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Viel zu berichten hatte Brigitte Mayer rund ums Binden von herbstlichen Kränzen. Da hieß es für die Besucher: Gut aufpassen für die Arbeit daheim.

Dorfherbst in Baiernrain

Ein erlebnisreicher Ausflug aufs Land

Baiernrain - Mehr als 3000 Besucher aus dem Landkreis und der Region waren am Sonntag dabei: beim Dorfherbst in Baiernrain. Sie bummelten  über den Argeter- und Lehrer-Vogel-Weg, genossen Schmankerl, ließen sich an den 55 Ständen Tipps geben und nahmen einige Anregungen mit.

Claudine Glen kam aus dem Staunen nicht heraus: „Weinstöcke in Baiernrain? Ist es dafür nicht zu kalt in Bayern?“, fragte sie am Stand des Krieger- und Veteranenvereins Otterfing-Baiernrain. 128 Rebstöcke haben die Mitglieder angepflanzt und präsentieren beim Dorfherbst das Ergebnis. Sie pressten frischen Traubensaft. „Schmeckt sehr lecker“, lobte Glen. Sie führte die Delegation aus der Dietramszeller Partnerstadt Baignes in Frankreich an. „Wir haben den Besuch unserer französischen Freunde extra auf das letzte Wochenende im September gelegt, damit sie die Möglichkeit haben, den Dorfherbst zu erleben. Sonst kennen sie ja schon alle wichtigen Feste in der Gemeinde“, erklärte Vereinsvorsitzende Sabine Palzey.

Brigitte Mayer zeigte, wie man einen herbstlichen Kranz mit Hortensien, der Fetten Henne und Efeublüten bindet. „Der hält bis Weihnachten“, verriet sie. Uschi Disl erklärte den Gästen aus Frankreich im Anschluss an die Trachtenmodenschau geduldig die Feinheiten und Besonderheiten der bayerischen Tracht. „Viele meinen, ein Dirndl und eine Lederhose seien schon Tracht, verwechseln das aber mit Landmode“, so Disl.

Viel gab es zum Naschen, so etwa Geräuchertes von Josef Eichner, beim Schusterhof Honig aus der eigenen Produktion und schmackhaften bayerischen Käse bei den Milchbäuerinnen. „Das ist eine gute Idee, bäuerliches Leben und damit gleich die heimischen Produkte zu präsentieren. Da sehen die Leute, was die Landwirte alles so machen“, meinte Glen. Genau genommen war der Tag zu kurz – zumindest für die Besucher, die alles sehen wollten. Besonders gefragt war Georg Willibald aus Lenggries. Er schnitzte aus dem Stamm einer Weimutskiefer einen lebensgroßen Kuhkopf: „Das Holz eignet sich besonders gut für Schnitzarbeiten, weil es nicht so viele Äste an dem Baum gibt.“ Zum ersten Mal präsentierte er seine Arbeiten beim Dorfherbst. Nicht mehr aus dem Ratschen kam Zimmerermeister Peter Hainz. Aus Eichenholz baute er Holzfässer und zeigte, wie aktuell die Arbeit eines Schäfflers noch ist. „Ich habe das vor mehr als 20 Jahren von einem Fassbauer der Augustinerbrauerei gelernt, neben meiner Ausbildung zum Zimmerer“, berichtete er. Eigentlich sollte es ein Hobby werden, doch inzwischen sei die Nachfrage nach Holzbottichen für Regenwasser oder Badezuber so groß, dass er mit seinen Mitarbeitern den ganzen Winter beschäftigt sei.

Ist ein Badezuber wirklich wasserdicht ?

„Im Sommer sammle ich die Aufträge. Da habe ich im Betrieb keine Zeit, da müssen Dächer gebaut werden. Da bin ich ganz der Zimmerer“, verriet Hainz – und beantwortet immer wieder die gleichen Fragen: „Ist das Gefäß wasserdicht?“ Wenn es ordentlich gemacht wird und noch ein paar Tricks angewendet sowie gemachte Erfahrungen berücksichtigt werden sei das kein Problem. Schließlich gab es früher nur Holzfässer und Badezuber aus Holz. „Da ist nichts weggeflossen“, versicherte Hainz.

Was sich mit Holz alles machen lässt, erfuhren auch die Kinder. In einem Baucontainer fanden sie Hackschnitzel und schon stürzten sie sich mit Schaufeln darauf, als ginge es darum, einen wertvollen Schatz zu heben.

Aus Speckstein Figuren schleifen, mit Kathja Berber am Stand von Sieglinde Pruy filzen oder einfach Kleintiere streicheln: Beim Dorfherbst in Baiernrain kam am Sonntag – mal wieder – jeder auf seine Kosten. Schöner und erlebnisreicher kann ein Ausflug aufs Land nicht sein.

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