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Der letzte Bieranstich: Nach sechs Jahren zieht sich Festwirt Jochen Mörz (re.) aus Geretsried zurück. Wer im nächsten Jahr neben Bürgermeister Michael Müller (li.) stehen wird, ist noch offen.

Geretsrieder Sommerfest

Wer wird neuer Festwirt ?

Geretsried – Die Stadt Geretsried hat die Dienstleistungskonzession für das Geretsrieder Sommerfest neu ausgeschrieben. Am späten Montagnachmittag endete die Bewerbungsfrist. So viel steht fest: Der bisherige Festwirt Jochen Mörz hat sich nach sechs Jahren nicht mehr beworben. Das bestätigt der Gastronom aus Amberg auf Nachfrage.

Die Stadt Geretsried gab sich am Dienstag zugeknöpft. „Das Interessenbekundungsverfahren ist abgeschlossen“, bestätigte Pressesprecher Thomas Loibl. „Die nächsten Schritte werden allerdings voraussichtlich erst in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 4. Oktober behandelt.“ Er bitte deshalb um Verständnis, dass man bis dahin keine weiteren Auskünfte zu diesem Thema geben könne. Die Frage, ob sich der bisherige Festwirt wieder beworben hat, blieb unbeantwortet. Auch über die Zahl der Bewerber war nichts zu erfahren.

Bürgermeister Michael Müller hatte die Neuausschreibung damit begründet, dass der Vertrag mit Jochen Mörz ausgelaufen ist. Der Amberger hatte 2011 einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Stadt abgeschlossen. Dieser wurde für das Sommerfest 2016 um ein weiteres Jahr verlängert – damals übrigens ohne Ausschreibung.

Dass die Stadt nun ein neues Vergabeverfahren gestartet hat, stößt bei Mörz auf Unverständnis. Er erinnert daran, dass er sich zweimal erfolglos für das Geretsrieder Sommerfest beworben hatte. 2011 habe ihn die Stadt dann händeringend gebeten, die Bewirtung zu übernehmen, was er auch getan habe. In den fünf Jahren darauf sei sein Betrieb von der Stadt „immer gelobt“ worden. „Es gab keine Unstimmigkeiten.“ Deshalb sei es für ihn nicht nachvollziehbar, warum der Vertrag nicht einfach verlängert wurde.

Für sein Unternehmen sei der Wegfall des Geretsrieder Sommerfests zu verschmerzen. „Wir haben es gerne gemacht“, betont Mörz. Aber von der Größenordnung her sei es kein großer Verlust. Trotzdem sei die Enttäuschung über das Vorgehen der Stadt groß – so groß, dass sich der Festwirt entschieden hat, sich an der Neuausschreibung nicht mehr zu beteiligen.

Fakt ist: Vor allem in diesem Jahr blieb der Besuch des Sommerfestes weit hinter den Erwartungen zurück. „So mager war’s noch nie“, bilanzierte Juniorchefin Nadine Mörz Anfang August im Gespräch mit unserer Zeitung. Stadt und Festwirt schoben sich gegenseitig die Schuld zu, nicht genug Werbung gemacht zu haben.

Der Bürgermeister hat erklärt, dass er an der mehr als 40-jährigen Tradition des Sommerfestes festhalten will. Auch der Termin für nächstes Jahr (21. bis 30. Juli) steht bereits. Vom neuen Wirt wird erwartet, dass er sich um das Festzelt für 2000 Besucher und den Biergarten mit 800 Plätzen kümmert. Es liegt auch in seiner Verantwortung, ein attraktives Musikprogramm zu gestalten, den Schaustellerpark zu belegen – und genügend Werbung zu machen.

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