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Fleißige Titelsammlerin: Barbara Häsch vor ihrem Trophäenschrank in Dietramszell.

Nach schwerer Krankheit geht es Barbara Häsch wieder gut

Dem Tod vom Schauferl gesprungen

Dietramszell - Barbara Häsch zählt seit vielen Jahren zu den besten Ausdauersportlerinnen im Landkreis. Nach einer schweren Krankheit geht es der 52-Jährigen auch wieder richtig gut.

Barbara Häsch, das verraten die kleinen Lachfältchen um ihre Augen, ist eine lebenslustige Frau. „Jetzt wieder“, erklärt sie bei einem Besuch in ihrem schönen Haus mit eingebautem Blick in die geliebten Berge. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da kämpfte sie um ihr Leben. Im Dezember 2014 zog sich Häsch eine schwere Lebensmittelvergiftung zu, in deren Folge ein Organ nach dem anderen versagte. „Ich wäre beinahe gestorben“, sagt sie. Ob sie damals Angst hatte? „Ja, manchmal habe ich schon gezweifelt, ob ich jemals wieder gesund werde.“

Zwei Wochen lag die 52-Jährige – angehängt an Schläuche und Kabel – im Tölzer Krankenhaus auf der Intensivstation, wurde rund um die Uhr überwacht. Dann war sie über den Berg. Nach vier Wochen durfte sie nach Hause. Ihr wurde eine Reha angeboten, aber sie lehnte ab, sie wollte nicht aus ihrer vertrauten Umgebung in Dietramszell weg. „Ich habe eine so tolle Familie. Mein Mann, meine drei Kinder, meine Schwiegermutter, meine Geschwister und viele Freunde – alle haben sich liebevoll um mich gekümmert.“ Unter anderem wurde sie bekocht, denn die sowieso schon schlanke Dietramszellerin war aufgrund der Krankheit „auf 45 Kilo abgemagert“. In ihrer Wohlfühloase erholte sich Häsch erstaunlich schnell. „Jetzt lebe ich wieder. Der liebe Gott hat mich wahrscheinlich noch nicht brauchen können, und darum bin ich noch da“, sagt sie. Lächelnd sitzt Häsch vor ihrem Trophäenschrank. Zahlreiche Medaillen, Pokale und Urkunden zeugen davon, wie erfolgreich die dreifache Mutter über die Jahre im Winter- und Sommersport war und welch vielseitige Athletin sie seit früher Kindheit ist.

Seit dem vergangenen Winter startet Häsch, die seit Jahrzehnten dem SC Moosham angehört, wieder bei überregionalen Rennen für das Team ihrer französischen Skifirma. Doch ihre Krankheit hat sie verändert. Die 52-Jährige absolviert „jetzt weniger Wettkämpfe und auch nur noch solche, auf die ich wirklich Lust habe. Wenn ich gewinne, ist das schön, aber für mich nicht mehr das Wichtigste.“ Früher war das anders. Immens großer Ehrgeiz trieb sie an bei Radrennen, bei Berg- und Waldläufen oder in ihrer Paradedisziplin, dem Skilanglauf. Keine Anreise war ihr damals zu weit, kein Wettbewerb zu viel. In ganz Europa war Häsch unterwegs.

Alle ihre nationalen und internationalen Erfolge und Titel aufzuzählen, würde den Rahmen dieser Zeilen sprengen. Ihr erster großer Titel war der Sieg beim König-Ludwig-Lauf in Oberammergau. Von diesem Zeitpunkt an sponserte sie Rossignol mit Skiern und sehr gutem Material. „Da habe ich einen großen Schritt nach vorne gemacht“, blickt Häsch zurück. Dann folgte das Jahr 2012 mit der Senioren-Weltmeisterschaft im Aostatal. In Italien holte Häsch ihr erstes WM-Gold. Geld gab es dafür nicht, aber darum ging es der 52-Jährigen auch nie. „Die beste Seniorensportlerin der Welt zu sein – und das noch mit Streckenbestzeit – , das war einfach der Wahnsinn“, schwärmt sie heute noch. Absoluter Höhepunkt in ihrer Karriere waren aber die Welttitelkämpfe in Oberwiesental. Von dort kehrte sie mit vier Goldmedaillen heim – drei in Einzelrennen, eine mit der Staffel.

Privat ist für Barbara Häsch die Familie das Wichtigste. Ihren späteren Mann Georg hatte die gebürtige Königsdorferin beim Tanzen kennengelernt. „Eine Tanzrunde – und ab ging es an die Bar, so war das damals“, erinnert sie sich. Am 7. September 1991 heirateten die ehemalige Finanzbeamtin und der Diet-ramszeller Unternehmer. Natürlich wollte das Paar auch Kinder – und „die kamen zack, zack“, so Häsch. „1992 der Schorschi, 1994 die Anna und 1996 der Florian.“ So lange die Kinder klein waren, legte sie eine sportliche Pause ein. „Das war nicht schlimm. Ich hatte mich ja bewusst für Kinder entschieden.“

Man merkt, dass Barbara Häsch mit sich im Reinen ist. „Trotz meiner schweren Krankheit hatte ich großes Glück im Leben“, sagt sie. „Ich habe einen verständnisvollen und lieben Mann und drei ganz tolle Kinder.“ Ihre Eltern, Georg und Susanne, seien gesund, mit ihren vier Geschwistern verstehe sie sich blendend. Und nicht zuletzt fühlt sie sich in ihrer sportlichen Heimat, dem SC Moosham, sehr wohl. „Was will ich noch mehr?“, sagt Barbara Häsch, und die winzigen Lachfältchen tanzen um ihre Augen.

pen

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