Wiese am Hirschberg

Gemeinde und Naturschutz weiter uneins

Pähl – Die Wiese am Hirschberg ist ein Streitpunkt zwischen Naturschützern und der  Gemeinde Pähl. Der Bund Naturschutz (BN) befürchtet ihre Verbuschung, Bürgermeister Werner Grünbauer sieht jedoch „keinen Handlungsbedarf“.

Noch gedeihen so schöne und seltene Blumen wie Enzian und Küchenschelle auf der Magerwiese am Hirschberg über Pähl. Doch sind ihre Tage gezählt, wie Mitglieder des Bund Naturschutzes fürchten. „2014 wurde hier das letzte Mal gemäht, in vier Jahren spätestens stehen die Büsche hier mannshoch“, sagte der BN-Kreisvorsitzende Dr. Helmut Hermann beim Pressetermin auf der Wiese. „Das geht rasend schnell, Eile ist angesagt.“

Der BN hat die Wiese bis 2014 gepflegt und regelmäßig gemäht. Im vergangenen Jahr kam es als Folge der Meinungsverschiedenheiten zwischen BN und Gemeinde zum Bruch: Der Gemeinderat beschloss, die ökologisch wertvolle Magerwiese nicht mehr vom BN mähen zu lassen (wir berichteten). Die Blumen, die auf der Wiese gedeihen, brauchen die regelmäßige Mahd aber, weil sonst die Verbuschung drohe und die seltenen Pflanzen verdrängt würden, so Hermann. Der Streit um den Radweg an der Birkenallee und die Abholzung in der Pähler Schlucht, wegen der der BN Strafanzeige gestellt hat, haben das Verhältnis zwischen Gemeinde und BN so getrübt, dass der Gemeinderat beschloss, die Zusammenarbeit mit dem BN auch für die Wiesenmahd einzustellen.

Bürgermeister Werner Grünbauer hält das nach wie vor für die richtige Entscheidung. „Es gibt keinen Handlungsbedarf“, sagt er auf Nachfrage. Bezüglich der Mahd müsse nichts unternommen werden. Die Gemeinde arbeite am Hirschberg nun im Rahmen des Ammerprojektes „Alpenfluss- Landschaften“ mit dem „World Widelife Fund“ (WWF) zusammen. Die Zusammenarbeit mit der internationalen Umweltschutzorganisation funktioniere sehr gut. „Wir haben einen super Draht“, sagt der Pähler Bürgermeister.

Es sei vorgesehen, dort Wanderwege zu bauen, so Grünbauer, um das Gelände für Bürger zugänglich zu machen – also das Gegenteil dessen, was der BN getan habe. Hermann hatte ein „Bitte-nicht-betreten“-Schild aufgehängt und den Trampelpfad, der steil den Berg hinaufführt, damit versperrt. Doch Grünbauer habe das Schild wegreißen lassen. Er habe die Wiese aber nicht sperren, wie ihm vom Bürgermeister vorgeworfen wird, sondern vielmehr schützen wollen. „Es war mir wichtig, dass nicht alles zertrampelt wird“, so der Kreisvorsitzende: „Wir haben das Problem, dass sich schon Erosionserscheinungen zeigen.“ Diese würden sich schnell zu tiefen Rinnen auswachsen, wenn die Wiese weiter abseits der offiziellen Wege begangen würde.

Kathrin Hauser

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