Nachtdienst hat Nebenwirkungen

Bad Tölz-Wolfratshausen - Nachtdienste werden für Apotheken eine immer größere Herausforderung. Im Gespräch sind jetzt Kostenpauschalen, die der Staat übernehmen soll.

Wer am späten Abend oder gar nachts eine Apotheke aufsucht, hat in der Regel akute Beschwerden. „Natürlich ist der Notdienst notwendig, aber rentabel ist er nicht“, sagt Helmut Ratzeck, Apotheker-Sprecher im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die verschiedenen Apotheken teilen sich die Dienste untereinander auf. Im Verbund Wolfratshausen-Geretsried beispielsweise ist jede Apotheke alle 13 Nächte an der Reihe. In der Regel kommen nachts zwei bis drei Kunden, sagt Ratzeck. Vorgeschrieben ist, dass immer ein approbierter, also ausgebildeter Apotheker im Dienst sein muss, so der Lenggrieser. Das verursacht laut Ratzeck Personalkosten in Höhe von rund 200 Euro. Demgegenüber steht eine Notdienst-Zusatzgebühr von 2,50 Euro sowie eine Rezeptgebühr in Höhe von sechs Euro.

Bei zwei bis drei Kunden pro Nacht ist der Personaleinsatz somit ein wirtschaftliches Minusgeschäft. Die meisten Apotheken-Eigentümer übernehmen deshalb selbst den Notdienst, um sich die Kosten für Mitarbeiter zu sparen. Im Gespräch ist derzeit, dass die Regierung Pauschalen für Nacht- und Sonntagsdienste übernimmt, im Raum stehen laut der Bayerischen Landesapothekenkammer 200 Euro. Ratzeck findet das prinzipiell gut. „Wir übernehmen eine öffentliche Aufgabe, da sollten wir auch richtig entlohnt werden.“

Seine Berufskollegen im Landkreis sehen das ähnlich. Frauke Förschler von der Johannisplatz-Apotheke in Geretsried steht wie die meisten ihrer Kollegen während der Notdienste selbst im Geschäft. „Wir haben zwar eine Liege im Nebenraum, aber richtig zum Schlafen kommt man natürlich beim Nachtdienst nicht“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Tanja Lühr und Ray Häusler

Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur.

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