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Bei ihnen dreht sich (fast) alles um den Fußball: FSV-Urgestein Christian Feirer (2. v. li.) mit (v. li.) Sohn Johannes (13), Tochter Katharina (15), Ehefrau Claudia (44) und Sohn Maxi (16).

Das Porträt der Woche 

Immer bereit für den FSV

Höhenrain – Am 28. September 1997 schien die Fußballkarriere von Christian Feirer zu Ende zu sein. Wir stellen ihn vor.

Im Match zwischen dem FSV Höhenrain und den SF Egling waren gerade fünf Minuten gespielt, da wälzte sich der bullige Stürmer nach einem Zweikampf auf dem Platz. Spieler und Zuschauer waren geschockt als sie Feirers Fuß sahen. Die Diagnose im Wolfratshauser Krankenhaus war niederschmetternd: Sprunggelenks-Luxation. Der Isar-Loisachbote titelte am nächsten Tag: „Schock nach Knöchel- und Wadenbeinbruch“. Für Feirer selbst, 29 Jahre jung und hochtalentiert, war das Thema Fußball allerdings noch lange nicht zu Ende: „Nur noch als Zuschauer bei den Spielen des FSV dabei sein? Nein, das geht nicht.“ Tatsächlich stand der Torjäger nach der Winterpause wieder auf dem Platz und ist auch heute mit 48 Jahren noch untrennbar mit dem Höhenrainer Fußball verbunden.

Geboren wurde er am 6. Februar 1968 in München. Mit acht Jahren kam er „zwangsweise“ zum Fußball, denn seine Kindheit verbrachte er quasi auf dem Höhenrainer Fußballplatz, wo sein Vater Adolf aktiv im Verein spielte. Zu Jugendzeiten bekam er ein Angebot der damals noch großen SpVgg Starnberg. „Wenn Du einen Chauffeur hast, der Dich immer nach Starnberg bringt, kannst Du hingehen“, sagte der Vater. „Hatte ich aber nicht und so blieb ich in Höhenrain“, erinnert sich Feirer. Sein Talent blieb dennoch nicht unbemerkt: Mit 19 Jahren wurde er für das Spiel einer Landkreisauswahl vom Fußballverband nach Bad Tölz eingeladen. „Meine Stärke, man möchte es kaum glauben, waren meine Schnelligkeit und dass ich beidfüßig spielen konnte“, scherzt der 48-Jährige. „Da habe ich im gegnerischen Strafraum nicht lange gefackelt. Das war mein Vorteil.“ Tatsächlich war Feirer in der Torschützenliste der Landkreis-Kicker immer ganz vorne dabei, holte sich 1990 mit 20 Toren den Titel. Und das, obwohl er damals schon meist in der Abwehr zum Einsatz kam. Sportlicher Höhepunkt als Spieler war 1999 der Aufstieg in die Kreisliga unter Trainer Harry Reicheneder.

Glänzende Augen bekommt Feirer, wenn er an das E-Jugend-Team denkt, mit dem er als Coach 2011 den Sprung ins große Merkur CUP-Finale in Dachau schaffte. „Ich bin heute noch stolz auf die Burschen. Das war schon ein besonderer Jahrgang, der auch so schnell nicht wiederkommen wird.“ Gegner wie FC Bayern oder 1860 München waren nicht zu schlagen, aber mit dem 2:0-Sieg über Otterfing schafften die Höhenrainer in der ewigen Merkur CUP-Rangliste den Sprung auf Rang 36 unter 205 Vereinen.

Mit Training und Spielen ist der Fußballhunger eines Christian Feirer allerdings noch nicht gestillt. Viele Jahre lang bekleidete er in der Vorstandschaft Positionen wie Sportlicher Leiter, Vorsitzender oder Jugendleiter. Den Posten als Klubchef hat er 2005 abgegeben. „Damals habe ich meinem Nachfolger Ludwig Mayer ein wohlbestelltes, schuldenfreies Haus übergeben“, sagt der 48-Jährige.

Auch wenn der FSV seine sportliche Familie ist, seine Frau und die Kinder gehen natürlich vor. 1999 heiratete er seine langjährige Freundin Claudia. „Damals war ich immerhin schon 31 Jahre alt“, sagt Feirer und lacht. Aufgefallen war ihm die fesche Claudia schon ein paar Jahr früher – nicht, weil sie ebenfalls hobbymäßig Fußball spielte, sondern bei einem Weinfest. Nach der Hochzeit wurde die Familie in Icking ansässig, und binnen vier Jahren kamen die Kinder Maxi, Katharina und Johannes zur Welt. Völlig klar, dass die beiden mittlerweile 16 und 13 Jahre alten Söhne auch dem runden Leder nachjagen, während sich die Tochter lieber dem Reitsport widmet.

Was die Zukunft seines FSV betrifft, ist der 48-Jährige grundsätzlich optimistisch: „Im Jugendbereich sind wir gut aufgestellt. Lediglich im Herrenbereich haben wir etwas Probleme.“ Dafür kommt Feirer wohl nicht mehr in Frage, aber wenn einmal die FSV-Reserve oder die Alten Herren einen Mann zu wenig haben: „Anruf genügt, ich bin immer bereit.“

Heinz Richter

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