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Würzte die Mitgliederversammlung der Unternehmervereinigung Wolfratshausen: Starkoch Alfons Schuhbeck nahm die gut 70 Anwesenden am Dienstagabend im Saal der Sparkasse mit auf eine Reise durch die Welt der Gewürze.

"Ein Produkt der Ratlosigkeit"

UWW kritisiert Stadtmarketinggesellschaft

Wolfratshausen - Die Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW) wird sich nicht am Stadtmarketingprojekt in der Flößerstadt beteiligen. Noch nicht. Zweifel am Konzept haben vor allem die Juristen in Reihen der UWW-

Nach kontroverser Diskussion schritten die Stadträte im Februar zur Abstimmung: Mit 15:9 votierte das Gremium für die Gründung der Stadtmarketing Wolfratshausen (SMW) GmbH. Geschäftsführer wird der von vielen seit Langem geforderte City-Manager (wir berichteten). Vertreten sollen die SMW darüber hinaus neun Personen: der Bürgermeister, der Wirtschaftsreferent des Stadtrats, vier Stadträte unterschiedlicher Parteien und politischer Gruppierungen, zwei Mitglieder des Werbekreises sowie ein Vertreter der UWW. Für die Gesellschaft ist ein Stammkapital von 25 000 Euro vorgesehen, das sich wie folgt aufteilt: Stadt Wolfratshausen 84 Prozent (21 000 Euro), Werbekreis 15 Prozent (3750 Euro) und Unternehmervereinigung ein Prozent (250 Euro). Hinzu kommen jährliche Zuschüsse für den Betrieb der Stadtmarketing GmbH: 150 000 Euro würde die Kommune schultern, 23 000 Euro hat der Werbekreis zugesagt, 2000 Euro müsste die Unternehmervereinigung auf den Tisch legen.

Ob die UWW tatsächlich mit ins Boot klettert, sollte sich am Dienstagabend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden. Doch der Beschluss wurde vertagt. Noch sind nach Ansicht der Unternehmer zu viele Fragen offen. Sehr kritisch bewerteten vor allem die Juristen in den Reihen der UWW das Stadtmarketing-Konstrukt. Dr. Balthasar Freiherr von Campenhausen stellte fest: „Die Gesellschaft ist ein Produkt der Ratlosigkeit des Stadtrats.“ Er vertrat den Standpunkt, dass die SMW „die Probleme nicht lösen wird, sondern nur Kosten verursacht“. Campenhausen gab zu bedenken, dass die Stadt aufgrund ihrer Majorität in der Gesellschafterversammlung „alles allein machen wird“. Die UWW habe in der Runde nullkommanull Einfluss.

Auch Rechtsanwalt Winfrid Borcherdt war vom Konzept nicht überzeugt. Die UWW sei stets unabhängig gewesen, betonte der Jurist. Wenn sie nun mit der Kommune und dem Werbekreis gemeinsame Sache mache, „können wir keine Kritik üben, wenn’s mal schlecht läuft“. Darüber hinaus sei nicht definiert, wer die Maßnahmen finanziert, die der City-Manager vorschlägt: „Wer macht die Mittel frei? Der Stadtrat?“ Ein Gremium, das sich häufig viel Zeit nehmen würde – „und die Richtigkeit der Entscheidungen darf manchmal angezweifelt werden“, merkte Borcherdt an.

Der Geretsrieder Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Michael Josifescu stieß ins selbe Horn. Für ihn steht die Glaubwürdigkeit der UWW auf dem Spiel. Wie für Borcherdt wiegt für Josifescu die Unabhängigkeit des Vereins schwerer als ein Sitz in der Wolfratshauser Stadtmarketing-Gesellschaft. Er schlug alternativ eine „beratende Funktion“ der UWW vor.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner machte kein Hehl aus der Tatsache, dass er in puncto City-Manager eine interne Lösung, das heißt eine im Rathaus angesiedelte Stelle, lieber gesehen hätte. Nun gelte es, das Engagement der städtischen Wirtschaftsmanagerin Gisela Gleißl, des Wirtschaftsreferenten des Stadtrates, Helmut Forster, und des City-Managers unter einen Hut zu bringen. Heilinglechners Prognose: „Die externe Lösung schafft nur Probleme.“

Vize-Rathauschef Fritz Schnaller (SPD) war anderer Meinung: Ein externer City-Manager sei „unabhängiger“. Das hätte sich bei der Recherche in Städten, die bereits nach einem solchen Modell arbeiten, gezeigt.

UWW-Mitglied Dr. Norbert Kübler zeigte sich unzufrieden. Er vermisse ein detailliertes Anforderungsprofil: „Was genau soll der City-Manager tun?“ Ex-Stadtrat Florian Wurm wollte wissen: „Wo ist die klassische Wirtschaftsförderung künftig angesiedelt?“ Wie dürfe er sich das Zusammenspiel zwischen Wirtschaftsförderin, -referent und City-Manager konkret vorstellen? Fragen, die weder Heilinglechner noch Schnaller abschließend beantworten konnten.

UWW-Chef Christian von Stülpnagel fällte schließlich ein salomonisches Urteil. Er bat die Mitglieder um die Vertagung der Entscheidung. Damit waren nahezu alle gut 70 Anwesenden einverstanden. Vize-Bürgermeister Schnaller gab zu bedenken: „Wir brauchen Sie. Die UWW ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt.“ Man könnte ein gemeinsames Zeichen setzen.

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