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"Digitale Einkaufsstadt": Wolfratshausen will Modell-Kommune werden

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Von: Frederik Lang

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Ab in den virtuellen Einkaufswagen: Wolfratshausen will stationären und virtuellen Handel enger verknüpfen. Foto: pm
Ab in den virtuellen Einkaufswagen: Wolfratshausen will stationären und virtuellen Handel enger verknüpfen. © pm

Wolfratshausen - Die Stadt Wolfratshausen will Modellkommune digitale Einkaufsstadt Bayern werden. Der Bauausschuss hat die Bewerbungeinstimmig abgesegnet.

Für das Modellprojekt „Digitale Einkaufsstadt Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie wählt eine Expertengruppe drei Städte aus und versucht, diese an die optimale Nutzung digitaler Innovationen heranzuführen. Im Fokus des zweijährigen Projekts stehen Städte mit 10 000 bis 50 000 Einwohnern, die über eine aktive Händlergemeinschaft und bestehende öffentlich-private Kooperationsstrukturen verfügen. „Wir brauchen stationären Handel und E-Commerce aus einem Guss“, sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zum Start des Projekts im September. „Jedes bayerische Unternehmen braucht eine digitale Strategie, auch der Einzelhandel. Digitale Innovationen wie der E-Commerce stellen eine gewaltige Herausforderung dar. Wir fördern innovative Strategien um den Einzelhandel fit für die digitale Zukunft zu machen.“ Das Projekt wird von einer Arbeitsgemeinschaft bestehend aus der CIMA Beratung + Management GmbH, der BBE Handelsberatung GmbH und der elaboratum GmbH durchgeführt.

Das Wolfratshauser Gremium, vor allem die darin sitzenden Geschäftsleute, zeigte sich der Bewerbung gegenüber offen. „Vielleicht muss ja der eine oder andere seinen Laden nicht schließen“, sagte etwa Fritz Schnaller, der einen Antiquitätenladen betreibt. „Wenn wir den Internethandel außen vor lassen, haben wir auf Dauer keine Chance.“ Auch Peter Ley, Inhaber des Feinkostgeschäfts „Genussvoll“. betonte die Bedeutung des Internetgeschäfts. Für den Werbekreis gebe es bereits eine entsprechende Plattform. Er selbst baue gerade den Online-Handel für sein Angebot auf, weil er immer wieder entsprechende Anfragen bekomme.

Lediglich Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt bezweifelte, dass der immer mehr um sich greifende Leerstand im Bereich Sauerlacher Straße, Bahnhofstraße und Marktstraße durch eine digitale Offensive bekämpft werden kann. „Dass man dadurch Leerstände beheben kann, kann ich mir auch nicht vorstellen“, entgegnete Bürgermeister Klaus Heilinglechner. „Wir hoffen aber, dass wir damit unsere Geschäfte vor Ort unterstützen können.“

Die Kosten für das Projekt, 42 000 Euro für zwei Jahre, würden im Erfolgsfall unter anderem durch den Innenstadtfonds sowie von den Unternehmen getragen.

von Frederik Lang

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