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Der neu gewählte Vorstand des Christophorus Hospizvereins: (v. li.) Schriftführerin Frauke Baumgarten, Schatzmeisterin Mechthild Felsch , Erste Vorsitzende Barbara Mehlich und Zweiter Vorsitzender Hans Lenhardt.

Mitgliederversammlung

Hospizverein meistert Führungskrise

Geretsried – Sie will zurücktreten: Das kündigte Barbara Mehlich, Vorsitzende des Christophorus Hospizvereins Bad Tölz-Wolfratshausen, vor einem halben Jahr in der Mitgliederversammlung an (wir berichteten). Trotz intensiver Suche erklärte sich jedoch keiner der derzeit 283 Mitglieder bereit, das zeitintensive Amt zu übernehmen. Deswegen ließ sich Mehlich jetzt umstimmen und kandidierte für eine zweite Amtszeit.

„Weil ich beruflich sehr eingespannt war und viele Sterbende begleitet habe, wollte ich damals nicht mehr zur Wahl antreten“, erklärte Mehlich kürzlich ihre damalige Entscheidung in der Mitgliederversammlung. Weil Jurist Alfred von Hofacker dafür plädierte, die „Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen“ und mehrere Beiräte in den Vorstand zu berufen, kandidierte Krankenhausseelsorgerin Mehlich nun erneut.

Die Mitglieder nahmen ihre Entscheidung erleichtert auf und wählten die Vorsitzende fast einstimmig wieder – nur Mehlich enthielt sich der Stimme. Ebenso eindeutig wurde per Akklamation Hans Lenhardt zu ihrem Stellvertreter gewählt. Der Geretsrieder Rentner löst Bernhard Pletschacher ab. Unterstützt wird das Vorstandsduo von Kassenführerin Mechthild Felsch sowie Schriftführerin Frauke Baumgarten.

Nach den zügig durchgeführten Vorstandswahlen kündigte Felsch an, dass der Hospizverein im kommenden Sommer einen so genannten Palliativ-Care-Kurs für den Dienst in Pflegeheimen anbieten wird. Derzeit gibt es 44 speziell ausgebildete Hospizbegleiter, die sich in ihrer Freizeit dem Verein ehrenamtlich pro Woche rund vier Stunden zur Verfügung stellen und Schwerstkranke oder Sterbende betreuen. Ohnehin soll laut Mehlich im nächsten Jahr der Kontakt zu den Pflegeheimen im Landkreis intensiviert werden. „Das ist eine Herausforderung, weil die Fluktuation des Pflegepersonals groß ist und viele Kräfte einen Migrationshintergrund mit eigenen Vorstellungen haben“, sagte die Vorsitzende. Das Aufgabengebiet wird weiter wachsen, da nach dem neuen Paliativgesetz Pflegeheime mit Hospizvereinen Kooperationen schließen müssen.

Abschließend überreichte Mehlich jedem der erschienenen Mitglieder eine Rose. Die Besucher gingen mit einem beruhigenden Gefühl nach Hause: Dass der seit 23 Jahren bestehende Christophorus Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen seine kurze Führungskrise erfolgreich gemeistert hat. Alfred von Hofacker übersetzte das Erlebte mit Worten: Der Verein sei an der Krise vorbeigeschlittert und habe sie zum Glück „nur vom Weitem gesehen“.

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