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Teilerfolg: Warnschilder weisen Autofahrer neuerdings darauf hin, dass an der Staatsstraße 2369 ein Radweg kreuzt. 

Staatsstraße 2369

Der lange Weg zum Straßenschild

Geretsried - Warnschilder weisen neuerdings darauf hin, dass auf Höhe des Breslauer Wegs ein Radweg die Staatsstraße 2369 kreuzt. Das ist ein Teilerfolg. Langfristiges Ziel bleibt ein Radwegtunnel.

Ein Gedenkkreuz erinnert an den tödlichen Unfall am 8. April 2009. Damals übersah ein 56-jähriger Geretsrieder beim Überqueren der St 2369 einen VW Bus. Dessen Fahrer konnte nicht mehr ausweichen und erfasste den Mann. Er starb noch an der Unfallstelle. Als Konsequenz aus dem Unglück wurden damals am Radweg Stopp-Schilder mit dem Hinweis „Radfahrer absteigen“ aufgestellt. Eine Schranke am Zehnerhüttenweg und eine Umlaufsperre am Breslauer Weg sollten verhindern, dass die Radler ohne anzuhalten auf die Straße fahren. Dennoch kam es am 24. Februar 2014 erneut zu einem schweren Unfall: Ein 74-jähriger Geretsrieder rollte ohne anzuhalten mit seinem Rad auf die Straße und wurde von einem VW Golf erfasst. Der Mann überlebte schwer verletzt.

Die Stelle ist extrem gefährlich

Die Stadt weiß um die Gefährlichkeit der Stelle. Schon vor dem tödlichen Unfall 2009 wollte sie eine Unterführung bauen. Doch das zuständige Staatliche Bauamt in Weilheim lehnte dies zunächst ab. Für eine solche Investition sei die Staatsstraße „nicht ausreichend frequentiert“, hieß es zur Begründung. Nach dem tödlichen Unfall erhöhte die Stadt den Druck und wandte sich an die Oberste Baubehörde. Bei einem Ortstermin gelang der Durchbruch: Man kam überein, dass sich die Stadt und der Freistaat die Kosten jeweils zur Hälfte teilen. Damals ging man von einem Betrag von rund 300 000 Euro aus. Noch im Sommer 2009 sollte der Tunnel gebaut werden.

Weder Tunnel noch Geschwindigkeitsbegrenzung funktionierten

Doch dann explodierten die Kosten. Nähere Untersuchungen ergaben, dass für den Bau der Unterführung aufwändig Leitungen verlegt werden müssten. Noch größere Probleme bereitete der hohe Grundwasserspiegel. Um dies in den Griff zu bekommen, hätte die Stadt die Röhre in einer wasserdichten Betonwanne bauen müssen. Geschätzte Kosten: 750 000 Euro. Weil der Freistaat davon nur 150 000 Euro übernommen hätte, verwarf die Stadt 2011 den Tunnelbau. In der Folge bemühte sich die Kommune um eine Geschwindigkeitsbegrenzung in diesem Bereich – ohne Erfolg. Auch das Aufstellen von Warnschildern wurde abgelehnt. „Wir haben x Briefe an das Landratsamt geschrieben“, sagte Jan Klinger vom Stadtbauamt. Immer wieder wurde auf das hohe Verkehrsaufkommen hingewiesen. An einem schönen Wochenende im Juni 2012 hatte man an der Stelle insgesamt 1000 Radfahrer gezählt.

Am Schluss stimmt die Regierung den Schildern zu

Zuletzt klemmte sich der Stadt- und Kreisrat Günther Fuhrmann (FDP) hinter das Thema. Er stellte 2014 im Kreistag offiziell den Antrag, zumindest Warnschilder aufzustellen. Weil der Kreistag für verkehrliche Maßnahmen auf einer Staatsstraße nicht zuständig ist, leitete Landrat Josef Niedermaier das Schreiben an die Regierung von Oberbayern weiter. Auch dort lehnte man das Ansinnen zunächst ab. Die bestehenden Schranken seien vollkommen ausreichend, hieß es. Zusätzliche Schilder würden „kaum jemanden interessieren“ und nur den Schilderwald vergrößern. Jeder, der die Straße überqueren wolle, müsse seiner Sorgfaltspflicht gerecht werden. Und Autofahrer müssten ohnehin vorsichtig sein, weil jederzeit Wild die Fahrbahn wechseln könne. Erst in diesem Jahr lenkte die Regierung endlich ein und stimmte dem Aufstellen von Warnschildern zu. Die Begründung: Bislang kreuzten zwei überregionale Radwege die Staatsstraße, der Isar-Radweg und die Via Bavarica Tyrolensis. Jetzt ist mit dem Fernradweg München-Venedig ein dritter dazu gekommen. Im Jahr 2015 waren allein auf dieser Strecke 62 000 Radfahrer unterwegs.

Mittelfristiges Ziel bleibt eine Unterführung

Bürgermeister Müller ist froh, dass die Warnschilder jetzt stehen. „Um eine dauerhafte sichere Lösung zu bekommen, bleibt aber nur eine Unterführung“, sagte er jüngst im Stadtrat. Deshalb hat er das Bauamt gebeten, die Kosten für einen Radwegtunnel noch einmal durchzurechnen. Außerdem will man bei der Regierung nachfragen, ob der im Jahr 2009 zugesicherte Zuschuss noch steht. „Wir arbeiten uns Schritt für Schritt an eine Lösung heran“, erklärte Müller. Grünen-Stadtrat Prof. Detlev Ringer forderte erneut eine Geschwindigkeitsbegrenzung und verwies auf andere Beispiele im Landkreis. Am Radweg Schlehdorf-Kochel beispielsweise sei das Tempo auf 60 reduziert, obwohl die Strecke frei einsehbar und nicht so zugewachsen sei wie an der Staatsstraße 2369 in Geretsried.

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