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Rund 80 Besucher, die meisten davon im mittleren oder fortgeschrittenen Alter – begrüßte Bürgermeister Josef Steigenberger beim Frühschoppen vor dem Rathaus.

„Zukunftsbild 2030“

Bernried soll ein Dorf bleiben

Bernried - Bei  einem Frühschoppen vor dem Rathaus wurden die Ergebnisse der Bürgerbefragung für das „Zukunftsbild 2030“ vorgestellt: Bernried soll ein Dorf bleiben.

Wenn die Bernrieder an ihrem „Zukunftsbild 2030“ basteln, dann sind immer auch Weißwürste und Senf im Spiel. Wie schon bei der Auftaktveranstaltung vor einem Jahr herrschte am Sonntag vor dem Rathaus Biergartenatmosphäre. Der einzige Unterschied: 2015 sollten die Bernrieder laut Motto „ihren Senf dazugeben“ – sprich: Sie sollten kundtun, wie sie sich die Ortsentwicklung vorstellen, und sie sollten an einer breit angelegten Bürgerbefragung teilnehmen. Deren Ergebnisse sind inzwischen ausgewertet – und so erfuhren die rund 80 Besucher am Sonntag, „wo der Senf gelandet ist“.

Federführend für die Befragung war das „Sozialwissenschaftliche Institut für regionale Entwicklung“ (SIREG) aus Rothenburg. 457 Fragebögen wurden ausgefüllt, was einer Rücklaufquote von rund 30 Prozent entspricht. Berücksichtigt man, dass viele Familien nur ein Formular abgegeben haben, lag die Beteiligung sogar bei rund 50 Prozent. Für SIREG-Leiter Dr. Klaus Zeitler ein deutliches Indiz dafür, dass die Bernrieder die Ortspolitik mitgestalten wollen: „Man möchte nicht alles dem Gemeinderat und dem Bürgermeister überlassen und sagen: „Macht mal‘.“

Nach den Ergebnissen der Bürgerbefragung möchten die Bernrieder, dass die Gemeinde ihre dörflichen sowie traditionellen und naturorientierten Strukturen erhält. Bernried soll auch im Jahr 2030 nicht nur ein „Wohndorf“, sondern ein Kommunikationsort mit sozialem Miteinander sein. Was den Bürgern vor allem auf den Nägeln brennt, ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dabei spielt der wachsende Siedlungsdruck aus München eine immer größere Rolle: „Bernried ist eine Zuzugsgemeinde“, stellte Zeitler fest.

Bürgermeister Josef Steigenberger sprach im selben Zusammenhang von der „Balance zwischen Gewerbe- und Wohnansiedlungen“: „Da müssen wir nach Lösungen suchen.“ Das Problem: Rund 80 Prozent der Gemeindefläche liegen im Landschaftsschutzgebiet, viel Gestaltungsspielraum bleibt da nicht: „Wir wollen ja nicht unsere ganze Natur opfern“, so der Rathauschef. Fester Wille der Kommunalpolitik ist es, die Bürger bei der künftigen baulichen Entwicklung mitreden zu lassen – und zwar frühzeitig und nicht erst in formalen Beteiligungsverfahren. Die Vernetzung der ortsplanerischen Aktivitäten soll in einem neu gegründeten Arbeitskreis vonstatten gehen. „Ich finde, das ist das Spannendste am Zukunftsbild“, erklärte Steigenberger.

Doch auch auf bestehende Arbeitsgruppen wie „AK Energie“ oder das „Soziale Netz“ soll aufgebaut werden. Themen gibt es genug. Bernried soll laut der Befragung energieautark sowie noch jugend- und seniorenfreundlicher werden. Auch soll die gut funktionierende ÖPNV-Anbindung und das Nahversorgungsangebot langfristig gesichert werden. Viel Arbeit für die fünf Arbeitskreise (unter anderem noch „Kultur“ und „Kommunikation“), in denen konkrete Projekte (wie Ausbau der Nachbarschaftshilfe) entwickelt werden sollen – doch Zeitler ist optimistisch: „Die Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung war in Bernried nie ein Problem.“

Bernhard Jepsen

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