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Vorsicht Gift: Mit diesem Flugblatt wollen Inge von Werden und ihr Mann Rudger andere Hundebesitzer vor den Giftködern warnen.

Wieder tödlicher Köder in Farchet

Hündin Sina durch Gift qualvoll verendet

Wolfratshausen – Zwei Jahre lang haben Farchets Hundebesitzer und ihre Vierbeiner sorgenfrei gelebt. Seit wenigen Tagen geht unter ihnen jedoch wieder die Angst vor einem Hundehasser um. Am Sonntag ist eine Mischlingshündin vermutlich an einem Giftköder gestorben.

Die Spielsachen, das Körbchen, Wasser- und Futterschüssel. Nach und nach räumen Inge und Rudger von Werden alles weg, was sie an ihre geliebte Sina erinnert. Die 13 Jahre alte Mischlingshündin ist am späten Sonntagnachmittag qualvoll verendet – wahrscheinlich an den Folgen eines Giftköders, den sie kurz zuvor beim Gassigehen im Maul hatte. „Wir spüren eine solche Leere“, sagt das Rentnerehepaar und fragt: „Wer tut so etwas Grausames?“

Nichts deutete an diesem Sonntag auf ein Drama hin. Die von Werdens waren gerade von einem Kurzurlaub aus Österreich zurückgekommen. Inge von Werden packte die Koffer aus, ihr Mann ging mit Sina schnell noch in das Wäldchen nahe des Stadions an der Kräuterstraße. „Alles war wie immer“, erinnert sich die 76-Jährige. „Sina war guter Dinge und voller Elan. Man hat ihr angemerkt, wie sie sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub über ihre Spielsachen gefreut hat.“

Nach dem Spaziergang hat Sina nur wenig gefressen – ungewöhnlich für die zwar betagte, aber unheimlich fitte Hündin. Dann ging alles ganz schnell. „Sie stand breitbeinig da, fing an zu krampfen, hat sich hingeworfen und hatte Schaum vor dem Mund.“ Den Tierarzt haben die von Werdens auf die Schnelle nicht erreicht, also ließen sie alles stehen und liegen, packten Sina in ihr Auto und fuhren Richtung Weilheimer Tierklinik. Auf dem Weg dorthin ist Sina nach einem 30-minütigen Todeskampf gestorben, die Tierärztin in der Klinik konnte nur ihren Tod feststellen.

Ob es tatsächlich Gift war, an dem Sina verendet ist, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Ihr Leichnam wird in der Pathologie in München untersucht. Auch die Polizei will den Fall erst offiziell mitteilen, wenn entsprechende Ergebnisse vorliegen, sagt Polizeichef Werner Resenberger. Sollte sich der Gift-Verdacht bestätigen, wollen die von Werdens Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Fest steht allerdings, dass Sina, die bei den Gassigängen immer angeleint war, in der Nähe eines Trafohäuschens etwas im Maul hatte. Ihr Herrchen konnte ihr das zwar entreißen. „Das Gift kann sie aber trotzdem aufgenommen haben.“ Fest steht auch, dass es nicht die erste Giftköderattacke in Farchet wäre. In der Folge gründete sich die Facebookgruppe „Treffpunkt Hund Wolfratshausen“. Im August 2011 überlebten mehrere Hunde die fiesen Attacken, bei früheren Vorfällen kamen mehrere Tiers ums Leben. Vor zwei Jahren tauchten an der Hundewiese am Kanal sowie auf dem Feld am Autobahnzubringer B11a Köder auf, die mit Gift oder Rasierklingen gespickt waren.

Die von Werdens haben in den vergangenen Tagen andere Hundebesitzer vor der Gefahr gewarnt. Demnächst wollen sie Flugblätter aufhängen. „Da gehen auch Familien mit kleinen Kindern spazieren. Nicht auszudenken, was passiert, wenn eines einen Köder in den Mund steckt“, sagt Inge von Werden

Bis das Ehepaar über den Verlust ihres Lieblings hinweg ist, wird es noch eine Weile dauern. Einen neuen Hund werden sie sich trotzdem anschaffen. „Das muss sein“, sagt Inge von Werden. Damit wieder Leben ins Haus kommt.

Frederik Lang

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