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Urkunden, Zinnteller und einen Scheck überreichten Bürgermeister Michael Müller (re.) und Sportreferent Wolfgang Werner (li.) an die Sportler des Jahres in der Mannschafts-Kategorie an die A-Jugend-Handballer der HSG Isar-Loisach (Klick für großes Bild).

Gelungene Premiere der neugestalteten Sportlerlehrung

Klasse statt Masse

Geretsried - Ein Hauch von Hollywood wehte am Samstagabend durch die Ratsstuben. „And the Oscar goes to“, sprach Bürgermeister Michael Müller, als er mit großer Geste das erste Kuvert mit dem Namen des Siegers öffnete. Ausgezeichnet wurden keine Kinostars, sondern die Geretsrieder Sportler des Jahres 2016.

„Nicht pompös, aber würdig“, lautete die Zielvorgabe aus dem Rathaus für die Neugestaltung der Sportlerehrung. Eine „Massenabfertigung“, wie sie Vorstandsmitglieder des TuS Geretsried beim Kulturherbst 2014 kritisiert hatten, sollte es nicht mehr geben. Stattdessen traf diesmal eine Jury, bestehend aus den Vorsitzenden der Geretsrieder Sportvereine und den Mitgliedern des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales und Sport (Jusskus), eine Vorauswahl: Durch geheime Abstimmung legten sie vor der Veranstaltung jeweils fünf Nominierte aus vier Kategorien fest. 55 Vorschläge waren bei der Stadt eingereicht worden. Dabei ging es nicht nur um die sportliche Qualifikation: „Leistung soll geehrt werden. Aber auch das Engagement muss Anerkennung und Würdigung finden“, erklärte Bürgermeister Müller in seiner Begrüßung.

Fünf Nominierte, eine Gewinnerin: In der Kategorie Einzelsport Jugend traten (v. li.) Ben Haler (vertreten durch Bürgermeister Michael Müller), Linus Wiedenbauer, Alina Mayer, Nicole Mühlbauer und Ann-Kathrin Spöri (vertreten durch Michelle Deschle) an. Spöri entschied die Wahl für sich.

Für eine kurzweilige Vorstellung der Nominierten sorgte Moderator Christoph Götz von Radio Alpenwelle. Stichpunktartig, mit kurzen Videos und Bildern unterlegt, erfuhren die rund 300 geladenen Gäste alles Wissenswerte über die sportlichen Leistungen der Geehrten. Zwischendurch lockerten Vorführungen von Kinder- und Jugendtanzgruppen verschiedener Vereine das Programm auf. Alle Nominierten erhielten vom Rathauschef eine Urkunde; den Mannschaften überreichte er außerdem einen Zinnteller, den Einzelsportlern Medaillen. Danach wurde es spannend: Erst nach einer musikalischen Unterbrechung durch das Enno-Strauß-Duo verlas Müller die Namen der Gewinner.

Für wenig Überraschungen sorgte das Wahlergebnis in den beiden Einzelsportler-Kategorien. Die meisten Stimmen hatten die aktuelle Deutsche U15-Meisterin im Badminton, Ann-Kathrin Spöri, und die langjährige Eishockey-Nationalspielerin Christina Fellner erhalten. Sie freuten sich über einen Scheck in Höhe von je 150 Euro. 400 Euro bekamen die „Mannschaften des Jahres“, die männliche A-Jugend der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Isar-Loisach, die Sportler vom TuS Geretsried und TSV Wolfratshausen vereint, sowie die Eissport-Inklusionsgruppe.

Herzlichen Glückwunsch: Christina Fellner vom ESC River Rats Geretsried ist Sportlerin des Jahres. Rathauschef Müller gratulierte der Eishockey-Nationalspielerin.

„Die Leistungsdichte, die wir in Geretsried haben, ist schwer beeindruckend“, meinte Matthias Renz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Sport (IGS), beim anschließenden Buffet. Zahlreiche Bayerische und Deutsche Meister und Meisterinnen und sogar eine Olympiateilnehmerin waren an diesem Abend auf der Bühne gestanden. Maiko Alpers, Ortsvorsitzender der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), meinte: „Ich hoffe, dass sich die Veranstaltung in dieser Form etabliert. Der Sport braucht einen angemessenen Rahmen, in dem er sich darstellen kann.“ Sehr zufrieden zeigten sich auch die beiden ehemaligen TuS-Vorsitzenden Gerd Münster und Stephan Heinle, deren harsche Kritik nach der letzten Sportlerehrung die Initialzündung für die Neugestaltung gegeben hatte. „So gefällt uns das“, lobten sie unisono. Bürgermeister Müller sagte: „Das war ein schönes Familienfest. Ich glaube, das Ergebnis unserer gemeinsamen Bemühungen kann sich sehen lassen.“ Auch Gäste, die schon frühere Ehrungen miterlebt hatten, waren zufrieden: „Viel besser als vor zwei Jahren“ und „Endlich eine angemessene Würdigung“, lobten viele.

Siegte in der Kategorie Mannschaft Erwachsene: die Inklusionsgruppe des ESC River Rats Geretsried.

Zu bemängeln fand kaum einer etwas am neuen Konzept. Mathias Schunk, als mehrfacher Deutscher Segelflug-Meister selbst unter den Nominierten, regte allerdings an, den Wahlmodus noch einmal zu überdenken: „Diejenigen, die Sportler vorschlagen, sollten nicht anschließend für ihre eigenen Leute stimmen können“, regte Schunk an. Die eine oder andere Kleinigkeit könne man sicher noch verbessern, gab Mitorganisator und TuS-Vorstandschef Mirko Naumann zu. Seiner Meinung nach war es trotzdem „die beste Sportlerehrung, die die Stadt je gesehen hat“.

Die Sportler des Jahres 2016

Jugend Einzel: Ann-Kathrin Spöri, TuS Geretsried Badminton: Deutsche Meisterin 2016 im Damen-Einzel U15, Nominierung zur Europameisterschaft U15 und U17; Jugend Mannschaft: männliche A-Jugend, HSG Isar-Loisach, Handball: Bayerischer Landesligameister 2015/2016, Aufstieg in die höchste Jugendspielklasse im Freistaat, die Bayernliga; Erwachsene Einzel: Christina Fellner, ESC River Rats, Eishockey: Bayerische Meisterschaft 2016, dreimalige Deutsche Vize-Meisterschaft, Olympia- und achtfache Weltmeisterschaftsteilnehmerin; Erwachsene Mannschaft: Inklusionsgruppe, ESC River Rats, Eiskunstlauf: zehnjähriges Bestehen, Showprogramm bei Eröffnungsfeier der Special Olympics in Inzell.

Clara Wildenrath

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