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Bekannte Gesichter: (v.li.) Kathrin von Steinburg, im Auto Sebastian Bezzel und Gerhard Wittmann sind nur ein paar der hochkarätigen Schauspieler, die im neuen Film von Matthias Kiefersauer mitspielen. Eine wichtige Rolle spielt auch eine pinkfarbene Stretchlimousine – ein herrlicher Anblick zwischen Bauernhöfen und Apfelbäumen.

Dreharbeiten für TV-Film

Filmprojekt in Münsing: Rentenbetrug der amüsanten Art

Münsing – Münsing ist mal wieder Drehort für eine Kriminalkomödie. In dem beschaulichen Weiler unterhalb der Holzhauser Kirche finden zur Zeit die Aufnahmen für den Fernsehfilm „Falsche Siebziger“ statt.

„Hubert und Staller“ ermitteln regelmäßig in der Seegemeinde. Ammerland diente zuletzt als Kulisse für den Kinohit „Winterkartoffelknödel“ mit Sebastian Bezzel in der Hauptrolle. Jetzt hat der Bayerische Rundfunk den Münsinger Ortsteil Holzhausen entdeckt.

In der Wiese liegen an diesem kühlen Oktobertag Ikea-Tüten voll warmer Decken, in die sich die Schauspieler während der Drehpausen wickeln. Thermoskannen mit Kaffee stehen bereit. Eine Bushaltestelle mit Schild und Wartebank wurde eingerichtet auf dem kleinen Weg, der von der Kirche St. Johann Baptist hinab zu den fünf Höfen führt. „Gelting“ heißt die Ansiedlung im Film – ein Ortsname, den Regisseur Matthias Kiefersauer ausgewählt hat, weil es ihn häufiger gibt. „Nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, Holzhausen mit Mord und Totschlag in Verbindung zu bringen“, sagt der gebürtige Wolfratshauser Kiefersauer, zusammen mit Alexander Liegl auch Drehbuchautor. Die Sorge ist berechtigt: Immerhin acht Filmtote sind in der rabenschwarzen Komödie der beiden mit dem Titel „Falsche Siebziger“ zu beklagen. Das Erste wird die Produktion des Bayerischen Fernsehens im Rahmen des FilmMittwoch nächstes Jahr ausstrahlen.

Worum es geht? In „Gelting“ sterben fast gleichzeitig drei Senioren. Die Dorfbewohner, allen voran der erfolglose Geschäftsmann Hubertus Hochstetter (Sebastian Bezzel), beschließen, sie offiziell am Leben zu erhalten, um mit der Rente der Verstorbenen besser über die Runden zu kommen. Damit der Trick nicht auffällt, müssen sie Doubles für die Senioren finden. Das Lügengebilde, das die kleine Gemeinschaft errichtet, wird immer größer. Und damit wächst auch die Gefahr aufzufliegen.

Als dann auch noch neue, sehr neugierige Nachbarn im Ort auftauchen, spitzt sich die Lage zu. Es gibt weitere Leichen und Probleme mit der Polizei. Das gewagte Spiel gerät vollkommen außer Kontrolle.

In der Szene, die am Donnerstagmittag gedreht wurde, proben die Doppelgänger, dargestellt von Fred Stillkrauth, Gundi Ellert und Ilse Neubauer, am Treffpunkt Bushaltestelle zum ersten Mal ihre Rollen. Dabei kommt unter anderem heraus, dass der verstorbene Cajetan Hochstetter (Stillkrauth), Hubertus’ Vater, einen Teufel auf dem Hintern tätowiert hatte - es wird den Betrügern aber auch nicht leicht gemacht. Eine pinke Stretchlimousine – ein herrliches Bild zwischen Bauernhöfen und Apfelbäumen – gehört ebenfalls zur Story.

Zwei Drittel der Fernsehproduktion spielen in Holzhausen. Die Gemeinde Münsing sei großzügig bei den Drehgenehmigungen gewesen, die Dorfbewohner hätten bereitwillig ihre Häuser für die Innenaufnahmen zur Verfügung gestellt, sagt Kiefersauer. Die meist urig eingerichteten Stuben hätten kaum verändert werden müssen. Der idyllische Weiler sei „ein Geschenk“. Weitere Drehorte sind das Bergbaumuseum in Peißenberg sowie der Marienplatz und das Sailergassl in Wolfratshausen. Bis 11. November soll alles im Kasten sein.

Der in Waldram aufgewachsene Drehbuchautor, Filmregisseur und Kolumnist unserer Zeitung („Münchner Freiheit“) Matthias Kiefersauer, hat zusammen mit seinem Freund Alexander Liegl (Kabarett Valtorta) bereits das Buch zu „Das große Hobeditzn“ geschrieben. „Alex ist für die schrägen Storys zuständig, ich eher für die Liebesgeschichten“, verrät Kiefersauer. Die Kooperation sieht so aus, dass man sich in einem Café zum Brainstormen treffe. Anschließend erledige jeder seine „Hausaufgaben“, und am Ende füge man die Texte zu einem Gesamtwerk zusammen. Harmonisch arbeitet auch das Schauspielerteam miteinander. Sebastian Bezzel, der im Werdenfelser Land aufgewachsen ist, hat quasi ein Heimspiel. Fred Stillkrauth („München 7“, „Der Bulle von Tölz“) und Ilse Neubauer („Dampfnudelblues“) sind für ihn alte Bekannte. An seiner Rolle des Hubertus Hochstetter gefalle ihm, dass er zur Abwechslung mal einen „pfiffigen Deppen“ geben dürfe, sagt Bezzel – und keinen Polizisten.

von Tanja Lühr

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