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Feierlicher Akt vor dem Rathaus: (v. li.) Ministerin Ilse Aigner, Landrat Josef Niedermaier, EWO-Vorsitzender Dr. Wolfgang Seiler und Bürgermeister Michael Müller.

Stadt Geretsried ist Energiewende-Kommune 2014

Ministerin Aigner überreicht Plakette

Geretsried - Die Stadt Geretsried ist Energiewende-Kommune 2014. Überreicht wurde die Auszeichnung durch Staatsministerin Ilse Aigner.

„Geretsried – einfach anders? Man könnte auch sagen: Geretsried – einfach besser.“ Dieses Kompliment machte Dr. Wolfgang Seiler, Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland (EWO), Bürgermeister Michael Müller und seiner Vorgängerin Cornelia Irmer am Freitagnachmittag. Seiler überreichte der Stadt gemeinsam mit Ilse Aigner, Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie sowie Schirmherrin der Veranstaltung, in einer kleinen Feierstunde vor dem Rathaus die Plakette „Energiewende-Kommune 2014“. Eine Jury hatte Geretsried aus vier Bewerbern zum Sieger gekürt.

Die Energiewende Oberland vergibt die Auszeichnung heuer zum zweiten Mal. 2013 ging sie an Fischbachau im Landkreis Miesbach. Dort hängt das Schild bereits neben dem Rathaus-Eingang. „Weil unser Rathaus denkmalgeschützt ist, müssen wir erst prüfen, wo wir die Plakette anbringen dürfen“, erklärte Müller.

Die Stadt Geretsried hat bereits 2010 unter Bürgermeisterin Irmer ein Integriertes Klimaschutzkonzept von der Hochschule Amberg-Weiden erstellen lassen, mit dem Ziel, den Kohlendioxidausstoß zu mindern. Einige Maßnahmen wurden bereits ergriffen, andere sind in Planung.

Die Stadt hat ein Energiemanagement für ihre öffentlichen Gebäude erarbeitet und eigens den Energiemanager Stefan Mensch eingestellt. Bei anstehenden Neubauten plant die Kommune ökologisch. So wird die Kindertagesstätte am Künnekeweg mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet. Auf dem Dach des interkommunalen Hallenbads soll eine Fotovoltaik-Anlage installiert werden. Ein Blockheizkraftwerk soll das Bad mit Wärme versorgen.

2020 läuft der Vertrag der Stadt mit dem bisherigen Gasanbieter und 2022 der mit dem Stromanbieter aus. „Wir sind auf der Suche nach ökologisch sinnvollen Alternativen“, kündigte Müller an. Er erinnerte an das im Stadtleitbild festgelegte, ehrgeizige Ziel, bis 2020 zu mindestens 40 Prozent auf erneuerbare Energien zurückzugreifen. „Wir haben einen ersten Schritt getan in Richtung Energiewende. Das ist mehr als gar kein Schritt“, meinte er bescheiden.

Laudatorin Ilse Aigner sagte, Geretsried leiste gemeinsam mit seinen Bürgern, den Unternehmen und allen gesellschaftlichen Akteuren schon Vorbildliches. Die Energiewende sei „viel mehr als nur Stromtrassen“, meinte sie in Anspielung auf ihr momentanes Hauptthema als Ministerin. Sie lobte Geretsried für sein „ganzheitliches Konzept“, das sowohl den Umstieg auf regenerative Energien als auch die Einsparung von CO2 beinhalte.

„All politics is local“, sagte Landrat Josef Niedermaier, fügte aber hinzu, dass es nicht einfach sei, die Energiewende von unten her zu gestalten, wenn man nie wisse, was „von oben“ an Gesetzen, Auflagen und Änderungen komme. Der Liste an umweltfreundlichen Vorhaben in der Stadt hinzufügen würde Dr. Wolfgang Seiler gerne noch ein Bürgerkraftwerk, wie er zum Schluss anregte.

Tanja Lühr

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