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Gefährlicher Sekundenschlaf: Immer wieder ist er Auslöser für Unfälle.

Amtsgericht

Sekundenschlaf: Rentner verurteilt

Wolfratshausen – Ein Ausflug ins Karwendel hatte für einen Rentner ein Nachspiel vor Gericht. Weil er wegen Sekundenschlafs einen Unfall verursacht haben soll, wurde er zu einer Geldstrafe und einem Fahrverbot verurteilt.

Auf der Heimfahrt nach Odelzhausen (Kreis Dachau) war ein 73-Jähriger Ende Juni auf der A 95 an der Ausfahrt Wolfratshausen verunglückt. Grund für den Unfall soll ein Sekundenschlaf gewesen sein. Deshalb musste er sich nun wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten.

Der Wanderfreund war am späten Vormittag mit der Karwendelbahn hinauf ins Gebirge gegondelt und Richtung Karwendelspitze marschiert. Gegen Mittag kehrte er in der Mittenwalder Hütte ein, bevor er sich auf den Rückweg machte. „Das ist eine sportliche Unternehmung, die in seinem Alter schon mal zu Erschöpfung führen kann“, mutmaßte die Staatsanwältin vor Gericht, warum der Rentner nach knapp 80 Kilometern auf der Autobahn kurzzeitig die Kontrolle verlor. An der Ausfahrt Wolfratshausen touchierte der Angeklagte auf relativ gerader Strecke zunächst die linke Leitplanke. Dann lenkte er gegen und rutschte so an der gegenüberliegenden Leitplanke entlang, ehe er an der Auffahrt Richtung München zum Stehen kam.

Während für die Staatsanwältin vieles für einen Sekundenschlaf sprach, sah der Verteidiger „viele Indizien, die nicht zwingend eine Übermüdung als Grund für den Unfall bedeuten müssen“. Er forderte, seinen Mandanten freizusprechen. „Vielleicht hat er was ganz anderes gemacht, war kurz abgelenkt, hat einen Moment nicht aufgepasst.“ In dem Fall hätte der Angeklagte zu einem Bußgeld verdonnert werden können, nicht aber strafrechtlich belangt werden.

Der Argumentation schloss sich das Gericht nicht an. Für Richter Helmut Berger gab es „wenig Alternativen zum Einschlafen“. Er verurteilte den Rentner zu 1500 Euro Geldstrafe in 60 Tagesätzen und erteilte ihm ein dreimonatiges Fahrverbot. „Ein Sekundenschlaf kündigt sich an. Der kommt nicht unvermittelt. Dann muss man anhalten und eine Pause machen“, sagte Berger.

rs

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