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Leere Reihen: Wie schon in Geretsried kamen auch in Gelting nur wenige Besucher zur Bürgerversammlung. Die meisten Anfragen wurden schriftlich eingereicht. 

Bürgerversammlung in Gelting

Rathauschef bekommt’s schriftlich

Geretsried - Viele schriftliche Anfragen, kaum Wortmeldungen und nur wenige Besucher: So lässt sich die Geltinger Bürgerversammlung am Donnerstagabend zusammenfassen. Ein Anliegen war ein Ersatzbus für den weggefallenen Möbel-Mahler-Pendelbus.

Anders als bei der Bürgerversammlung in Geretsried hatte Rathauschef Michael Müller seinen Rechenschaftsbericht kurz gehalten, so dass im Anschluss genügend Zeit für die Fragen der Geltinger blieb. Nur etwa 40 waren in den Kindergartensaal gekommen. Ihnen standen die Leiter fast aller Abteilungen des Rathauses zur Verfügung.

Wildparker

Dieter Rebhan hatte im Vorfeld eine Reihe schriftlicher Anträge an die Stadt gestellt. Er beschwert sich über wild parkende Autos an der Buchberger und Pfaffenrieder Straße vor dem Temenos-Kindergarten. Auch würden Tuning-Firmen aus dem Gewerbegebiet die Buchberger Straße als Testrennstrecke missbrauchen, so Rebhan. Bürgermeister Müller versprach, beides vom Ordnungsamt und der Polizei prüfen zu lassen. „Vielleicht hilft ein partielles Halteverbot vor dem Kindergarten“, stellte er in Aussicht.

Asylbewerber

Von Rebhan zur aktuellen Asylpolitik befragt, erklärte Müller, dass momentan 330 Flüchtlinge in Geretsried leben würden. Die Sammelunterkunft am Gymnasium sei immer noch nicht belegt. „Im Moment kommen sehr viele Menschen in Süditalien an. Die Situation kann sich also wieder ändern“, so der Rathauschef. Die Stadt gebe aktuell rund 160 000 Euro im Jahr für die Integration von Asylbewerbern aus. Es handle sich hauptsächlich um Personalkosten – „eine marginale Summe im Gesamthaushalt“, so Müller. Allerdings werde die Kreisumlage vor allem wegen der hohen Kosten für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge um 1,5 Prozent steigen. „Wir müssen keine Investitionen wegen Asylbewerbern zurückstellen“, antwortete Müller auf die besorgte Frage Rebhans.

Trinkwasser

Schließlich wollte der Geltinger noch wissen, wann Geretsried wieder mit sauberem Trinkwasser versorgt werde. Stadtwerke-Leiter Jan Dühring zufolge wird die neue Filtrationsanlage Ende des Jahres in Betrieb gehen, sofern der Probebetrieb positiv verläuft. Der Wasserpreis werde aufgrund der hohen Baukosten um rund 30 Cent pro Kubikmeter steigen.

Pendlerbus

Horst Haslach vom Arbeitskreis Verkehr der Agenda 21 wünscht sich einen Ersatzbus für den früheren, kostenlosen Pendelbus vom Wolfratshauser S-Bahnhof zu Möbel Mahler. Noch ist offen, ob Mahler-Nachfolger XXXLutz das Angebot weiter fortsetzen wird. Haslach bedauert, dass abends kaum RVO-Busse zwischen Bahnhof und Gelting verkehren. Müller erklärte, dafür sei der Landkreis zuständig. Er entscheide aufgrund von Fahrgastzahlen über den Einsatz von Bussen. Haslachs Vorschlag eines Sammeltaxis auf Kosten der Stadt Geretsried als Alternative will der Bürgermeister im Stadtrat diskutieren: „Die Grundidee ist nicht schlecht.“

