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Antrittsbesuch: In dem Bergdorf „El Limón“ stellten Jakob Eisfelder und seine Kollegen vom Freiwilligendienst gleich zu Anfang das Projekt „Litro de Luz“ vor.

Der Ruf der Karibik

Freiwilligendienst in der DomRep: Jakob Eisfelder berichtet

Geretsried/Santiago de los Caballeros - Jakob Eisfelder aus Gelting absolviert ein freiwilliges ökologisches Jahr in der Dominikanischen Republik. Mit dem Projekt „Litro de Luz“ will er Licht in die Elendsviertel abseits der Hotelburgen bringen. In unseren neuen Serie „Der Ruf der Karibik“ schildert der 18-Jährige seine Eindrücke.

Nach zehn Stunden Dösen setzt der Flieger um 2 Uhr morgens Ortszeit auf. Die Passagiere klatschen, Beine werden gestreckt, das Handgepäck sorgsam wieder zusammengesammelt. Kurze Zeit später habe ich einen hübschen Stempel mehr im Reisepass, und wir sind auch schon unterwegs, raus aus dem Flughafen.

Abgesehen von den zehn Stunden Flug ging das irgendwie alles viel zu schnell. Bis jetzt haben wir noch nicht wirklich überrissen, dass wir gerade in der Dominikanischen Republik gelandet sind. Erst recht nicht, dass jeder von uns ein ganzes Jahr hier leben wird.

Ankunft in der Sauna

Mein erster Gedanke als ich die Tür nach draußen sehe: „Endlich frische Luft“ – war wohl nichts. Ich trete aus der Tür und fühle mich wie in einer Sauna, verspüre das unterschwellige Bedürfnis, ein Fenster zu öffnen.

Kurz darauf fahren 27 Freiwillige auf 20 Sitzen immerhin klimatisiert in einem Kleinbus, hierzulande „Guagua“ genannt, in Richtung Vorbereitungsseminar. In den Tagen, die wir dort verbringen, lernen wir einiges über die kulturellen Gegebenheiten vor Ort, „do’s and dont’s“, sprachliche Besonderheiten und über die Arbeit, die uns in den Einsatzgebieten erwartet.

Mittagessen mit Projektpartner Niklas: Moro mit Nudeln, Salat und Avocado. Gegessen wird mit Löffel – fast ausnahmslos.

Den Großteil davon erfahren wir kurze Zeit danach am eigenen Leib, und so langsam merken wir, dass dieses Jahr doch sehr viel anders wird als wir vielleicht erwartet hätten. Nach einem Monat Alltagsleben in der Dominikanischen Republik und einem projektbedingten Gastfamilienwechsel merke ich, wie unterschiedlich der Lebensstil in Deutschland und der „DomRep“ ist. In den folgenden Artikeln werde ich sowohl von meinen Erfahrungen hierzulande berichten, als auch von dem Projekt, an dem ich arbeite.

Zum Beispiel ist das Essen für mich etwas komplett Neues: Zum Frühstück gibt es oftmals Kartoffelmus mit Käse, frittiertes Ei oder Milchbrötchen mit Schinken und orangefarbenen Käse. Beispiele für Mittagessen: Locrio (Reis mit Hühnchen), Moro (Reis mit Bohnen) oder einfach auch Arroz blanco (Reis weiß). Zum Glück mit Beilage, zum Beispiel Hühnchen, Avocado und Bohnensoße. Manchmal gibt es auch Reis mit Nudeln. Was mir persönlich bis jetzt am Besten gefällt: gekochter Maniok, frittierte grüne Kochbanane (viel leckerer als typische Pommes), die reife, süße Kochbanane frittiert und die breite Auswahl an tropischen Früchten.

Sehnsucht nach einer Ochsenschwanzsuppe

Es ist ein tolles Lebensgefühl, beim Strandbesuch auf eine Palme zu klettern, mehrere Kokosnüsse herunterzuwerfen und dann das Kokoswasser daraus zu trinken. Allerdings erscheint mir die alltägliche Küche meist spärlich gewürzt, um nicht zu sagen fad. Deshalb sehne ich mich ab und zu nach Ochsenschwanzsuppe mit Semmelknödeln am Tisch mit der Familie.

Moralische Unterstützung ist daher sehr erbeten. Unter jakob.eisfelder@ecoselva.net beantworte ich gern jegliche Fragen. Ich sammle auch immer noch Spenden für meinen Freiwilligendienst und das Projekt „Litro de Luz“. Wer interessiert ist, findet unter litrodeluzdominicana.org und betterplace.org/p46723 die Webseite des Projekts und ein digitales Spenderformular. Die Spende ist steuerlich absetzbar.

Von Jakob Eisfelder

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