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Beliebtes Ausflugsziel: der Hohe Peißenberg.

„Wie ein kleiner Nürburgring“

Hohenpeißenberg - Seit vergangenem Jahr sind schon 10 Rehe an der Straße am Hohen Peißenberg gestorben. Ein Anwohner warnt, dass auch Menschen in Gefahr sind.

Rudolf Hochenauer schwant Böses. „Bis dato ist noch nichts passiert“, sagt der Hohenpeißenberger. „Aber das wird kommen.“ Hochenauer wohnt an der Bergstraße, die rauf auf den Hohen Peißenberg führt, von unten kommend direkt an der ersten Kurve. Und was er dort regelmäßig erlebt, bereitet ihm Sorgen. Die Straße sei für manche Auto- und Motorradfahrer „wie ein kleiner Nürburgring. Manche fahren mit mehr als 100 km/h hier rauf“. Dass bisher kein Mensch zu Schaden kam, ist laut Hochenauer „Glück“. Er fordert, dass Verkehrsschilder aufgestellt werden, die auf die Gefahren hinweisen – und er will eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Deshalb hat er sich ans Landratsamt gewandt. Denn das ist für die Kreisstraße zuständig.

Ein Tempolimit ist keine neue Idee. Bis März 2012 durften Kraftfahrer nur mit 60 Kilometern pro Stunde auf den Berg fahren. Dann aber kamen die Schilder weg, seitdem gilt die Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Das Bayerische Staatsministerium des Inneren hatte damals angeregt, die Notwendigkeit von Begrenzungen im ganzen Land zu überprüfen. Diese sind „nur mehr zulässig, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine versteckte Gefahrenlage besteht“, erklärt Josef Guggemos, zuständiger Mitarbeiter am Landratsamt, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Das wurde damals für den Hohen Peißenberg nicht festgestellt. Stattdessen wird an die Vernunft der Fahrer appelliert. „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird“, sagt Guggemos. „Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.“

Das aber gelingt anscheinend vielen in Hohenpeißenberg nicht, wie Hochenauer bemängelt. Auch Bürgermeister Thomas Dorsch sieht das Problem – und hat einige Raser auf der Strecke schon miterlebt. „Wobei nicht nur Auswärtige den Berg schnell rauffahren“, betont er.

Das Rasen hat im vergangenen Jahr zehn Rehe das Leben gekostet, heuer waren es bereits zwei, hat Hochenauer gezählt. Er macht sich auch Sorgen um die Menschen, die am Berg wohnen. Seine Nachbarn beispielsweise „gehen zu Fuß in den Ort zum Einkaufen, da bei uns ja kein Bürgersteig vorhanden ist, sind sie gezwungen, am äußeren Straßenrand zu marschieren“. An der S-Kurve, an der er wohnt, kreuzen zudem Fußgänger die Fahrbahn. „Da muss man aufpassen, dass man nicht rasiert wird.“ Schwierigkeiten habe auch ein weiterer Nachbar, der mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen an einer Kurve aus einer Einfahrt herausfahren muss. „Bei Fahrten mit Anhänger geht der Einbiegeradius des Traktors zwangsweise in die Gegenfahrbahn mit rein.“ Hier bringen sich auch viele Radfahrer, die laut Hochenauer bergab schon mal 70 Kilometer pro Stunde drauf haben, in große Gefahr.

Als Lösung hofft er auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber auch Schilder, die auf Wildwechsel und Hofeinfahrten hinweisen, seien sinnvoll. „Ich bin nicht der Einzige, der das so sieht, ich nehme es nur in die Hand“, sagt der Hohenpeißenberger, der auch im Gemeinderat sitzt.

Einen kleinen Erfolg hat er bereits erreicht. „Das Thema werden wir in unsere nächste Verkehrsschau einbeziehen“, kündigt Guggemos an. An der nehmen Polizei, Staatliches Bauamt Weilheim und das Landratsamt teil. Einen Termin gibt’s noch nicht.

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