+
Rund 120 Besucher waren in die Mehrzweckhalle gekommen, um von Helmut Dinter (rechts) zu erfahren, wie es um die Gemeinde bestellt ist. 

Wessobrunner Bürgerversammlung

Viel Lob, aber auch kritische Worte

Wessobrunn - Reges Interesse gab es an der Wessobrunner Bürgerversammlung. Strittige  Themen fehlten jedoch. 

Kontroverse Themen und hitzige Diskussionen gehören in Wessobrunn schon seit einiger Zeit der Vergangenheit an. Dennoch bleibt das Interesse an der Bürgerversammlung groß. Rund 120 Besucher kamen in die Mehrzweckhalle, um dem Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters zu lauschen – und Fragen zu stellen.

Bevor dazu Gelegenheit bestand, stellte Rathauschef Helmut Dinter zunächst einmal die Gemeinde in aktuellen Zahlen vor. „Angesichts des Einbruchs der Gewerbesteuer, des Rechtsstreits mit dem Ingenieurbüro und der steigenden Kreisumlage, die zusammen fast 700 000 Euro ausmachten, wussten wir nicht so recht, wo wir das Geld hernehmen sollten“, sagte Dinter zur finanziellen Lage der Gemeinde, die es dann aber doch schaffte, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Dazu musste Wessobrunn erstmals in Dinters Amtszeit neue Schulden aufnehmen. Letzteres war aber hauptsächlich dem Kauf von Grundstücken geschuldet. „Wir haben Bauland für 717 000 Euro eingekauft, um uns zukunftsfähig zu machen“, erklärte Dinter, der zwischendurch immer wieder kritische Worte einstreute. Einmal in Richtung Landkreis wegen des aus Dinters Sicht überteuerten Berufsschulneubaus. Aber auch die Bürger bekamen Kritik zu hören. „Manche halten die Gemeinde für ihren Feind“, sagte Dinter angesichts der Schwierigkeiten bei der kleinen Flurbereinigung oder dem geplanten Nahwärmenetz in Forst – beides kam nicht zustande.

Es gab aber auch lobende Worte – beispielsweise für die rund 130 aktiven Feuerwehrleute in den drei Wehren der Ortsteile, die bei den Starkregenfällen in Mai und Juni unzählige Einsätze absolvierten. Auch mit der Kinderbetreuung in den Kindergärten und in der Schule zeigte er sich sehr zufrieden. „Es kostet zwar sehr viel Geld, aber das geben wir gerne aus.“

Das Geld lieber behalten hätte er beim Rechtsstreit mit dem Ingenieurbüro „Steinbacher“, das für Verträge aus der Kanalbauzeit 340 000 Euro forderte. Vor Gericht einigte man sich schließlich auf einen Vergleich, für den die Gemeinde 123 600 Euro berappen musste. Für diverse Infrastrukturprojekte wie Wasserleitungsbau, eine neue Schlittbachbrücke sowie die Sanierung von Straßen und Wegen gab Wessobrunn rund 300 000 Euro aus. Deutlich teurer wird der Breitbandausbau kommen, der neben dem Umzug der Verwaltung im sanierten Rathaus sowie der Baulandausweisung im nächsten Jahr auf dem Programm steht. Bei ersten Berechnungen eines Planungsbüros ergaben sich für die beste Variante des Internetausbaus Kosten von rund 4,6 Millionen Euro, wovon die Kommune nach Abzug der Fördergelder noch knapp 1,4 Millionen Euro selbst stemmen müsste. „Aufgrund der großen Gemeindefläche entsteht so eine Summe“, sagte Dinter. Einen Schnellschuss wird es deshalb nicht geben. „Wir müssen noch viele Gespräche führen“, sagte Dinter mit Blick auf die Finanzierung, die Vorgehensweise und Projektdetails. „Wobei ich mir sicher bin, dass wir nicht bei den 4,6 Millionen rauskommen“, stellte er klar.

Ums Geld drehten sich zum Abschluss auch ein paar Fragen. Mit dem Baulandverkauf mache die Gemeinde keinen Gewinn und der Steg zum Rathaus kostete rund 32 000 Euro, sagte Dinter auf Nachfrage. Außerdem versprach er, sich der schlechten Beleuchtung des Pfarrhofs am Römerturm anzunehmen.

Roland Halmel

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch</center>

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch
<center>Fächer "Goldstück"</center>

Fächer "Goldstück"

Fächer "Goldstück"
<center>Münchner Häuberl Pralinen</center>

Münchner Häuberl Pralinen

Münchner Häuberl Pralinen
<center>Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016</center>

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016

Kommentare