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Alles übers Eurasburger Bier: Autor Siegfried Rübensaal (Mitte), Herausgeber Karl-Heinz Eigner (re.) und Bürgermeister Moritz Sappl. 

Die Gemeinde hat das Projekt begleitet und finanziell unterstützt

Bibel der Bierfreunde

Eurasburg - Am Samstag erscheint ein 900-seitiges Werk über Eurasburg und seinen Bezug zum Gerstensaft.

Kennen Sie noch den „Happerger Ausflugskeller“? Wer die Frage verneint, ist kein Dummkopf, sondern vermutlich in guter Gesellschaft. Denn wohl nur wenige Einheimische werden sich an die Lokalität erinnern, die um 1840 Wanderer und Münchner Stadtausflügler in Scharen anlockte. „Das war damals im Sommer eine echte Touristenattraktion – wegen des guten Eurasburger Bieres“, erzählt Siegfried Rübensaal. Der Autor aus Lengdorf (Landkreis Erding) präsentiert in seinem Buch „Eurasburger Bier“, das am Samstag im Pfarrheim Beuerberg offiziell vorgestellt wird, unzählige solcher Geschichten.

Zum Beispiel, dass die Stiftsbrauerei Beuerberg, betrieben von den Pröbsten des damaligen Augustiner-Chorherrenstifts, ihren Gerstensaft von 1553 bis 1696 im „Exil“ brauen mussten – nämlich im späteren Haderbräu in Wolfratshausen. Er sei zunächst skeptisch gewesen, als der Eurasburger Karl-Heinz Eigner mit der Idee, ein Buch über das Eurasburger Bier zu schreiben, an ihn herangetreten ist, gesteht Rübensaal. Der Lengdorfer beschäftigt sich seit 45 Jahren mit dem bayerischen Maßkrug. In seinem kleinen Museum stehen 2200 Exemplare ausschließlich bayerischer Brauereien. Darüber hat Rübensaal bereits ein umfangreiches Buch veröffentlicht. Als er sich schließlich der Aufgabe annahm und im Gemeindeblatt eine Bürgerbefragung zu dem Thema veröffentlicht worden war, „entwickelte die Arbeit eine ungeahnte Eigendynamik“, sagt der 74-Jährige. Rübensaal, von Beruf Diplomverwaltungswirt und Polizei-Hauptkommissar sowie ehrenamtlich 41 Jahre lang Kommunalpolitiker (davon 25 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Lengdorf), machte sich mit Akribie ans Werk.

Exakt 6972 Stunden sei er mit dem neuen Buch beschäftigt gewesen. Bei seiner Recherche in Archiven und Museen sowie dem Fundus, den ihm Privatleute zur Verfügung stellten, trug der Autor so viel spannendes Material zusammen, dass aus den ursprünglich angepeilten 300 Seiten eine zweibändige Enzyklopädie mit knapp 900 Seiten wurde. Der Untertitel „Brauereiwesen, Schank- und Biergefäße, Blick ins Umfeld, Zeit nach Brauereischließungen, Beuerberger Bezüge“ lässt ahnen, dass sich der Autor nicht auf die enge Geschichte der ehemals vier Brauereien beschränkt.

Zu Recht stolz ist Rübensaal auf die zahllosen uralten Fotos, Gemälde, Skizzen und Stiche, mit denen das Werk illustriert ist. „Das sind teilweise historische Aufnahmen, die noch niemand gesehen hat“, sagt der Autor, der auch Schwester Paula vom Leben der Salesianerinnen im Kloster Beuerberg erzählen lässt.

Die Gemeinde Eurasburg hat das Projekt begleitet und finanziell mit einem Drittel unterstützt, erklärt Bürgermeister Moritz Sappl. Den Rest teilten sich die Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg und Mitherausgeber Eigner. So ließ sich der Verkaufspreis auf 29,50 Euro beschränken. Dafür bekomme man eine Chronik über die Entstehungsgeschichte der Gemeinde, wie es sie „in dieser Komplexität“ noch nicht gebe. „Ich finde es mehr als eine runde Sache“, sagt der Rathauschef, der selbst einen Beitrag über den „Weg der politischen Gemeinden Beuerberg, Eurasburg und Herrnhausen zur Einheitsgemeinde Eurasburg“ beigesteuert hat. „Der Autor ist bei seinen Recherchen auf Dinge gestoßen – da wird es auch bei der Bevölkerung manchen Aha-Effekt geben.“

Das Buch

„Eurasburger Bier“ wird am Samstag, 3. Dezember, im Pfarrheim Beuerberg vorgestellt. Beginn: 19.30 Uhr. Erhältlich ist das Werk zum Preis von 29,50 Euro ausschließlich bei der Gemeinde.

Rudi Stallein

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