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Mit einem Trick ergaunerten zwei Azubis mehrfach Geld aus der Ladenkasse. Ein Überwachungsvideo entlarvte sie.

Überwachungsvideo überführt die Diebe

Azubis machen lange Finger

Geretsried - Zwei Auszubildende haben ihre Stelle in einem Elektromarkt ausgenützt und lange Finger gemacht. Prompt wurden sie erwischt - und verurteilt. 

Sie glaubten, den perfekten Plan ausgetüftelt zu haben, um schnell und unbemerkt an Geld zu kommen: Zwei Auszubildende eines Geretsrieder Elektromarktes aktivierten iTunes-Guthabenkarten, ohne dafür zu zahlen, und sie fingierten an der Kasse die Rücknahme von Waren, die nie das Geschäft verlassen hatten. Insgesamt verdienten sie sich mit diesen kriminellen Machenschaften 1780 Euro. Nun mussten sich der 17-jährige Wolfratshauser und sein 22-jähriger Ex-Kollege aus Bad Tölz wegen Computerbetrugs in 13 Fällen vor dem Jugendrichter verantworten.

Die Verlockung war angeblich einfach zu groß

„Ich kann mich nur der Staatsanwaltschaft anschließen“, erklärte der Tölzer nach dem Verlesen der Anklageschrift. „Ich gestehe alles ein.“ Gemeinsam hatten die beiden insgesamt acht Guthabenkarten im Wert von je 50 Euro an einem Computer-Arbeitsplatz im Geschäft aktiviert. Die Karten teilten sie gleichmäßig untereinander auf, ebenso die Einnahmen aus den getürkten Rückgaben. Wenn der Ältere der beiden Azubis an der Kasse saß, trug der Jüngere verschiedene Artikel aus den Regalen nach vorn und ließ sich vom Kassierer den Kaufpreis in bar auszahlen. „Ich gebe das auch alles zu“, schloss sich der 17-Jährige seinem Kompagnon an. „Es war eine Dummheit, aber es hat einfach gelockt.“ So begründeten beide die Taten, die schneller aufflogen, als sie gedacht hatten.

Der Geschäftsführer kommt dem Duo auf die Schliche

Was die Zwei nämlich offenbar nicht wussten: Karten, die am Computer aktiviert werden – was in dem Markt überhaupt nur in Ausnahmefällen so gehandhabt werden sollte –, aber nicht durch die Kasse laufen, werden in der Ausgabeliste weiterhin als nicht bezahlt geführt. So kam der Geschäftsführer den beiden Azubis im November vorigen Jahres, kaum zwei Wochen, nachdem sie mit den Kartenbetrügereien begonnen hatten, auf die Schliche. Noch dümmer war im Nachhinein betrachtet die Rückgabeaktion: Eine Überwachungskamera, die von der Wand direkt auf den Kassenraum gerichtet ist, hatte aufgezeichnet, wie der 22-Jährige Geld aus der Kasse nahm und seinem Kollegen in die Hand gab. „Das geht gar nicht“, zeigte sich der Geschäftsführer bei seiner Zeugenaussage sichtlich vom kriminellen Gebaren seiner Azubis enttäuscht. „Das war geplant, organisiert und im Teamwork durchgeführt.“ Weil die beiden durch eine fehlerhafte Eingabe an einem Tag einen größeren Fehlbetrag in der Kasse hatten, schaute sich der Chef die Videos genauer an. 

Der Richter erkennt "erhebliche kriminelle Energie"

„Das war kein dummer Streich, sondern lässt eine erhebliche kriminelle Energie erkennen“, machte Jugendrichter Urs Wäckerlin deutlich, dass es sich bei den Taten nicht um Bagatellen handelte. Er verurteilte den inzwischen als Sicherheitsdienst tätigen Tölzer, der in jungen Jahren bereits wegen Körperverletzung und wegen Besitzes von Springmessern vor Gericht stand, nach Erwachsenenstrafrecht zu 3600 Euro Geldstrafe (90 Tagessätze á 40 Euro). Bei dem bisher noch nicht aufgefallenen 17-Jährigen fand das Jugendstrafrecht Anwendung. Ihm soll die Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs helfen, sein Versprechen einzulösen: „Das war ein Fehler, aber auch der letzte.“ Rudi Stallein

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