitung von Schuberts Musiklehrer Antonio Salieri entstand. Zum „Warmspielen“ bot das Stück einfache Aspekte durch seine repetitive Struktur, es erheischte aber auch Konzentration durch den weithin zögernden Gestus. Die gedehnt-klagende Klanggestalt gelang den Streichern sehr respektabel. In den hochfahrenden, wie von zuckendem Wetterleuchten getriebenen Presti kam sogar deutliche Spannung auf – mehr kann man von diesem Jugendwerk, das trotz des bombastischen Untertons seltsam abrupt endet, eigentlich gar nicht wollen.

Dann der Umschwung zu Mozart, begleitet vom Hinzutreten der neunköpfigen Bläsergruppe und vom Auftritt der in Leipzig lehrenden Pianistin Annegret Kuttner. Die Vereinigung von Orchester, Bläsern und Pianistin wirkte gleichsam als eine gegenseitige Befruchtung. Auch Gaststar Annegret Kuttner gab sich als Teamplayerin und integrierte sich schon optisch ins dominierende Schwarz. Mit viel Sinn für leichten Anschlag und für zarte Abstufungen erschien hier der Programmtitel „Frühjahrskonzert“ sehr berechtigt. Auch Orchester und Bläser musizierten agil und inspiriert, und somit konnte dank des freudigen Zugriffs die Durchführung des Konzerts Nr. 18 B-Dur KV 456 komplett überzeugen. Die Zugabe – Rachmaninows Prélude op. 32 Nr. 12 als Solo am Pianoforte – zeigte Kuttner im dicht schimmernden Klanggewölk virtuos und poetisch.

Mit der sehr bekannten Mozart-Symphonie op. 40 führte Dirigent Vasja Legisa erneut in ein Moll-Werk hinein. Nach einem zwei Takte lang noch etwas suchenden Beginn riss sich das Kammerorchester aus seiner Befangenheit und gestaltete die temperamentvollen Zuspitzungen mit blitzfrischem Nachdruck. Im mählichen Tempo des Andante-Satzes gelangten die feinen Einwürfe von Oboen und Klarinetten besonders gut zur Geltung. Temperamentvoll und unter anfeuernden Rufen der Bläser gelang der rasche Schlusssatz mit einem vollauf geschwinden Tempo.

Das Kammerorchester hatte sich getraut, auf einen sehr „molligen“ Frühlingsbeginn zu setzen – und hat damit dennoch sehr viele Blüten erspielt. Langer, verdienter Applaus für einen Konzert-Abend auf hohem Niveau.

Andreas Bretting

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