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So ging es los: Im Mai 2014 wird Benedikt Brustmann (3. v. li.) als Stadtrat vereidigt. Zweieinhalb Jahre später will er sein Mandat abgeben.

"Flüchte nicht vor Hallenbad-Diskussion"

Brustmann will aus Stadtrat ausscheiden

Wolfratshausen - Die Nachricht kommt für einige nicht überraschend. Benedikt Brustmann (Bürgervereinigung) will seine Arbeit als Stadtrat beenden. Er betont: "Ich flüchte nicht vor der Hallenbad-Diskussion."

Brustmann hat seine Entscheidung bereits gegenüber Bürgermeister Klaus Heilinglechner schriftlich begründet. Auch seine Fraktion und die Stadtratskollegen hat der Waldramer, der auch Sportreferent des Stadtrates ist, vorab informiert. Bereits in der kommenden Sitzung am Dienstag, 18. Oktober, wird sein Antrag im Stadtrat behandelt. Schon im Frühling hatte Brustmann seiner Fraktion eröffnet, dass es ihm aufgrund der zunehmenden beruflichen Belastung voraussichtlich unmöglich sein wird, das Stadtratsmandat mit dem erforderlichen Engagement weiter so auszuüben, wie es dieses Amt seiner Meinung nach erfordert. Nachdem Brustmann neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Firma „Brumaba“ seit Jahresbeginn zusätzlich eine weitere Firma in der Schweiz übernommen hat, zieht er nun die Reißleine. Redaktionsleiter Carl-Christian Eick sprach mit dem 38-Jährigen.

Herr Brustmann, man könnte unken, Sie flüchten vor der Diskussion übers interkommunale Hallenbad.

Nein. Und es ist mir auch sehr wichtig zu betonen, dass es nichts mit meiner vielleicht unpopulären Entscheidung zu tun hat, hinter der ich nach wie vor stehe (Brustmann hatte gegen die Beteiligung Wolfratshausens am Betriebskostendefizit des Bads votiert, Anm. d. Red.). Allerdings bedauere ich, dass die Beweggründe für meine Position in der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen wurden. Durch den Erwerb einer weiteren Firma im Januar und der verstärkt internationalen Ausrichtung unserer Firma „Brumaba“ wurde der Zeitaufwand für mich derart enorm, dass es mir nicht mehr möglich ist, das Ehrenamt als Stadtrat nach meinen ideellen Vorstellungen weiter auszuüben. Hier muss ich meiner Verantwortung als Geschäftsführer und Arbeitgeber höchste Priorität einräumen.

Hatte Ihre Familie Einfluss auf Ihre Entscheidung?

Mein Entschluss, zurückzutreten, ist über das vergangene halbe Jahr in mir gründlich gereift – und er ist mir sehr schwergefallen. Selbstverständlich ist meine Familie wichtigster Teil meines Lebens, den ich nicht noch stärker hinten anstellen möchte.

Was nehmen sie nach knapp drei Jahren als Stadtrat in Wolfratshausen mit?

Mir hat die Stadtratsarbeit immer Spaß gemacht. Bei der Komplexität vieler Themen ist es nicht immer leicht, einstimmige Entscheidungen zu finden, und ich musste lernen, dass es nicht immer klare, eindeutige Lösungen geben kann. Stadträte machen sich ihre Entscheidungen nicht leicht, sondern versuchen, gemeinsame Nenner zum Wohl der Stadt zu finden. Leider wird dieser Punkt von den Bürgern oft verkannt.

Welchen Rat geben Sie ihrem Nachfolger aus der Bürgervereinigung?

Sich bewusst zu sein, welche Bedeutung die Tätigkeit als Stadtrat hat – und dass es ein Ehrenamt ist, in dem man auch mal Entscheidungen fällen muss, die unpopulär sind und mit denen man nicht immer neue Freunde gewinnt. Das Wichtigste ist aber das Brückenbauen zwischen den verschiedenen Fraktionen für parteiübergreifende Lösungen. Es gehört manchmal auch Mut dazu, nicht mit dem Strom zu schwimmen, sondern seiner festen Überzeugung nach zu handeln.

Ist das für Sie der endgültige Abschied aus der Kommunalpolitik?

Ja, das ist es. Auf absehbare Zeit werden sich meine Arbeitsbelastung und die vielen Reisen nicht ändern. Natürlich werde ich weiterhin die Geschehnisse mit großem Interesse verfolgen und mich auf andere Art und Weise für unsere Stadt einsetzen.

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