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Unter dem Verkehr, der zumal an schöne Sommertagen durch die Ostufergemeinde rollt, leiden viele Münsinger. Dabei ist der Freizeitverkehr in den vergangenen Jahren um 30 Prozent weniger geworden. 

Thema soll auf Sondersitzung behandelt werden

Pro und Kontra Umgehungsstraße

Münsing - Die Gemeinde kommt mit ihrer geplanten Umgehungsstraße für den Ort Münsing nicht recht voran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde von einigen Mitgliedern sogar die Notwendigkeit einer Umgehung bezweifelt. 

Till Burkhardt vom Planungsbüro Lang und Burkhardt hat im Auftrag der Gemeinde im Juli 2015 detaillierte Messungen auf allen neuralgischen Strecken durchgeführt. Seine Ergebnisse stellte er jetzt im Rat vor. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Schwerlastverkehr im Vergleich zu früheren Zählungen gleich geblieben ist und der Ausflugsverkehr abgenommen hat. Laut Burkhardt waren auf der Kreisstraße TÖL 17, bei der Messstelle Höhenbühlstraße, zwischen Degerndorf und Autobahn im Durchschnitt 1669 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, davon 100 Schwerlastfahrzeuge. Auf der TÖL 20 (Degerndorfer Straße) zwischen Münsing und Degerndorf waren es im Schnitt 1580, davon 70 Schwerlastfahrzeuge. Das mochte dem Verkehrsgutachter zufolge daran liegen, dass zu dieser hochsommerlichen Zeit viele landwirtschaftliche Fahrzeuge ihre Ernte einholten. Am meisten befahren war die Staatsstraße 2065 nördlich von Holzhausen mit durchschnittlich 3819 Autos täglich. Im Süden bei St. Heinrich waren es 3125.

Wie geht es weiter mit dem Freizeitverkehr?

Till Burkhardt zufolge hat sich der Freizeitverkehr seit 1999 jedoch um 30 Prozent verringert – auch wenn es die geplagten Anwohner anders empfinden mögen. Burkhardt führt dies auf die gleichzeitig zurückgegangene Anzahl an verkauften Parkscheinen im Erholungsgelände Ambach zurück. Bürgermeister Michael Grasl glaubt, dass der Trend sich nicht fortsetzen wird. Die Metropole München boome, der Freizeitdruck werde entsprechend steigen, sagte er. Der Rathauschef rät deshalb dringend dazu, Umfahrungsmöglichkeiten für die betroffenen Orte zu planen. Das Büro Burkhardt hat bereits mehrere Varianten erarbeitet. Relativ einfach umzusetzen wäre eine Spange zwischen der TÖL 17 und der TÖL 20 beim Wertstoffhof nördlich von Degerndorf. Schwieriger würde sich eine Ortsumfahrung um Münsing zwischen der TÖL 20 und der Wolfratshauser Straße oder zwischen der Wolfratshauser Straße und der TÖL 17 parallel zur Autobahn gestalten. Eine Möglichkeit wäre auch eine Umfahrung zwischen Degerndorf und dem Erholungsgebiet in Ambach. Pläne für eine Umgehungsstraße für St. Heinrich bestehen zudem schon länger.

Die Meinungen im Gemeinderat gehen auseinander

Christian Ufer, der ein naturschutzfachliches Gutachten ausgearbeitet hat, gab zu bedenken, dass für alle diese Varianten große Wald- und Wiesenflächen geopfert werden müssten: „Es ist fraglich, ob solche Maßnahmen wirklich erforderlich sind angesichts des verhältnismäßig wenigen Verkehrs.“ Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing) gab ihm Recht: „Für mich kommt gar keine Variante in Frage.“ Auch Ursula Scriba (Bürgerliste) befürchtet mehr Verkehr und Raser durch gut ausgebaute Straßen. Im Sinne des Tourismus solle man den Verkehr lieber bremsen. Der Münsinger Thomas Schurz (CSU) empörte sich dagegen, dass Münsing gerade am Eck, wo die Degerndorfer Straße von der Hauptstraße abzweigt, extrem stark vom durchrauschenden Verkehr betroffen sei: „Das kann doch nicht sein, dass wir da gar nichts unternehmen.“ Auch Tobias Eckart (Freie Wähler) forderte eine Lösung. Bürgermeister Michael Grasl schlug eine Sondersitzung zum Thema Umgehungsstraßen vor, was von allen Gemeinderäten befürwortet wurde. Tanja Lühr

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