Schulsanierung viel teurer als angenommen

Dietramszell – Der Gemeinderat billigt zähneknirschend die Mehrkosten in Höhe von mehr als einer Million Euro. Die Schulsanierung wird damit viel teurer als gedacht.

Rund vier Millionen Euro sollte die Sanierung der Grund- und Mittelschule kosten. Nach vier Jahren Bauzeit stellte sich jetzt heraus: Es kommen noch 1,1 Millionen dazu. Grund für die Mehrkosten sind vor allem Brandschutzmängel. Ein Argument, das bei den Gemeinderäten auf Unverständnis stieß. Erst vor zehn Jahren sind für rund 800 000 Euro umfangreiche Brandschutzarbeiten durchgeführt worden.

„Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass da alles passt“, sagte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Aber: Bei der Toilettensanierung traten vor einigen Monaten eklatante Mängel zu Tage. Größter Posten sei die marode Elektroinstallation. Deren Erneuerung schlage schon mit 652 000 Euro zu Buche. „Das hätte alles damals schon gemacht werden müssen“, betonte die Bürgermeisterin. Nicht nachvollziehbar war es für die Räte, dass es über die 2006 durchgeführten Maßnahmen kein Endabnahmeprotokoll und keine Dokumentation bei den zuständigen Behörden gebe.

Bis zum Sommer war bei der Schulrenovierung alles nach Konzept gelaufen: In den ersten vier Bauabschnitten seit 2013 lagen die tatsächlich abgerechneten Beträge sogar geringfügig unter den eingeplanten 1,8 Millionen. 2016 musste die Kommune die Planung aber wegen des hohen Umfangs vorschriftsgemäß nach einer Ausschreibung neu vergeben. Zum Zug kam die Münchner Coplan AG. Die schätzt die Kosten für die noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen inklusive des Brandschutzes jetzt auf knapp 3,5 Millionen brutto. Nach der bisherigen Planung war der Gemeinderat von 2,4 Millionen ausgegangen.

Planer Jens Weise erläuterte den Räten am Dienstag, was bis 2018 noch gemacht werden soll: Neben der „dringend notwendigen“ Elektroinstallation werden beispielsweise der Schwingboden in der Turnhalle komplett ausgetauscht, diverse Außenwände gedämmt, Dächer erneuert, Fußböden neu verlegt und Akustikdecken in den Fluren eingezogen. Durch den Einbau eines Aufzugs komme man der Forderung nach größerer Barrierefreiheit nach. Am Verwaltungsgebäude soll eine Außenwand versetzt werden, was die vorhandenen Räume um insgesamt 28 Quadratmeter vergrößert.

Eine zusätzliche Erweiterung ist an der Bücherei geplant: Hier würden durch einen Vorbau noch einmal 105 Quadratmeter Innenraum dazukommen. Dieser könnte für eine zweite Hortgruppe genutzt werden, erläuterte Gröbmaier. Und: „Irgendwann geht auch in Dietramszell der Weg in Richtung der offenen Ganztagsschule.“ Rektorin Marianne Leubner, die die Sitzung verfolgte, war jedoch „nicht glücklich, dass dafür der überdachte Pausenbereich wegfällt“. Die Kosten für die Erweiterung belaufen sich laut Bürgermeisterin auf etwa 90 000 Euro. Wie viel davon die Gemeinde tragen muss, ist noch offen. Die bisher geplante energetische Sanierung des Schulgebäudes wird von der Regierung von Oberbayern gefördert. Die Frage, ob der Anbau förderfähig sei, konnte Weise nicht beantworten.

Beruhigen ließen sich dagegen einige Räte, die hinsichtlich der Bausubstanz der 50 bis über 200 Jahre alten Räume Bedenken hatten: „Uns ist nichts aufgefallen, wo die Substanz angegriffen wäre“, berichtete der Planer.

cw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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