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Im Römerturm hält Dr. Hans Rohmann (rechts) vor interessierten Besuchern einen Vortrag. 

Besichtigung des Römerturms in Wessobrunn

Wenn die Glocken hell erklingen

Wessobrunn - Der Römerturm war  am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen. Die Führung übernahmen Hans Rohmann  und Martina Gebhardt.

Groß war das Interesse am Sonntag bei den Besuchern, den Wessobrunner Glockenturm zu erklimmen. Die Führung teilten sich Hans Rohmann vom Wessofontanum und Martina Gebhardt, die das Kloster Wessobrunn 2014 erwarb. Der Römerturm in Wessobrunn war eine der Sehenswürdigkeiten, die am Tag des offenen Denkmals ihre Pforten öffneten.

Gleich zu Beginn konnte man im Erdgeschoss des Turmes eine Sammlung von behauenen Steinen aus der Zeit um 1810 bewundern, die aus der romanischen Klosterkirche stammen. „Damit die schweren Blöcke beim Bau des Turmes hochgezogen werden konnten, wurden Holzkräne gebaut und die einzelnen Teile mit Zangen hochgezogen“, erklärte Gebhardt den Besuchern angesichts der gewaltigen Wände.

Anschließend ging es die Stufen hinauf, vorbei an dem modernisierten Uhrwerk, zu den vier Glocken. „Der massive Turm aus Tuffstein, der aus Paterzell stammt, diente einst als Verteidigungsanlage und Rückzugsort bei Gefahren“, so Gebhardt. Ursprünglich war er nur über eine Leiter zugänglich. Doch auch die hohen Stufen machten ganz schön zu schaffen, Platzangst durfte man ebenfalls nicht haben, denn die Gänge waren so eng, dass die Personen im Gänsemarsch hintereinandergehen mussten.

Oben angekommen, wurden alle für die Mühen des Aufstiegs mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Und wenn man das Glück hatte, dass die vier Glocken schlugen, war das etwas Besonderes, auch wenn man sich ob des gewaltigen Klanges die Ohren zuhalten musste. Das alte Uhrwerk der Glocken mit den Gewichten, die teils drei Zentner wiegen, stammt aus dem Jahr 1929 und wurde lange Zeit von den Klosterschwestern mit der Handkurbel aufgezogen. Heute ist es überholt und schlägt mechanisch. Die erste Glocke in  Römerturm wurde 1455 gegossen, im Jahr 1590 waren es bereits vier Glocken.

„Sehr informativ war die Führung mit Hans Rohrmoser für Stefan und Jana Herbert aus Haid bei Wessobrunn. Mit ihren Kindern Maximilan (6) und Valentina (4) und Oma Ingeborg Herbert erklommen sie den Glockenturm. „Wir waren schon auf der Hälfte nach unten, als die Glocken anschlugen, ansonsten wäre es uns und den Kindern sicherlich zu laut geworden“, sagte Jana Herbert. Für Ingeborg Herbert, die jahrelang Mesnerin war, waren die Glocken besonders interessant. „Ich wollte wissen, wie sie läuten und wie sie technisch aufgebaut sind“, meinte sie.

Die beiden Führer hatten den ganzen Sonntag über viel zu tun, immer wieder kamen Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer in den Klosterhof, um den Turm zu besichtigen. Jeder Besucher konnte sich zum Schluss einen Grundriss des „Grauen Herzog“, so der Glockenturm, nach Aufmessungen von Karl Popp aus dem Jahr 1871, zur Erinnerung mitnehmen.  

Inge Beutler

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