Kanalbrücke

Familie Neumann, wohnhaft in der Ziegelei, moniert ebenfalls schriftlich, dass die Kanalbrücke Richtung Ziegelei nur Fahrzeuge mit maximal sechs Tonnen Gewicht passieren dürfen. So könnten kaum Güter angeliefert werden, auch das Feuerwehrauto sei zu schwer. Der Bürgermeister verwies auf die Firma Eon, der die Brücke gehört. Würde die Stadt eine neue bauen, müsste sie dafür rund 500 000 Euro in die Hand nehmen. Müller: „Ich kann das gerne noch einmal im Bauausschuss behandeln lassen.“ Der Geltinger Stadtrat Franz Wirtensohn lehnte dies ab. Es könne nicht sein, dass Eon das Bauwerk aus dem Jahr 1921 nicht selbst ertüchtige. Schließlich gewinne das Unternehmen seinen Strom aus dem Fluss, und die Strompreise seien auch nicht mehr die von 1921.

Turnhalle

Die Gelegenheit, sich in der Versammlung zu Wort zu melden, nutzte Hubert Palik. Er würde die Rudolf-Mörtl-Turnhalle gerne zur Versammlungsstätte umwidmen. Bauamtsleiter Jochen Sternkopf erklärte dazu, aus feuerpolizeilichen Gründen könne die Halle nur 199 Menschen aufnehmen.

Christbaum

Nach nicht einmal zwei Stunden waren alle Fragen geklärt. Das heißt, fast alle: Ein Besucher wollte mit frotzelndem Unterton wissen, ob sich Geretsried heuer traue, einen Christbaum am Karl-Lederer-Platz aufzustellen. In Wolfratshausen sieht die Stadt wie berichtet aus Brandschutzgründen davon ab. „Wir trauen uns“, antwortete Müller. Gleichzeitig versprach er, diesmal auch am Neuen Platz für etwas Weihnachtszauber zu sorgen.

Der Bericht des Bürgermeisters

Wenig Neues zu Geltinger Themen konnte Rathauschef Michael Müller in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Kindergartensaal berichten. Auf einem Plan vom neuen Gewerbegebiet Gelting-Ost ist bislang nur der Pharma-Logistiker Loxxess eingezeichnet. Man befinde sich in Verhandlungen mit weiteren Interessenten, sagte Müller. Anfragen von Logistikunternehmen gebe es zuhauf. „Wir wollen aber einen bunten Mix.“ Für geeignete Maßnahmen zur Bodenverdichtung der ehemaligen Kiesgrube müssten allerdings die Grundstückseigentümer selber sorgen. Bis die S-Bahn über Gelting nach Geretsried fährt, vergehen nach Meinung des Bürgermeisters „optimistisch gesehen“ noch zehn Jahre, „realistisch“ eher 15. Die Zeit nutze die Stadt, um ihr Zentrum zu entwickeln und um die B 11 an den Schwaigwaller Hang zu verlegen. Im Flächennutzungsplan, den die Stadt gerade neu aufstelle, müssten auch die drei entstehenden S-Bahn-Haltestellen berücksichtigt werden. In Gelting gebe es nicht mehr viele Entwicklungsmöglichkeiten, sagte Müller und kündigte an: „Wir wollen den Grüngürtel zur Bahntrasse hin nutzen.“ Ab dem Frühjahr 2017 will das Geothermie-Unternehmen Enex erneut auf die Suche nach Erdwärme in Gelting gehen. Eine so genannte Ablenkbohrung soll zeigen, ob auf Gut Breitenbach heißes Wasser gefördert werden kann. Enex sei in ein Förderprogramm des Bundes aufgenommen worden. Deshalb könnten die Bohrungen nach längerer Pause wieder aufgenommen werden, erklärte der Bürgermeister. Erfreuliche Nachrichten gab es Sachen Breitbandausbau: Ende dieses Jahres bis Anfang nächsten Jahres sollen die Geltinger nach Auskunft der Telekom bereits das schnellere Internet nutzen können. Neue Verträge mit der Telekom seien ab Ende Dezember buchbar. Das Unternehmen hat das Glasfasernetz in Gelting gleichzeitig mit dem in Wolfratshausen ausgebaut. Wer besonders hohe Bandbreiten bis zu 100 Megabit benötigt, dem empfiehlt die Telekom eine Glasfaserleitung bis zum Haus auf eigene Kosten. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.telekom/schneller.de.

Tanja Lühr

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