Blickwechsel: Derzeit kümmert sich die Arbeiterwohlfahrt um die Ganztagsbetreuung an der Karl-Lederer-Hauptschule (auf dem Bild die Fotogruppe). Künftig soll diese Aufgabe der Trägerverein Jugendarbeit übernehmen. Foto: sh

Trägerverein Jugendarbeit steigt in die Ganztagsbetreuung ein

Geretsried - Der Trägerverein Jugendarbeit geht neue Wege. Er steigt in die Ganztagsbetreuung an der Karl-Lederer-Hauptschule ein.

Bislang kümmert sich die Münchner Arbeiterwohlfahrt (AWO) um das Nachmittagsprogramm. Mit dem Konzept der AWO ist Rektorin Eva-Maria Hörmann - seit September 2009 an der Schule - aber nicht zufrieden, wie sie den Delegierten des Trägervereins Jugendarbeit am Montagabend in deren Mitgliederversammlung erklärte.

Hörmann hatte sich deshalb an Geschäftsführer Rudi Mühlhans mit der Bitte gewandt, dass der Verein die Ganztagsbetreuung übernehme. Kosten würden dem Trägerverein durch die Kooperation nicht entstehen. Das Kultusministerium stellt neben zusätzlichen Lehrerstunden 6000 Euro pro Ganztagsklasse für Personal zur Verfügung. Möglicherweise, so Mühlhans, müsste der Verein zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Das hängt davon ab, ob das Ministerium der Karl-Lederer-Hauptschule ab dem kommenden Schuljahr auch noch eine offene Ganztagsbetreuung genehmigt. Offen bedeutet, dass Schüler zwei bis vier betreute Nachmittage pro Woche verbindlich buchen können.

Was genau der Trägerverein mit den Kindern unternehmen könnte, muss erst noch erarbeitet werden. Dessen Vorsitzender Michael Müller sieht die Kooperation mit der Schule als „wichtige Weiterentwicklung“. Er glaubt: „Wir kommen dadurch näher an die Kinder und Jugendlichen heran.“

Es gab aber auch kritische Stimmen in der Versammlung. Manche Mitglieder fragen sich, ob der Verein gleichzeitig in der Schule und im Freizeitbereich aktiv sein sollte. Nach lebhafter Diskussion stimmten zwölf der 13 Delegierten grundsätzlich dafür, in die Ganztagsbetreuung einzusteigen. Barbara Oberhofer vom Kreisjugendring enthielt sich, weil sie erst ein Konzept sehen möchte. Eva-Maria Hörmann dankte den Vereinsvertretern. „Wir Lehrer brauchen die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Alleine können wir die immer größer werdenden Herausforderungen bei der Schülerbetreuung nicht mehr stemmen.“ (tal)

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