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„Der perfekte Ausgleich zu meiner Arbeit als Frisörin“: Die Waldramerin Christina Liebhart kann sich ein Leben ohne Boogie-Woogie kaum noch vorstellen.  

Rock ‘n‘ Roll ohne Kicks

Christina Liebhart ist Vize-Weltmeisterin in Boogie-Woogie

Waldram – Die Boogie Magic’s vom TSV Hohenbrunn haben’s drauf: Kürzlich bewiesen sie ihr Talent bei den Weltmeisterschaften. In Schaffhausen haben die Turniermannschaften den Weltmeistertitel und den zweiten Platz geholt. Mit dabei war Christina Liebhart aus Waldram.

Frau Liebhart, Sie tanzen noch nicht lange Boogie-Woogie, haben aber schon zwei Titel...

Ja, das ist echt unglaublich. Aber ich hatte vor allem einfach Glück. Vor etwa einem Jahr habe ich bei den Boogie Magic’s in Hohenbrunn angefangen. Das war genau der richtige Zeitpunkt, weil dort die Zweite Mannschaft erst gegründet worden war. Da bin ich dann gleich reingerutscht. Wir tanzen Formation, also eine bestimmte Choreografie in der Gruppe.

Mit der waren Sie dann gleich bei den Meisterschaften dabei...

An Turniere habe ich am Anfang gar nicht gedacht, das Tanzen macht mir einfach unglaublich viel Spaß. Ich habe mich natürlich total gefreut, dass ich gleich zu den Meisterschaften mitfahren durfte. Vielleicht habe ich auch einfach ein bisschen Talent.

Apropos, wie lief denn die Weltmeisterschaft ab?

In Schaffhausen waren wir mit der Ersten und der Zweiten Mannschaft dabei. In jeder tanzen sechs Paare eine einstudierte Choreografie. Unsere hatte den Titel „Navy Sweets“ und dauerte dreieinhalb Minuten. Für die Wettkämpfe hat jeder immer einen festen Partner, auf den man sich ganz genau abstimmen kann. Beim Tanzen bewertet die Jury nicht nur die Choreografie an sich, sondern natürlich auch die Ausführung und wie synchron die Formation tanzt. Eine große Rolle spielen auch die Ausstrahlung der Tänzer und dass es nicht angestrengt aussieht. Anscheinend haben wir das alles ganz gut hinbekommen.

Wie habt Ihr Euch darauf vorbereitet?

Normalerweise trainieren unsere Trainer Michael Becht und Audelise Ludwig zweimal die Woche mit uns, mittwochs und freitags. In der Zeit vor den Meisterschaften haben wir aber auch öfter zusätzlich am Sonntag geprobt, weil die Zweite Mannschaft im Vergleich zur Ersten schon noch einiges aufholen musste. Außerdem waren wir an zwei Wochenenden im Trainingslager in Inzell. Den Grundschritt und die Choreografie übt man immer parallel – so lange, bis alles sitzt und gut ausschaut.

Offensichtlich hat es sich gelohnt.

Ja, auf jeden Fall. An so einen Erfolg hätte ich nie gedacht. Ich war schon bei der Deutschen Meisterschaft in Ingolstadt wirklich überwältigt. Da haben wir mit der Zweiten Mannschaft den zweiten Platz gemacht. Schön war auch, dass unser ganzer Fanclub zum Anfeuern mitkommen konnte, weil der Weg nicht so weit war. Dass wir Vize-Weltmeister wurden, hat das Ganze dann natürlich noch einmal getoppt.

Haben Sie auch schon einen kleinen Fanclub?

Mein Fanclub sind meine Familie und meine Freunde aus Wolfratshausen und der Umgebung. Zu den Meisterschaften haben sie mich begleitet und angefeuert.

Wie kamen Sie überhaupt zum Tanzen? Mit der Arbeit in Ihrem „Haarstudio Christina“ hat das ja nicht so viel zu tun...

Das war purer Zufall. Tanzen und gerade so was wie Boogie war schon immer mein Traum, es hat sich nur nie ergeben. Man braucht halt auch einen Tanzpartner, und da habe ich lange keinen gefunden. Irgendwie hat es dann doch geklappt – zum Glück. Das Tanzen ist ein perfekter Ausgleich zu meiner Arbeit als Frisörin, da sitze oder stehe ich meistens nur. Außerdem ist es extrem gut für eine aufrechte Körperhaltung.

Und warum gerade Boogie-Woogie?

Boogie ist ja ein Schnelltanz, so ähnlich wie Rock ’n’ Roll. Allerdings ohne die berühmten Kicks, der Oberkörper bleibt ruhiger. Aber diesen Stil und vor allem die Musik liebe ich einfach. Es macht mir so viel Spaß, ich wünschte, ich hätte schon früher damit angefangen.

Magdalena Höcherl

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