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Richtfest an der Ecke Richard-Wagner-Straße/Schubert, im Vordergrund Wolfgang Selig (li.), Geschäftsführer der Baugenossenschaft, und Bürgermeister Michael Müller.

Zurück zum sozialen Wohnungsbau

Baugenossenschaft feiert Richtfest

Geretsried Erstmals nach 20 Jahren ist die Baugenossenschaft Geretsried wieder in den geförderten Wohnungsbau eingestiegen. An der Ecke Richard-Wagner-Straße/Schubertweg entstehen in zwei Häusern 27 Sozialwohnungen. Am Mittwochnachmittag wurde nach nur sechs Monaten Richtfest gefeiert.

Auch wenn es sich um ein verhältnismäßig kleines Bauvorhaben handelt, hat es doch drei Besonderheiten. Nicht nur, dass die Baugenossenschaft Geretsried (BG) nach mehr als 20 Jahren wieder in den sozialen Wohnungsbau einsteigt; die neuen Förderprogramme der Regierung von Oberbayern machen es möglich. Das Besondere an dem Projekt ist auch die Zusammenarbeit zwischen der Baugenossenschaft und der Stadt Geretsried.

„Bis vor drei Jahren waren das zwei Grundstücke“, erklärte Wolfgang Selig, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Geretsried (BG), mit Blick über die Baustelle. Auf dem einen stand ein Zweifamilienhaus im Besitz der Stadt, auf dem anderen ein Mietshaus mit acht Parteien der BG. Beide Seiten überlegten, was sie mit der Bebauung aus den 1950er Jahren machen sollen, und beschlossen, sich zusammenzutun. Dadurch wurde nicht nur der Bau einer Tiefgarage möglich. In Summe entstehen auf den knapp 2400 Quadratmetern nun 27 Wohnungen mit eineinhalb bis vier Zimmern. „Das ist fast eine Verdreifachung“, freut sich Selig angesichts der angespannten, wenn nicht zu sagen „brutalen“ Situation auf dem Wohnungsmarkt.

Die dritte Besonderheit ist, dass erstmals drei der 27 Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut werden. „Die Regierung hat dazu sicher den Input gegeben“, sagte Selig. Bislang hat die BG nur eine rollstuhlgerechte Wohnung in ihrem Bestand. Die anderen 24 Wohnungen werden barrierefrei. Bis zum Sommer 2017 soll die neue Wohnanlage bezugsfertig sein. Die Vermietung startet voraussichtlich im Dezember. Den Vorrang werden zunächst Mieter bekommen, die jetzt in geplanten Abbruchhäusern der BG leben, zum Beispiel an der Egerlandstraße. Die Kaltmiete beträgt zwischen fünf und sieben Euro pro Quadratmeter.

Bürgermeister Michael Müller dankte in seinem Grußwort der Baugenossenschaft für ihr Engagement. „Wir sind seit Jahrzehnten ein gutes Team“, sagte er im Namen der Stadt. Er sei froh, dass hier wieder bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, auch wenn andere über die zunehmende „Verdichtung“ in Geretsried klagen würden. Aber: „Wohnen ist ein Grundbedürfnis, ein Grundrecht“, sagte der Bürgermeister. Und nicht jeder könne sich ein Eigenheim leisten. Deshalb, so Müller, sei es eine der wichtigsten politischen Aufgaben, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen bei den stetig steigenden Preisen. Aber wir werden weiter kämpfen.“

Das nächste Projekt ist wie berichtet bereits in Planung und wird um ein Vielfaches größer als das an der Ecke Richard-Wagner-Straße/Schubertweg. Auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße sollen 600 bis 700 Wohnungen entstehen – „das größte Wohnungsbauprojekt in Oberbayern“, so Müller. 60 Prozent davon sollen Sozial- und Mietwohnungen werden. Die Hälfte davon will wiederum die Baugenossenschaft errichten.

Am Mittwoch aber wurde erst einmal gefeiert. Nach dem Richtspruch von Werner Patera lud BG-Geschäftsführer Selig zu Bier und Brotzeit ein. Dazu spielte die Kapelle der Reservistenkameradschaft Geretsried.

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