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Viel befahren und viel zu eng: Die Grundstraße, die Königsdorf und Geretsried verbindet, nutzen täglich 4000 Autofahrer. Viele davon sind Auswärtige, die einfach ihrem Navigationsgerät folgen.

Vielbefahrene Verbindung nach Geretsried

Königsdorf will Grundstraße sperren: Das sind die Gründe

Königsdorf – Über die Zukunft der Grundstraße debattierte der Gemeinderat in der Dienstagssitzung. Die Räte erwägen eine Sperrung der vielbefahrenen Gemeindeverbindungsstraße zwischen Königsdorf und Geretsried.

Die Grundstraße beschäftigt den Gemeinderat immer wieder. Auf der rund drei Kilometer langen, kurvenreichen, schmalen Straße herrscht starker Durchgangsverkehr. Laut Bürgermeister Anton Demmel nutzen rund 4000 Autofahrer am Tag die Straße als Abkürzung, die nördlich von Königsdorf von der B11 in Richtung Geretsried abzweigt und auf Königsdorfer Gemeindegebiet durch den Wald führt.

Dabei handelt es nicht nur um einheimische Autofahrer, sondern auch um Ortsfremde, die per Navigationsgerät über die Grundstraße zur Autobahn geleitet werden. Nicht selten wird mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren, was auch für die angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe eine Gefährdung bedeutet.

In der Vergangenheit hatte der Gemeinderat versucht, mit Geschwindigkeitsbeschränkungen die Lage in den Griff zu bekommen. Inzwischen darf auf der gesamten Straße wegen Straßenschäden nur noch mit 50 Stundenkilometern gefahren werden. Der Rathauschef fasste das Problem so zusammen: „Straßenzustand und Verkehrsaufkommen passen nicht zusammen.“

Es gebe nur zwei Lösungen, nämlich: „Entweder den Verkehr an die Straße anzupassen oder die Straße an den Verkehr.“ Demmel berichtete, dass Anfang August eine Besprechung mit Vertretern der Stadt Geretsried, der Polizei sowie des Landratsamtes über die Zukunft der Grundstraße stattgefunden habe. Die Tendenz der Behördenvertreter sei dahin gegangen, dass, wenn auf der Straße viel Verkehr herrsche, diese ausgebaut werden müsse. Fördermittel für den auf eine Million Euro geschätzten Ausbau wären möglich. „Der Gemeindeanteil würde sich auf rund 400 000 Euro belaufen“, so Demmel.

„Über einen Ausbau redet es sich leicht, wenn man nicht Baulastträger ist“, lautete der Kommentar von Hans Hartl (Freie Wähler) in der anschließenden Diskussion. Die kurvenreiche Grundstraße sei gefährlich und werde dies auch nach einem Ausbau bleiben. Auch für das Hochwasser werde man nie eine Lösung finden. „Vier von fünf Fahrzeugen auf der Grundstraße kommen von weit her“, sagte er. Seit es Navis gebe, werde die Straße als Autobahnzubringer genutzt. „Wir sollten die Straße so lassen und zumachen.“

Mehrere Räte plädierten ganz im Sinne Hartls dafür, die Straße zu sperren und diese nur für landwirtschaftlichen Verkehr und Anlieger freizugeben. Vize-Bürgermeister Sebastian Seidl (CSU) betonte, dass der Hauptverkehrsstrom über die B11 laufen sollte. Rainer Kopnicky (Freie Wähler) fand, dass die Grundstraße längst ihren Charakter als Gemeindeverbindungsstraße verloren habe und sich auch andere, etwa der Landkreis, an einem Ausbau beteiligen müssten. Die Kosten stünden jedoch in keinem Verhältnis zum Nutzen. Der Verkehr würde nur noch weiter zunehmen.

„Es wundert mich, dass dort noch nicht mehr passiert ist“, meinte Luise Seemayer (CSU). Auch sie hielt wenig von einem möglichen Ausbau der Straße. „Man müsste mehr als sechs Meter ausbauen.“ Der Verkehr sei zudem mit der Landwirtschaft an der Straße unvereinbar.

Der Rathauschef bilanzierte, dass der Tenor im Gemeinderat wohl eindeutig sei. In den nächsten Wochen will die Verwaltung nun abklären, wie es konkret weitergehen soll und welche Bedürfnisse von Anliegern und anderen Nutzern Berücksichtigung finden müssen.

von Yvonne Zuber

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