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Umstrittenes Areal: Die ehemalige Wiedemann-Klinik liegt zwischen dem Pilotyweg (li.) und dem Simetsbergweg in Ambach. 

Pläne für Seniorenstift in Ambach

Bürgermeister setzt auf Transparenz

Münsing - Das geplante Wohnstift ist Thema Nummer eins in Ambach. In einer Stellungnahme, die nächstens auch in „Münsing aktuell“ erscheinen wird, erläutert Bürgermeister Michael Grasl die Haltung der Gemeinde.

Mit der Stellungnahme reagiert der Rathauschef auf die Sorgen der Bevölkerung. Erst vor wenigen Tagen hat die „Initiative Ambach“ 360 Unterschriften gesammelt, die sich vor allem gegen die Größenordnung des Projekts aussprechen. Allein in Ambach und Seeheim hatte nahezu jeder zweite Einwohner unterschrieben.

Der Jetzt-Zustand ist keine Positiv-Werbung

Grasl zeigt Verständnis für die Sorge „um eine Veränderung zum Nachteil Ambachs“. Allerdings erinnert er daran, dass in den vergangenen zehn Jahren stets auch die Klage laut geworden sei, dass die leer stehenden Gebäude der ehemaligen Wiedemann-Klinik keine Positivwerbung für Ambach darstelle. Daher sei die Verwaltung in den vergangenen Jahren dem klaren Auftrag des Gemeinderats nachgekommen, im Gespräch mit möglichen Investoren auf eine verträgliche Nachnutzung hinzuwirken.

Vor allem auf die Bäume soll Rücksicht genommen werden

Aktuell liegen laut Grasl noch keine prüfbaren und belastbaren Planungen des Kuratoriums Wohnen im Alter (KWA) vor. Insofern handelt es sich lediglich um „unverbindliche Vorüberlegungen“. Diese überdenkt das Kuratorium, das seit 50 Jahren besteht, derzeit. Der weitere Planungsprozess soll öffentlich begleitet werden, wobei unter anderem mehrere, externe Fachbüros eingeschaltet werden. Insbesondere auf den vorhandenen, erhaltenswerten Baumbestand soll dabei laut Grasl Rücksicht genommen werden.

Ausschlaggebend ist der Beschluss im Gemeinderat

Den Vorwurf, die Gemeinde würde hinter verschlossenen Türen verhandeln und die KWA weiterplanen, weist der Bürgermeister zurück. Die Gemeinde führe sehr wohl interne Gespräche mit eigenen Juristen und Planern. Dies sei legitim und üblich. Außerdem dienen diese Gespräche der umfassenden Information des Gemeinderats. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist die Beratung und Beschlussfassung im Gemeinderat, die nach dem Kommunalrecht erfolgen muss. „Vorausgehen muss selbstverständlich eine Aufklärung und Beteiligung der Bevölkerung.“ In erster Linie sieht Grasl hier den Investor in der Pflicht, die Bürger über seine Ziele zu informieren, und das nicht nur über die Presse. „Transparenz ist wichtig“, sagt Grasl. Zeitdruck bestehe nicht.

Grundsätzlich ist die KWA und ihr Konzept willkommen

Grasl erläutert, dass sich das Unternehmen Anfang des Jahres dem Gemeinderat vorgestellt habe. Dem Kuratorium sei signalisiert worden, dass es grundsätzlich in der Gemeinde willkommen sei und der Gemeinderat zu weiteren Schritten der Annäherung bereit sei. Das Konzept „Selbstbestimmtes, aber betreutes Wohnen“ sei per Beschluss befürwortet worden. Details waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Aus Sicht des Rathauschefs kann sich die KWA allerdings nicht allein auf diesen Beschluss stützen, da der Planungsprozess erst noch beginnen muss.

Die Frage des Baurechts wird momentan geklärt

Außerdem prüft die Gemeinde die baurechtliche Seite. Der Ostuferschutzverband vertritt die Position, dass auf dem´ ehemaligen Wiedemann-Gelände kein Baurecht besteht und fordert die Gemeinde auf, keinen Bebauungsplan zu erstellen, um kein Baurecht zu schaffen. „Eine Antwort wird im Gemeinderat und in der Öffentlichkeit nach Prüfung durch Fachanwälte gefunden werden müssen.“

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