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Abbrechen oder doch sanieren? Noch hat die Baugenossenschaft nicht endgültig entschieden, was aus der Häuserzeile an der Egerlandstraße wird.

Baugenossenschaft zieht Bilanz

Keine Angst vor Großprojekten

Geretsried – Auf ein ereignisreiches Jahr blickten Geschäftsführer Wolfgang Selig und Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Schölderle in der Vertreterversammlung der Baugenossenschaft Geretsried (BG) in den Ratsstuben zurück. Wichtigstes Projekt war 2015 der Bau  an der Sudetenstraße/Am Stern.

„Nach vier Jahren Planungs- und Bauzeit haben wir mit dem zweiten Bauabschnitt weitere 39 Wohnungen, sieben Läden und 64 Tiefgaragenstellplätze fertiggestellt“, sagte Selig. Bei einem weiteren Neubauvorhaben feierte die BG erst vor einigen Wochen Richtfest. An der Richard-Wagner-Straße/Ecke Schubertweg entstehen 27 öffentlich-geförderte Wohnungen. „Das ist im Vergleich zu den abgebrochenen zehn Wohnungen aus den 50er-Jahren, die dort vorher standen, eine deutliche Mehrung“, rechnete Selig vor. Wie an der Sudetenstraße werden auch diese Wohnungen alle barrierefrei mit Aufzügen erschlossen. Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Schölderle begrüßte das Projekt. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass die Baugenossenschaft nach über 20 Jahren wieder in den sozialen Wohnungsbau eingestiegen ist“, sagte er.

Deutlich mehr „Gesprächsbedarf“ gibt es bei den von der BG anvisierten Großprojekten an der Egerlandstraße 58 bis 74 sowie auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße. Laut Selig wird bei der in den 1950er-Jahren errichten Häuserzeile an der Egerlandstraße ein Abbruch und Neubau geprüft. „Aber auch eine Generalsanierung der Häuser können wir derzeit nicht ausschließen“, erklärte der Geschäftsführer. Abbruch und Neubau wären zwar städtebaulich sinnvoller, aber „natürlich auch teurer“. Dem Gerücht, dass der Neubau an der Richard-Wagner-Straße ausschließlich als Ersatzquartier für die Bewohner der Egerlandstraße dient, widersprach Selig: „Nach unserer Erfahrung bleibt ein Gartenberger am liebsten in Gartenberg und wechselt ungern in andere Stadtteile Geretsrieds.“

Ebenfalls noch in der Prüfungs- und Planungsphase sei die Wohnbebauung auf dem ehemaligen Lorenz-Areal. Die Baugenossenschaft könnte sich mit bis zu 165 Wohnungen an dem Projekt beteiligen. Grundsätzlich sei es vorstellbar, den Bewohnern der Egerlandstraße dort Wohnraum anzubieten, erklärte Selig. „Sobald eine Entscheidung dazu bei uns ansteht, werden wir aber ganz sicher als erstes auf die betroffenen Mieter zukommen.“

Unabhängig von ihren Neubauvorhaben führt die Baugenossenschaft weiterhin Modernisierungen im Gebäudebestand fort – zum Beispiel am Berliner Weg, am Kochelseeweg, am Erikaweg und am Steiner Ring.

Am Ende der Versammlung wurden Bürgermeister Michael Müller, Altbürgermeister Hans Schmid und Elfriede Wachtmann erneut per Akklamation in den Aufsichtsrat gewählt.

ph

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