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Ein Foto aus den Anfangsjahren zeigt die Eulen Mitte der 1970er Jahre. Damals nannten sie sich noch "Waldkäuze".

40 Jahre Pfadfinder in Geretsried

Allzeit bereit

Geretsried - Der Pfadfinderstamm Eulen ist mit 40 Jahren der älteste im Landkreis. Die Grundsätze und Regeln von damals gelten immer noch, wie die Gründerin Antje Mayer erzählt.

Als der Stamm Eulen vor kurzem sein Jubiläum feierte, kamen etliche Ehemalige zum Lager an der Böhmwiese. Unter ihnen die heute 75-jährige Gründerin Antje Mayer. Sie war Mama einer zwölfjährigen Tochter und selbst begeisterte Pfadfinderin, als sie 1976 beschloss, in Geretsried eine Pfadfindergruppe ins Leben zu rufen. Ihre Tochter Sabine (heute Sabine Mück) wurde die erste Stammesführerin, als sie 18 Jahre alt war.

Anfangs hießen die Eulen noch "Waldkäuze"

Sabine und acht ihrer Schulfreunde trafen sich zunächst in der Natur und in den Wohnungen der Eltern, um erste Erfahrungen als „Sippe“ zu sammeln. Sie nannten sich Waldkäuze und ab 1978 Eulen. Zu dieser Zeit durften die Jugendlichen das Pförtnerhaus des Guts Buchberg für ihre wöchentlichen Zusammenkünfte nutzen. Als auf dem Gut die Schweinepest ausbrach, mussten sie vorübergehend wieder privat unterkommen. 1981 schenkte ihnen der Bauunternehmer Reinhold Krämmel seine Jagdhütte im Mooseuracher Moor. Mit der Unterstützung der Eltern bauten die Jugendlichen die Hütte 1981 im Moor ab und auf dem städtischen Grundstück zwischen Böhmwiese und der Wohnsiedlung Am Forst wieder auf.

Die Bewegung geht auf einen britischen Offizier zurück

Seitdem leben sie dort, organisiert im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), die Prinzipien der Bewegung, die der britische Offizier Robert Baden-Powell im Jahre 1908 gegründet hatte. Die aktuell 30 Mitglieder des Stammes Eulen erkunden die Natur, singen am Lagerfeuer, veranstalten Sommer- und Winter-Zeltlager und sind viel unterwegs – zu Fuß, versteht sich. „Wie komme ich mit Hitze, Kälte, Hunger und Durst zurecht? Wie weit kann ich an einem Tag laufen? Solche elementaren Dinge lehrt keine Schule“, sagt Antje Mayer. Neben Naturerlebnissen und persönlichen Erfahrungen spiele natürlich die Kameradschaft eine wichtige Rolle.

"Allzeit bereit" ist das zentrale Motto der Pfadfinder

Stefan Martin, ein Ehemaliger und jetzt selbst Vater eines kleinen Buben, war extra aus München zur 40-Jahr-Feier gekommen. Er sagt: „Ich habe hier die engsten Freundschaften geschlossen. Wir haben noch heute Kontakt.“ 1982 sei er den Pfadfindern mit zehn Jahren beigetreten und geblieben, bis er 30 geworden sei. Martin – das typische gelb-blaue Tuch um den Hals gebunden – hat wie alle Mitglieder das Versprechen abgelegt, nach den Regeln der Pfadfinder zu leben. Dazu gehöre „allzeit bereit“ zu stehen, wenn jemand Hilfe brauche, die Pflanzen und die Tiere zu achten, „frohen Mutes“, ehrlich und sparsam zu sein, sagt er.

Demokratie wird groß geschrieben

Gleichberechtigung und Demokratie werden bei den Pfadfindern ganz groß geschrieben. In so genannten Things, regelmäßigen Versammlungen, hat jedes Mitglied, egal wie alt oder lange es dabei ist, Stimm- und Rederecht. Verantwortung ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Antje Mayer: „Ein Zehnjähriger wird zum Beispiel zum Einkaufen geschickt, um Lebensmittel für sechs bis acht Leute zu besorgen. Bringt er zu wenig mit, und die Gruppe bleibt hungrig, wird er aus dieser Erfahrung lernen.“ Der Grundsatz laute „Jugend führt Jugend“. Nur im Notfall würden die Erwachsenen einspringen. Die Sechs- bis Elfjährigen fangen in einer Meute an. Zwischen elf und 16 Jahren ist man in Sippen mit bis zu acht Mitgliedern organisiert. Ab 16 Jahren gehört man zu den Rangern und Rovern. Der stellvertretende Stammesführer Valentin Fensterseifer ist von klein auf Pfadfinder. „Wer einmal dazu geht, bleibt dabei“, sagt er. Tanja Lühr

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